Funkien

Funkien

In diesem Sommer blüht bei mir eine der Funkien, an der mir alles gefällt: Die großen, fast runden Blätter und nun, endlich, eine schneeweiß glänzende Blüte, mit einem Hauch brillantem Lila. Sie heißt Avocado.

Der Weg dahin hat Jahre gedauert: Als ich mein Buch schrieb, gab es noch nicht einmal ein Kapitel zu ihnen, in Alle meine Lilien erwähne ich, dass ein deutscher Name für Funkien Herzlilie ist, inzwischen weiß ich, dass es eigentlich Herzblattlilie heißt. Sie ist als Blattschmuckpflanze bekannt. Auch ich achtete mehr auf die Blätter, die Weiß statt Gelb enthalten sollten. Denn, wie im Kapitel Die Farbe Gelb erklärt, störe ich mich an den hell-lila Blüten, die sich mit dem Gelb in den Blättern beißen.

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Rezension: Geheime Gärten in Berlin: Die 80 schönsten grünen Oasen von Susanne Gatz

Geheime Gärten in Berlin: Die 80 schönsten grünen Oasen

Das kleine Taschenbüchlein Geheime Gärten in Berlin: Die 80 schönsten grünen Oasen von Susanne Gatz hat es in sich: Grüne Wohlfühloasen in Berlin werden so beschrieben, dass man Lust bekommt, sie aufzusuchen. Auch für uns alte Berliner ist Neues dabei, manchmal ganz in der Nähe.

Dass hier sehr gründlich recherchiert wurde, merkt man schon in der Einleitung: Auf vier schmalen Seiten wird die geographische Beschaffenheit Berlins erläutert und beschrieben, wie sich über die Jahrhunderte eine eigene Gartenkultur entwickeln konnte, bis hin zum „New German Style“. Mir gefiel besonders ein Detail: Es werden die über 70.000 Kleingärten angesprochen und, dass sie öffentlich zugänglich sind. Ob das wohl alle Kleingärtner schon wissen?

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Blumen für den Hochsommer

Blumen für den Hochsommer

Blumen für den Hochsommer: Schon im Kapitel meines Buches zu den Hortensien beschrieb ich, warum diese so lange blühen: die Blüten sind meist Schaublätter, die nicht befruchtet werden und somit auch nicht so schnell vergehen.

Inzwischen habe ich eher weniger von ihnen, dafür werden sie in den langen Wochen ihrer Blütezeit intensiver beobachtet. Als erste kommt die Kletterhortensie zur Blüte, dann die Annabelle, kurz danach die Kyushu (Rispenhortensie), zusammen mit der Eichenblatthortensie. Schon Wochen vorher begegnete mir bei einem Spaziergang in Charlottenburg in der Sybelstraße 5 ein wunderschöner Vorgarten, mit mehreren weißen Hortensien, davon zwei sehr große Eichenblatthortensien, die größten, die ich je in Berlin gesehen habe. Meine verblüht in diesem Jahr in rosa. Und wieder ist ein Gemälde entstanden in dieser weiß-roten Ecke. Die neuen Lilien … haben den gleichen Ton …

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Was ist (uns) ein schönes Staudenbeet wert?

Staudenbeet am Olivaer Platz.
Staudenbeet am Olivaer Platz. Foto: Wolfgang Luber

Im Frühling dieses Jahres hatte ich gelegentlich am Ku’damm zu tun und immer wieder das Staudenbeet neben dem Olivaer Platz bewundert. Ich hatte meine Freude daran schon in meinem Buch (Staudengarten im lichten Schatten) beschrieben. Nun war ein neues Schild da: Der Planer Christian Meyer bat um Spenden zum Erhalt der Anlage. Mein Interesse war geweckt.

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Vor der Sommerpause noch einmal schwer arbeiten

Vor der Sommerpause noch einmal schwer arbeiten: Bald kommt der Hochsommer, wo wir auf keinen Fall pflanzen sollten, nur noch gießen und genießen. Aber vorher heißt es schneiden, schneiden und schneiden. In Gartenratgebern wird davor gewarnt, jetzt brütende Vögel zu stören. Wenn bei uns im Garten ein Nest ist, wissen wir es schon, bevor das erste Ei gelegt ist. Ich glaube, solche Vorschriften sind eher für professionelle Gärtner, die riesige Heckenanlangen beschneiden in anderer Leute Gärten.

Seitdem ich das Kapitel Gärtnern mit Axt und Schere schrieb, haben wir den Kalender dazu erweitert:

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Für blaue Stunden im Juni

Das Buchkapitel Blau im Garten endet mit dem Satz: Der Weg ist das Ziel. Heute will ich von meinem weiteren Weg im blauen Garten berichten.

Rittersporn

Anfangen möchte ich mit dem Rittersporn. Jedes Jahr kaufte ich eine oder zwei Pflanzen, hielt sie im Sommer auf der Terrasse, die Schnecken frei ist (dazu: Gärtnern im Laufe der Zeiten) und pflanzte sie im Herbst ein. Im nächsten Jahr kam immer etwas, aber mal kamen Schnecken, mal auch Nachtfröste, so dass ich immer neue kaufen musste. Im letzten Jahr habe ich sie ganz nah ans Haus gepflanzt. Sie trieben schon im Februar aus und wurden dann mit Schneckenkorn bearbeitet und nachts mit einem Glasgefäß zugedeckt, der den Frost (der zum Glück nie kam), abgehalten hätte. Inzwischen blüht sie mit ihrem besonders klaren Blau.

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Die richtigen Pflanzen finden

Jedes Jahr kaufe ich einen oder zwei Rittersporne (Delphinum), weil die Schnecken die Stauden aufgefressen haben, und meist auch eine Echinacea und eine Rudbeckia triloba. Aber es ist selten, dass ich eine bestimmte Pflanze brauche, sie kaufe und nur mit ihr nach Hause komme. Eine oder zwei mehr dürfen es meist sein. Es ist eher so, dass ein Besuch in der Gärtnerei einen Wellnesscharakter hat, dass ich mir ein genussvolles Shoppen von Schönem erlaube, es genieße und mich noch nicht einmal schäme. Früher habe ich Pflanzen aus einem Fürsorgetrieb heraus gekauft: Wenn am Wochenende im Supermarkt der Hibiskus so aussah, dass er unversorgt bis zum Montagmorgen nicht überlebt hätte, nahm ich ihn mit. Ich rettete gerne Pflanzen vor einem solchen Schicksal. Das war vor der Zeit mit eigenen Kindern.

Inzwischen kaufe ich, was mir gefällt. Es gibt immer wieder etwas, was ich ausprobieren möchte. Manchmal zieht mich eine Pflanze an wie bei Liebe auf den ersten Blick. Erst einmal gehe ich dann weiter, weil ich weiß, was ich heute suche. Aber dann zieht es mich zurück und ich gucke sie genauer an und überlege erst einmal, wofür ich sie brauchen könnte. Wer hat denn bald Geburtstag oder uns einfach so eingeladen? Ich betrachte sie von allen Seiten, hebe sie dafür aus der Reihe der anderen. Dann kann ich einfach nicht widerstehen, und zu Hause kommt sie erstmal im Kübel auf die Terrasse, bis sich ein Anlass oder ein Plätzchen bei mir findet. Was bisher immer gelang.
Um einen möglichen Kaufrausch zu lenken, habe ich eine Regel geschaffen: Was fünfmal eingegangen ist kommt nicht mehr in den Einkaufswagen. Dann ist Trauerarbeit angesagt, darüber, dass diese Pflanzen nicht bei uns blühen möchten. Dazu zählen: Adonisröschen, Enzian, Edelweiß, Götterblume, Alpenveilchen. Bei den von mir so geliebten Kamelien hat sich die fünfte gehalten. Bei dieser zauberhaften Schönheit hätte ich es wohl weiter versucht.

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Chelsea Flower Show und Chelsea Chop

Chelsea Flower Show

Jetzt, in der zweiten Maihälfte, findet sie statt: die Chelsea Flower Show der Royal Horticultural Society (RHS). Diesmal leider nur digital.

Vor einem Vierteljahrhundert war ich Mitglied der RHS geworden für das Jahr, in dem ich in London studierte. Uns Mitgliedern wurden Monate vorher vergünstigte Karten zum Members‘ Day angeboten, man durfte zwei Stück bestellen. Die zweite schickte ich meiner Berliner Nachbarin, die inzwischen meine nächste Gartenfreundin geworden ist. (Ich fragte sie und meine Erinnerung ist richtig: damals siezten wir uns noch!) Ich hoffte, eine Eintrittskarte zu schicken wäre verbindlicher, als nur eine schriftliche Einladung; und es wirkte. Sie kam nach London und wir stürzten uns in das volksfestartige Getümmel.

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Ein paar Gedanken zum Muttertag

Muttertag

Eigentlich finde ich, dass jeder Tag ein Muttertag ist. Was nicht heißt, dass ich mich nicht über den Fliederstrauß freue, den ich immer bekomme. Aber Sie suchen noch nach einem Geschenk? Die Tipps im Kapitel “Ich habe Dir heute ein Paar Blumen nicht gepflückt, um Dir ihr Leben zu schenken“ meines Buches, dessen Titel ein Satz von Christian Morgenstern war, gelten natürlich nicht nur für gartenliebende Mütter und Omas, sondern auch am danach kommenden Vatertag für Väter und Opas.

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