Endlich mal keine Eisheiligen!

Die Eisheiligen sind ausgefallen in diesem Jahr. Die letzten Tage hatten wir hochsommerliches Wetter, vieles ist schnell verblüht. Dazu passt mein Blogbeitrag Knospenknall. Am Dienstag, den 15.Mai, sollte die kalte Sophie kommen, stattdessen hatten wir 20 Grad und (endlich) reichlich Regen in Berlin. Auch nachts kühlt es kaum ab. Nun bin ich zuversichtlich, dass es auch warm bleibt und werde auch die zarten frisch ausgesäten Pflanzen raussetzen.

Im Garten sind nicht nur die Narzissen verblüht, selbst von den Tulpen steht nur noch eine. Am schönsten ist der Gemeinschaftsauftritt von Clematis montana rubens und der Glyzine um unsere Terrasse. Die Salomonsiegel blühen, die Akeleien, die Wiesenrauten, die Porzellanblumen und Purpurglöckchen, die Jakobsleiter.

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Alle meine Lilien

Viele Jahre glaubte ich, Lilien (Lilium) zu haben, doch ich hatte nur Schwertlilien (Iris) und Taglilien (Hemerocallis). Inzwischen habe ich Lilien. Sie kamen in einem geschenkten blühenden Topf, und ihre Zwiebeln wurden nach der Blüte im Herbst ausgepflanzt. Dann kaufte ich im Herbst noch mehrere Zwiebeln, und auch diese Lilien kamen alle gut im nächsten Jahr. Sie müssen sehr tief gesteckt werden, mit einer Erdschicht über ihnen, die mindestens so groß ist wie dreimal ihr Durchmesser. Sie haben schön und lange geblüht, mit ihren typischen Lilienblüten. Im folgenden Jahr war nur eine einzige übrig.

Die Blüten bestehen aus mehreren Blättern, die wie ein Kelch angeordnet sind. Geschlossen ähneln sie einer Glocke, aufgeblüht einem Stern. Sie unterscheiden sich nur wenig von den Taglilien, die etwa zur gleichen Zeit, zu Beginn des Hochsommers, blühen, aber eben zu kurz für meinen Geschmack. Mit der Zeit ist mein Anspruch an die Blühfähigkeit meiner Pflanzen gestiegen. Für einen kleinen Stadtgarten, in dem immer etwas blühen soll, waren sie zu lange einfach nur grün. Und die Blüten dauerten wirklich nur einen Tag. Dafür kamen zwar immer wieder welche nach, aber man musste sich richtig ranhalten, die jeweils verblühten abzuschneiden. Eine gelbe Taglilie, Jake Russel, stand neben einer ebenso gelben Lilie. Da konnte man sehen, wie viel länger die Lilie blühte.

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Knospenknall

Gestern ist der Frühling mit Knospenknall ausgebrochen. Die Menschen auf den Straßen sind beschwingt und bewegen sich anmutig, grüßen überschwänglich. Sind die Straßen nicht auch voller geworden? In unserem Garten tummeln sich alle Hausbewohner, jeder begrüßt die neue Zeit auf seine Weise. Die Enkelkinder arbeiten mit Sand, Erde und Steinen und belegen die Treppen mit ihren Produkten. Da das Wasser im Garten noch abgestellt ist, müssen sie mühselig die Treppe hochlaufen, um in der Küche Wasser zu holen. Sie brauchen viel Wasser und gehen oft. Da die Freude so ansteckend ist, werden sie nicht gestört oder ermahnt, keinen Sand oder gar Erde auf der Treppe zu verschmieren oder hereinzutragen.

Das große Mädchen füllt Schalen mit kleinen Vorfrühlingsblühern und bedeckt den Grabstein des vor Jahren verstorbenen Katers damit. Ein toter Vogel wird im selben Grab verbuddelt und bekommt etwas vom Blumenschmuck ab. Die kleine Schwester deckt ein Tischchen mit Untersetzern, auf dem frische Gras-, Blumen- und Laubsalate angeboten werden. Ich bin weiter milde gestimmt und auch etwas stolz, nicht nur weil sie so schön spielen, sondern auch weil wir so viele Blumen haben, dass man den Verlust nicht merkt. Oder liegt es daran, dass sie ganz behutsam nach der Methode der Indianer pflückt? Indianer lassen keine sichtbaren Lücken entstehen, wenn sie der Natur etwas für ihren Bedarf entnehmen.

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Gärtnern im Mai

Wenn die Vorfrühlingsblüher müde werden und die Bäume blühen, kommt eine vielversprechende Zeit – das Gärtnern im Mai beginnt. Alles grünt, nun gilt es Geduld zu bewahren und weiter auf den Sommer zu warten. Es ist doch schon so warm und die Kübelpflanzen sehen nach dem Winter im Haus erbärmlich aus. Aber vor den Eisheiligen Mitte Mai kommen nur die Harten in den Garten. Von den Kübelpflanzen waren das die Oleander und der Lorbeer, solange, wie wir sie hatten. Die Zimmerhibiski, das Solanum und die Geranien müssen warten. Manche nennen es die Schafskälte, manche die kalte Sophie, und manchmal bleiben die kalten Nächte auch aus. Die Eisheiligen sind vom 12.-15. Mai. Je nach Großwetterlage dürfen die Empfindlichen bei mir auch schon mal um den 10. Mai herum auf die Terrasse.

Danach kaufe ich erst die Geranien und was sonst noch so nötig ist für den Sommer. Das, was vor Ort eingesät wird, muss auch solange warten, die Ringelblumen und die Gänsekresse, die Keimtemperatur liegt deutlich höher als die Temperatur in unseren Nächten im April oder frühen Mai.

Beim Warten auf diese Tätigkeiten kann ich mich erfreuen: An den letzten Tulpen, dem Zierlauch (Allium) in verschiedenen Höhen, den Obstbäumen, dem Mandelbäumchen und der Kerrie, die alle blühen. Die zweijährige Lunaris und die Staude Lunaris redidiva stehen wie Büsche, Dunkelviolett und im bläulichen Weiß. Inzwischen sind alle Stauden so groß, dass ich sie auf Anhieb erkenne.

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Eve Bubenik: Auf der Suche nach dem, was stimmt

Ich mag Menschen, die von ihrer Arbeit begeistert sind, und auch wissen, warum. So ging es mir mit Eve Bubenik: Für meinen Blogbeitrag zu „Bio oder samenfest“ besuchten wir im letzten Jahr ihren Betrieb, die Keimzelle in Vichel in der Ostprignitz.

Im Rahmen der Brandenburger Landpartie, bei dem im Juni Höfe an zwei Tagen Besucher empfangen, hatte Eve Bubenik die Türen geöffnet. Mir gefiel der Hof so gut, dass ich sie nun um ein Interview bat. Ich wollte sehen, was eine Frau dazu bringt, im Rhinluch einen Betrieb aufzubauen, der Samen produziert. An dem gut zweistündigen Gespräch am Ostermontag nahmen unsere Partner teil, für die Keimzelle Herr Winni Brand, der den Betrieb mit ihr führt.

Eve Bubenik wuchs in Berlin-Wilmersdorf auf, in der Innenstadt, aber mit einem Kleingarten in Rudow. Ihre Mutter, eine Landschaftsgärtnerin, nutzte die Laube so oft es ging. Schon als kleines Mädchen kaufte sich Eve vom Taschengeld Samentütchen, gerne auf der Grünen Woche. Sie wurde jedoch oft enttäuscht, wenn nicht mal die Hälfte der Samen zu Pflänzchen wurde. Da die Mutter die Bundesgartenschau mitgestaltet hatte, verbrachte Eve viel Zeit auf dem Gelände.

Als Jugendliche probierte sie Vieles aus, wechselte die Schulen, schmiss schließlich die Schule und später die Lehre als Gärtnerin, immer, wenn sie Dinge tun sollte, die nicht zu ihr passten. Einige Jahre war sie auch ein „Punk vom Kotti“ wie sie sagt und lebte in einer Wagenburg, wo sie, schon zusammen mit Winni Brand, den Garten gestaltete.

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Kiezspaziergänge im Frühling

Kiezspaziergänge sind im Frühling immer etwas länger, da es so viel zu sehen gibt. Wenn ich Lust darauf habe, es so richtig sprießen zu sehen, gehe ich in die Kleingärten. Ihre Zäune sind meist durchsichtig im Gegensatz zu den Villengärten in Wilmersdorf, die vor neugierigen Blicken geschützt sind. Nur die kleinen Vorgärten können wir bewundern.

In den Laubenkolonien lohnte sich auch im Winter ein Besuch: Da gab es Christrosen, die Schneeglöckchen und Krokusse. An einigen Stellen sogar Zaubernuss und Winterjasmin. Diese Winterblüher wurden nun abgelöst durch Frühlingsboten wie Zwiebeln, die im letzten Herbst gesteckt worden sind. Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Traubenhyazinthen stecken ihre Köpfchen raus, auch einige große Kaiserkronen, die in gelb und rot blühen. Mit etwas Glück kommen die Narzissen, Hyazinthen und Traubenhyazinthen über mehrere Jahre wieder, Tulpen werden leider inzwischen so gezüchtet, dass sie nur einmal blühen.

Wenn wir Gärtner sicher sind, dass keine lange Frostperiode mehr ansteht, schneiden wir die alten Blätter, Zweige und Triebe ab, damit sich die neuen Blüten besser präsentieren können. Wer Kompost hat, verteilt eine Schicht auf alle Pflanzen und den Rasen. Das ist Kraftfutter für die neuen Triebe. Einige Pflanzen brauchen keine weitere Düngung und manche möchten etwas gekauften dazu.

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Frühlingsboten

FrühlingsbotenWenn der Frühling naht, muss ich jeden Tag im Garten nach den Frühlingsboten schauen, was blüht, was wächst oder auch nicht. Die Vorfrühlingsblüher wie Winterlinge, Schneeglöckchen und ein Teil der Krokusse sind inzwischen verblüht. Puschkinien und Märzenbecher halten sich noch. Die Osterglocken gehen auf, die Hyazinthen und Traubenhyazinthen kommen als nächstes, und die Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris) strecken ihre schmalen, grasähnlichen Stiele aus, an denen sie in dreißig Zentimetern Höhe in wenigen Tagen ihre gemusterte Blüte entwickeln werden. Da sie an zwei Stellen im Rasen sind, muss ich immer vorsichtig andere Gräser entfernen, um ihnen Platz zu machen. Dann wird eine kleine Schutzvorrichtung aus drei Bambusstäben über sie gestellt, um zu verhindern, dass man auf sie tritt. Inzwischen bauen das die Enkelkinder. Die Schachbrettblume hat noch andere schöne Namen: Auf Deutsch heißt sie auch Kiebitzei und auf Englisch Schlangenkopf.

Endlich ist die große Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) in unserem Garten zum Blühen gekommen! Sie fiel schon unter meine Fünferregel: Wer fünfmal nicht mitspielt, wird nicht mehr gekauft. Aber dann verführte mich ein Sonderangebot zu einem neuen Versuch und es klappte. Und überall blüht der weiße und fliederfarbene Lerchensporn, der immer im Garten war und sich stark vermehrt hat.
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Der Familiengarten anderthalb Jahre nach der Veröffentlichung

Schon als das Buch im Druck war, ahnte ich, dass im Kapitel zum Familiengarten eine Idylle beschrieben wurde, die nun gerade zu Ende ging. Es entsteht beim Lesen der Eindruck, und der war beabsichtigt, die Enkelkinder wären begeisterte Nachwuchsgärtner, die gemeinsam mit den Eltern und Großeltern die Schönheiten der Natur bewunderten. Aber so ist es schon lange nicht mehr.

Wie sieht es heute aus, etwa drei Jahre, nachdem dieses Kapitel zum letzten Mal bearbeitet wurde? Ein Kind hat „seinen“ kleinen Gartenabschnitt zurückgegeben, mit der Begründung, das wäre ihm zu viel Arbeit, die Schule und so. Ein anderes macht es weniger offiziell, aber zieht sich aus der praktischen Arbeit zurück. Und die Große, die über viele Jahre plante, säte, hegte und pflegte, kommt auch nicht mehr dazu. Für alle gilt, dass sie mit Schule, musischen und sportlichen Übungen einfach zu wenig Zeit haben.

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Saatgut: Bio oder samenfest?

samenfest
Garantiert Bio aber nicht samenfest: Hier wird das Puppenmenü zubereitet.
Woher kommt eigentlich das Saatgut für unsere Lebensmittel und was bedeutet samenfest?

Die Erfahrungen mit selbst gesäten Pflanzen passen seit einiger Zeit nicht mehr zu meinem Weltbild. Wenn die Rucolapflanzen anfangen zu blühen, während ich verreist bin, lasse ich die Samen ausreifen und freue mich drauf, sie im nächsten Jahr aussäen zu können. Aber, was danach kommt, ist holzig und schmeckt nicht. Als ich davon im Bekanntenkreis berichtete, erfuhr ich, dass die von mir gekauften Samen wohl Hybriden wären, und ich verstand, dass es besser wäre, wenn „Hybride“ nicht auf der Tüte steht.

Im letzten Frühjahr machte unsere Enkeltochter ein landwirtschaftliches Praktikum auf einem Biohof. Sie brachte, rechtzeitig nach den Eisheiligen, einige Pflanzen mit und ich bekam ein grüne Bohnen Pflänzchen. Es gefiel mir sehr gut, die Bohnen waren sehr lang und breit und ich beschloss, mir davon einige Samen zu ziehen. Obwohl ich alles richtig gemacht hatte, kam nichts. Auch als ich einige Bohnen ins Wasser legte, um sie zum Keimen zu bringen, passierte nichts. Das machte mich neugierig und seitdem lese ich viel darüber, aber es ist nicht leicht, das alles zu verstehen.

Jedes Jahr neues Saatgut erforderlich

Als Erstes fragte ich unsere Enkeltochter und erfuhr, dass die Betreiber des Biohofs Pflänzchen fertig gezogen kauften, und sie dann sowohl anpflanzten als auch verkauften. Sie kaufen also jedes Jahr die Pflanzen neu. Das Merkmal „Bio“ muss sich nur auf den Anbau der Früchte beziehen, sagt aber nichts über die Gewinnung der Samen aus. Klarheit brachte auch das Februarheft 2017 der Zeitschrift „kraut&rüben“: Das Zauberwort heißt samenfest. In einem Artikel werden die auf Samentütchen geläufigen Bezeichnungen erklärt und ich erfuhr, dass die Bezeichnung der Hybride draufstehen kann, aber nicht muss.

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Der Familiengarten

bluetenfreuden-luber-familingarten-1Oft sind kleine Kinder ein Anlass, sich einen Garten zu suchen. Der Familiengarten sollte daher am besten deren Bedürfnissen und Vorlieben entsprechen. Auch wenn sich Enkelkinder ankündigen und man hofft, dass sie sich im Garten gern aufhalten, sind Veränderungen angesagt: Für die meisten kleinen Kinder ist der Buddelkasten ein Muss, schön ist eine Schaukel, oder eine Hängematte, mit der man auch zu mehreren kuscheln und schaukeln kann.

Der Buddelkasten für Kleinkinder sollte nicht zu weit weg sein von dem Ort, an dem sich die Eltern aufhalten. Ideal wäre Morgensonne, damit der Tau weggetrocknet wird, während der Mittagssonne sollte er im Schatten sein. Drum herum sollte nichts Empfindliches wachsen, ruhig Rasen, auch wenn dieser immer wieder Sand abbekommen wird. Der Buddelkasten sollte abgedeckt werden können, im Winter, bei Regen oder auch, damit er nicht als Katzenklo missbraucht wird. Mit etwas Abstand würde ich Beerensträucher pflanzen, wenn die Kinder klein sind. Stachelbeeren und Brombeeren haben Stacheln und kommen deshalb in die hintere Reihe. Später, wenn die Kinder lieber ein wenig außer Sicht der Eltern sein wollen, sind die Sträucher groß genug zum Verstecken und werden gern geerntet. Das wird dann die Naschecke.

Obstbäume sind für Kinder wichtig. Da sie teuer sind, und teurer, je älter sie sind, empfehle ich, sie ganz zu Anfang zu pflanzen, auch wenn man sich vielleicht noch auf einen Umbau des Hauses konzen-triert. Pflanzzeit ist von September bis März. Eine Süßkirsche muss mindestens dabei sein, ein Apfelbaum und eine Pflaume. Birnen haben in Berlin meist den Birnenrost, eine Krankheit, die nicht einfach bekämpft werden kann. Deshalb fällt es schwer, Birnbäume zu empfehlen.

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