Das Safranparadies in Marokko von Christine Ferrari

Das Safranparadies in Marokko von Christine Ferrari

Das Safranparadies in Marokko von Christine Ferrari liegt von Marrakesch keine fünfzig Kilometer entfernt und ist in der Nähe des Skulpturen Parks von André Heller gelegen, auch deshalb empfiehlt sich ein Besuch.

Das Safranparadies in Marokko von Christine Ferrari

Wir konnten die Besuche im Hotel buchen und kamen zur Mittagszeit, zum Essen. Es war das beste Essen, das wir während unserer Rundreise bekamen, natürlich mit Safransoße und Arganöl, und frischem Brot, das vor unseren Augen im Holzofen gebacken wurde. Zusammen mit der interessanten Ansprache von Christine Ferrari wurde es ein Erlebnis. Vorher liefen wir etwas durch den Garten, fanden einen ordentlich, weil gut beschrifteten, kleinen botanischen Garten, der alle schon in den anderen Beiträgen beschriebenen Pflanzen enthielt.

Das Safranparadies in Marokko von Christine Ferrari

Safran wird aus den Blütenfäden von Krokussen gewonnen, mühsam von Hand geerntet. Davon war bei der Ansprache nicht viel die Rede, es gab auch nur eine kleine Reihe mit blühenden Krokussen in der Nähe des Essplatzes, den sie auf der Webseite bestaunen können. Für 30 € konnte ich ein Gramm erwerben, das ist günstiger als in Deutschland, und garantiert nicht gefälscht.

Nach einer knappen Stunde im Internet bin ich nun informiert über mögliche Fälschungen des Safrans: Nicht nur können andere Pflanzenteile als die Fädchen verwertet werden (bei meinen sieht man noch jedes einzelne Fädchen), es wird auch oft eine falsche Herkunft angezeigt. Safran gedeiht nur in einigen Ländern, das meiste kommt aus dem Iran. In Spanien (für Paella) wächst es in der Mancha und die dortigen Safranproduzenten wünschen sich von der EU strengere Reinheitskontrollen für Produkte, die aus Nicht-EU-Ländern kommen.

Das Safranparadies in Marokko von Christine Ferrari

Dazu zwei Absätze aus dem Netz: „Es ist wirklich zum Großteil reiner Müll, was als Safran aus La Mancha deklariert wird, und das schadet uns allen enorm“, schimpft José María Fresneda vom spanischen Jungbauernverband Asaja in Kastilien La-Mancha. Schon vor vier Jahren hat er gegen die unlauteren Praktiken der spanischen Exporteure Beschwerde beim Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) und bei den Wettbewerbshütern eingereicht. Schließlich müssten Spaniens Bauern die strengen Vorschriften in puncto Nahrungsmittelsicherheit beachten, die Konkurrenz aus Asien aber nicht. „In Brüssel kennt man die Problematik gut“, klagt Fresneda. „Doch getan hat sich rein gar nichts, weder auf europäischer Ebene noch in Spanien.“

Das Safranparadies in Marokko von Christine Ferrari

Christine Ferrari stellt sich der Gruppe vor als gut und elegant gekleidete Europäerin, die für uns ihre Arbeitskleidung abgelegt hätte. Was hat sie hierher geführt? Sie war mit vierzig mit ihrem Job als Personalchefin der Gemeindeverwaltung Basel unzufrieden, persönliche Enttäuschungen kamen dazu. Während einer Reise durch die marokkanische Wüste verliebt sie sich in Land und Leute, die Berber. Sie plant ein Gasthaus mit ihrem Reiseführer, bricht in Basel alle Brücken ab und überweist ihrem „Kompagnon“ schon ihr Erspartes, wird aber betrogen.

Doch sie lässt nicht locker und hat dann doch ihr Paradies geschaffen und dort ihr Glück gefunden. Sie kann ihren Vater aus dem Schweizer Seniorenheim holen und erlebt, wie der seit Langem bettlägrige wieder Laufen lernt und sein Leben einige Jahre an ihrer Seite genießt. Und das viele Geld, das sie jeden Monat spart, kann sie im Garten anlegen. Interessierte erfahren mehr im Buch Die Safranfrau, von einer Schriftstellerin mit ihr verfasst.

Das Safranparadies in Marokko von Christine Ferrari

Auch unser Reiseführer sah in Berbern sehr edle Menschen, und wusste viel über die Verbesserung ihrer Lage in Marokko zu berichten. Sie stellen ein knappes Viertel der marokkanischen Bevölkerung. Ursprünglich waren sie Nomaden und werden nun, wie in anderen Staaten auch, zunehmend sesshaft. Die erste Frau des langjährigen Königs von Marokko, Hassan II, war eine Berberin, sein erster Sohn und seit 2006 sein Nachfolger, Mohammed VI hat wiederum eine Berberin geheiratet. Von den anderen 39 Frauen von Hassan ist nichts bekannt, Mohammed hat nur eine Frau, im Frühstückfernsehen kann man Details über das Eheleben erfahren.

Seit 2011 ist die Berbersprache als Nationalsprache anerkannt. Es gibt auch eine Schriftsprache, die mit griechischen Buchstaben durchsetzt ist, die aber andere Bedeutungen haben, als im Griechischen. Mich erinnerte die Verklärung der als großherzig angesehenen Berber an die Begeisterung, die weiße Kolonisatoren für die Nomaden in Schwarzafrika hatten, in Tansania waren es Massais, und da, wo ich in Tansania lebte, die Barabaigs. Als Kinderärztin hatte ich vor allem mit Müttern und deren Kindern zu tun und konnte in ihrem Familienleben nicht viel Großherzigkeit oder gar Edelmut gegenüber Kindern oder Frauen erkennen.

Das Safranparadies in Marokko von Christine Ferrari

Zurück zu Frau Ferrari, sie hat ihren Platz gefunden und berichtet stolz von der Anerkennung, die sie erfährt. Im Jahr vor unserem Besuch war der Club der Chefköche der Regierungschefs großer Staaten da zum Essen. In diesem Jahr trafen sie sich in Vietnam. Eine Information, die bei uns Satten und Zufriedenen das Wohlbefinden noch weiter steigerte.


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