Alle Zeit zum Lesen

Gestern habe ich mir noch einmal mein Buchkapitel zum Winter als Lesezeit durchgelesen. Ich nutze weiter die langen Winterabende zum Lesen über das Gärtnern, aber in den letzten Jahren haben sich einige meiner Vorlieben geändert. Ich lese nun gerne in Gartenblogs und will auch davon berichten. Eine Vorliebe bleibt allerdings so wie immer: ich lese lieber, wenn Frauen über Gärten schreiben. Und ich grüble weiter über die Frage, warum das so ist.

Angefangen hatte ich mit Vanessa Giese, die aus einem Garten in Dortmund berichtet. In ihrem Blog hatte sie mein Buch vorgestellt. Sie schreibt über ihr Leben im Ruhrpott insgesamt, hat auch schon ein Buch darüber verfasst mit dem Titel „Da gewöhnze Dich dran.“ Solche Texte erinnern mich daran, dass wir einige Jahre im Ruhrgebiet sehr gerne gelebt hatten. Am besten gefällt mir übrigens ein Beitrag, in dem Gärten keine Rolle spielen: „Alle 262.000 Minuten verliebt sich kein Single über Parship. Ich war 262.000 Minuten lang auf Parship. Ich hätte mich 23.826-mal verlieben können. Ich habe mich kein einziges Mal verliebt.“ Und dann geht es zu den Dates…

Ihr jetziger Garten war ein zugewachsenes Grundstückchen, das sie erst einmal von allerlei Unrat befreien musste. Der Leser kann Raum- und Pflanzenplanungen und -arbeiten verfolgen. Zwei Jahre später glaubte sie, fertig zu sein und nur noch zu Wellnessbesuchen in ihrem Garten zu sein. Träum weiter! denkt die erfahrene Gärtnerin beim Lesen und schmunzelt.

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Die Winterblüher

In diesem Winter blühen nicht nur die Winterblüher sehr hübsch, es kommt auch eine Schwanzmeisengruppe regelmäßig zum Futterplatz: Erst drei, dann vier, dann zwei und einmal alle Sieben. Ich hatte mich schon gesorgt, denn nach meiner Erfahrung treten Schwanzmeisen immer als Gruppe auf. Heute waren es wieder drei und mein Mann konnte sie fotografieren. Nach einer kurzen Phase des Winters glauben die Amseln schon, jetzt wäre es Frühling, sie zwitschern ganz munter.

Die ersten Schneeglöckchen blühen und auch die Winterlinge blühen auf. Selbst der Elfenkrokus im Rasen zeigt sich. Aber König bleibt der Winterjasmin. Meiner ist sehr wüchsig und lässt sich gut vermehren: Er bildet ganz ohne Zutun Absenker, wo immer Zweige auf der Erde liegen. Wenn wir ihn im Frühsommer etwas zurückschneiden, werden auch die abgeschnittenen Teile bewurzelt, nachdem sie etwa zwei Wochen im Wasser stehen. Einige unserer Nachbarn haben meine Ableger inzwischen auch in den Vorgärten und es ist mir immer eine Freude, im Winter an den gelben Wölkchen vorbeizugehen.

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Blühende Sträucher

Beerensträucher blühen auch, aber hier geht es um blühende Sträucher, die wegen ihrer Blüte gepflanzt werden. Die anderen halten wir wegen der Früchte.

Neulich besuchte ich einen großen Garten, der in der DDR, wahrscheinlich lange vor der Wende, mit viel Sachverstand angelegt worden war. Dort gab es die bekannten im Frühling blühenden Sträucher, die uns mit ihrer Blütenfolge erfreuen: Forsythien, Flieder, Ginster, Spiräen, Weigelien, Kolkwitzien, Deutzien und Philadelphus, auch Falscher Jasmin genannt.

Es gab auch Raritäten wie Tamariske und Perückenstrauch oder blühende Hartriegel mit weiß gesprenkelten Blättern, die wie eine Blüte wirken. Leider sah man auch, was geschieht, wenn Sträucher nicht gepflegt werden. Sie hatten große Durchmesser und waren außen grün mit verkahlten Hohlräumen im Inneren, die wie Bunker herumstanden. Sie waren schattengebende Platzräuber. Ich schätze, sie wurden seit der Wende nicht mehr beschnitten. Hier zeigt sich, dass blühende Landschaften regelmäßig gepflegt werden wollen.

In unserer Nachbarschaft wurden diese großen Sträucher auch irgendwann gepflanzt. Nicht viele haben sich halten können, da sie zu gewaltig wurden und zu viel Licht raubten. Bei uns gab es nur eine Haselnusshecke, aber die Nachbarn zu beiden Seiten waren eingerahmt von diesen schönen Frühlingsblühern. Ein Nachbar, dessen Garten auf der Schattenseite liegt, hat vor etwa fünfzehn Jahren gesehen, dass er statt in einem Garten in einem von grünen Wänden umgebenen Schattenhof saß. Er hat viel gefällt und beschnitten und auch uns darum gebeten. Erst fand ich das etwas übergriffig, inzwischen gefällt es mir besser so. Auch bei uns wurde es heller, man kann in die Weite und auf seine schönen Blumen gucken. Im Gegenzug hat er einmal eine neugekaufte orangene Azalee weiter weg von unserem Zaun verpflanzt, da sie sich mit meinem zartrosa Rhododendron am Gartenzaun biss. Meine Bitte fand er sicherlich ebenso übergriffig.

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Blühende Kamelien: „In Galizien regnet es jeden Tag!“

Wer blühende Kamelien sehen will, der sollte für den Frühling eine Reise nach Galizien planen. Im Buchkapitel über unsere Reise dorthin warnte ich schon vor dem Regen in dieser Jahreszeit. Auch wenn wir den Kamelien nur das Beste wünschen, und das scheint Regen zu sein: Ihnen und uns wünschen wir schönsten Sonnenschein beim Besuch …

Im letzten Jahr fuhren wir wieder hin, auch weil Herr Piñeira uns in den Quinteiro da Cruz eingeladen hatte. Diesmal flogen wir über Porto und besuchten danach noch Lissabon. Vorbereitend auf Reisen in für mich neue Länder lese ich gerne Romane, um Stimmungen von Land und Leuten besser zu erfassen. Es wurde ein Roman über die Bewohner eines Hauses in Lissabon von Antonio Lobo Antunes. Besonders sprach mich an, dass er Psychiater war, bevor er Schriftsteller wurde. Welche Einblicke in die Volksseele er haben muss! Im Haus lebte eine verrückte Alte, die niemand so recht ernst nahm. Ihr verrückt Sein bestand darin, dass sie immer wiederholte; „In Galizien regnet es jeden Tag!“

Dort angekommen, erkannten wir, welche Weisheit aus ihr sprach: es regnete wahrhaftig jeden Tag. In unserer Ferienwohnung in Villanova di Arousa blickten wir auf die Ria di Arousa und konnten die Wanderungen der Regenströme verfolgen. Zur Belohnung gab es dann bis zu drei Regenbögen auf einmal zu sehen, ein herrlicher Anblick und das Beste: Wir blieben trocken.

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Vögel füttern

In der Schule wurde uns einmal eine Geschichte von einem Vogel vorgelesen. Er war klein und grau und fühlte sich vom Leben benachteiligt. Besonders litt er an der Winterfutterstelle, wo buntere Vögel immer besser gefüttert wurden. Er beschloss, sich gelbgrün anzumalen, damit er für einen Grünfink gehalten würde. Danach wurde die Geschichte in der Klasse in ihrer ganzen moralischen Tiefe ausgelotet. Obwohl ich, wenn es um Menschen geht, moralische Kategorien bedenke, konnte ich dies für Vögel nicht übernehmen. Ich weiß noch, dass ich dachte: Bunte Vögel finde ich aber auch schöner!

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Zum Neuen Jahr 2019

Vor meinem Neujahrsrundgang im Garten hatte ich mir noch einmal das Kapitel dazu aus dem Buch durchgelesen, wo ich vor ein paar Jahren auf den Spuren des ersten Frosts war. Bis zu diesem Januar hatten wir noch keinen Frost, und ich weiß nicht, ob ich mich nur freuen soll, weil die Kamelienblüten immer noch herrlich weiß strahlen, oder mich sorgen sollte, wegen des Klimawandels…

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Berichte aus Evas Garten – Blütenfreuden etwas anders

Wie würde sich mein Buch Blütenfreuden wohl verkaufen, wenn es nicht Berichte aus Omas Garten hieße? Als ich das Buch letztes Jahr zu Weihnachten verschenkte, schlug die Beschenkte vor, es müsste doch „aus Evas Garten“ heißen, immerhin ist das ja mein Vorname.

Und ich glaube inzwischen, es hätte sich besser verkauft. Als wir den Titel vor drei Jahren gefunden hatten, schien er passend. Die Enkelkinder waren sehr präsent in meinem Leben, in meinem Garten, und sie tauchen in vielen Beiträgen auf. Zwar ohne deren Fotos: Sie hatten mir nur erlaubt, im Rosenkapitel ihre Namen zu nennen. Jetzt, wo Diskussionen über die Persönlichkeitsrechte von Kindern der ihre Fotos postenden Eltern und Großeltern geführt wird, bin ich froh, dass wir darauf verzichteten. Zum Glück haben wir ja die Katze, die den Garten auf vielen Bildern belebt.

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Kamelien in Galizien: Unsere erste Gartenreise

Nachdem ich den Bericht über blühende Kamelien in Galizien gelesen hatte (DIE ZEIT 08/13), begann ich mit dem Planen einer Reise für die Monate Februar oder März, wenn die Blüten ihren Höhepunkt erreicht haben. Wir Rentner schafften es im folgenden Jahr. Kurze Internetrecherchen ergaben, dass es keine für uns geeigneten Reisen von Veranstaltern gibt. Nicht, dass wir lieber eine solche Reise gebucht hätten, wir sind überzeugte und inzwischen erprobte Individualreisende. Die Kataloge für Gartenreisen lasse ich mir seit vielen Jahren schicken und besuche Gärten, die mir darin interessant erscheinen, auf eigene Faust. Dabei entgehen uns vielleicht die Einladungen in Privatgärten, zur Teatime mit selbstgebackenen Scones. Bisher reichten mir die öffentlich zugänglichen Gärten für mein Gartenreiseglück.

In Galizien gibt es eine Gruppe von zwölf Parks, in denen Kamelien wachsen, die als „Ruta de la camelia“ zusammengefasst sind. Die meisten dieser Parks waren früher Adelssitze (Pazos), manche sind noch im Privatbesitz, andere sind öffentlich. Unterlagen auf Spanisch, Englisch und Französisch werden einem zugeschickt, ich bekam auch wunderschöne Hochglanzbildbände. Cir.turgalicia@xunta.es ist eine der Adressen, man kann die Kamelienstraße auch einfach googeln. Während in der Zentrale in Santiago de Compostela (Hauptstadt von Galizien) Mitarbeiter die englische Sprache beherrschen, sind die Beschäftigten der örtlichen Tourismusbüros nicht einmal auf Spanisch in der Lage, wichtige Fragen zu beantworten. Etwa danach, wie der Besuch in den Parks vonstatten geht, nach Öffnungszeiten, Dauer der Führungen oder Preisen. Selbst in den Orten mitten im Kamelienland (Pontevedra, Cambados) war mein Eindruck, dass viele Ortsansässige noch nie einen solchen Park besucht hatten, auch die Beschäftigten an der Hotelrezeption nicht. Die mussten bei den Parks für uns anrufen, denn in den schönen Broschüren stehen nur Telefonnummern, alle Informationen muss man erfragen lassen wenn man nicht gut Spanisch spricht.

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Rezension: Die Intelligenz der Pflanzen von Stefano Mancuso und Alessandra Viola


Auf das Buch Die Intelligenz der Pflanzen von Stefano Mancuso und Alessandra Viola stieß ich über ein Interview im ZEIT Magazin (13/2018) mit Stefano Mancuso. Es gefiel mir so gut, dass ich ein Buch von ihm in meinem Blog besprechen wollte.

Als gutes Geschenk für naturliebende Menschen jenseits der Vierzig kommt natürlich mein Gartenbuch Blütenfreuden in Frage. Aber wer noch etwas für Teenager oder Jugendliche sucht, ist bei diesem Buch gut beraten.

Seit einigen Jahren schreibe ich für die sozial- und gesundheitswissenschaftliche Plattform Socialnet Rezensionen mit dem Ziel, mich dazu zu bringen, neue Bücher bis zu Ende zu lesen und das Gelesene schriftlich zusammenzufassen. Also eine Art Hirnjogging für Wissenschaftlerinnen in Rente. Selten gibt es in neuen Büchern Offenbarungen wie in diesem, deshalb muss ich davon berichten!

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Den Garten winterfertig machen

Für herbstliche Pflanzarbeiten brauchen wir viel Erde, sie wird aus dem Kompost gewonnen und auf den Beeten und in Mulden im Rasen verstreut. Manchmal müssen wir Blumenerde dazukaufen, wenn Ende November die Rosen gehäufelt werden, um die Veredelungsstelle zu schützen.

Wenn alle Pflanzarbeiten fertig sind, können die Blumenzwiebeln gesetzt werden. Immer passiert es, dass beim Graben vormals gesetzte ausgegraben werden. Ich kann mir sowieso schlecht merken, wo sie alle stehen. Ich schreibe mir zwar im Frühling, wenn sie blühen, zum Standort auf: In die Ecke vor Nachbars Zaun muss Gelb hin, möglichst mittelhoch, die Winterlinge am Boden sind als erstes dort, und dann fehlt etwas im April, wenn diese verblüht sind. Wenn ich beim Buddeln an den besten Plätzchen, wo unbedingt etwas hin muss, auf Zwiebeln stoße, kann ich erkennen, dass es Tulpen sind, aber ob oder wann, und in welcher Höhe und Farbe sie blühen, kann ich nur raten. Eine Tulpe, die ich besonders mag, die Shirley, weiß mit lila Streifen am Rand blüht spät und unterhält sich mit den weiß-rosa Blüten der Obstbäume. Bei den anderen reicht es mir bisher, wenn sie gelb, rot, rosa oder weiß sind. Dazu gibt es immer einige Puschkinien und, für Plätze nah am Haus, die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris).→ weiterlesen