Rezension: Die Akte Glyphosat von Helmut Burtscher-Schaden

Die Akte Glyphosat

Rezension zum Buch Die Akte Glyphosat, wie Konzerne die Schwächen des Systems nutzen und damit unsere Gesundheit gefährden von Helmut Burtscher-Schaden.

Wussten Sie, dass deutsche Behörden zur Bewertung der Schädlichkeit von Substanzen nicht-öffentliche Studien der Industrie verwenden? Und denen mehr vertrauen, als veröffentlichten Studien unabhängiger Wissenschaftler? Und, wie 2015/16 zu Glyphosat geschehen, die deutsche Behörde BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) dies sogar für alle europäischen Staaten mitmacht? Ich auch nicht, und ich kann über meine eigene Naivität nur immer wieder staunen.

Aber der Reihe nach: Im Vorwort leitet der Toxikologe H. Clausing in die beiden Teile des Buches ein: Schon 1985 gab es in den USA einen Versuch von Wissenschaftlern, Lügen der Glyphosathersteller über dessen Unbedenklichkeit zu entlarven. Durch medienwirksame Darstellungen und Aktionen gelang es Monsanto, sie zu unterdrücken. Woher man das weiß? Seit etwa 3 Jahren sind in den USA durch Gerichtsbeschluss geheime Dokumente von Monsanto öffentlich zugänglich, jeder kann es nachlesen: Roundup (Glyphosate) Cancer Cases: Key Documents & Analysis

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Reisen mit Gelierzucker im Gepäck

gelierzucker

Letzte Woche beschrieb ich meinen Stress, unseren Apfelüberfluss zu verarbeiten und berichtete von Harald Martenstein, der sich diesem Stress entzieht, indem er Passivbauer geworden ist.

Heute erzähle ich von den schönen Seiten der Früchteverarbeitung: im Urlaub ist es nämlich ganz anders. Vielleicht liegt der Unterschied darin, dass es dann nicht die eigenen Früchte sind, für man sich irgendwie verantwortlich fühlt, sondern die Anderer.

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Schon wieder Apfelkuchen!

Apfelkuchen

Kann man zuviel Apfelkuchen essen?

In seiner Kolumne im ZEIT Magazin schreibt Harald Martenstein von seiner Entwicklung vom Hobbybauern zum Passivbauern. Er besitzt in seinem Grundstück viele Obstbäume und hatte über Jahre versucht, die reiche Ernte zu verteilen, aber selbst die Bekannten hatten schon genug Obst und Marmeladen. Erst als er beschloss, Passivbauer zu werden, konnte er seine Bäume wieder lieben: “Ich esse hin und wieder einen Apfel oder eine Pflaume direkt vom Baum … der Rest des Obstes wird der Natur überlassen, den Insekten, den Vögeln, den sich von Verwesendem nährenden Mikroben.“

Als Passivbauer fühlt er sich so wohl, dass er sogar zwei neue Obstbäume pflanzen konnte. Ob ich jemals die Gelassenheit einer Passivbäuerin erlangen werde? Martenstein ist sieben Jahre jünger als ich und schon so reif! Vielleicht liegt es daran, dass wir Blockadekinder sind? Jedenfalls arbeite ich in den letzten Wochen beharrlich an der Verarbeitung des diesjährigen Apfelreichtums: Endlich sind die Jacques Lebel Äpfel und die des Boskoop Baums aufgegessen und verarbeitet. Der Boskoop trug wie noch nie, viele Äpfel, und manche so groß wie Pampelmusen.

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Was blüht da gelb im Birnbaum?

Jetzt haben wieder die Herbstfarben den Garten übernommen: viel Gelb, Blau und hie und da Rottöne.

Gelb sind noch immer die Nachtkerzen, die Rudbekia nitida und triloba, die Staudensonnenblume, die Sonnenbraut und als Bodendecker der Lerchensporn. Hoch oben, auf drei Metern, in der Birne, blüht ein Kürbis immer weiter. Er wurde im Mai bei Apfeltraum gekauft, wo nicht nur die Tomaten, sondern auch die Kürbisse so schöne Namen hatten, dass man sie gleich vergisst. Wahrscheinlich ein Muscat de Provence.

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Ins Wasser gefallen: Rooftop garden auf einem Parkhaus in München!

Rooftop garden auf Parkhaus in München

Ins Wasser gefallen: Unser Besuch im Rooftop garden auf einem Parkhaus in München!

Vor kurzem habe ich einen Führer zu den neuen Stadtgärten rezensiert. Ich gehöre zur Zielgruppe, die so beschrieben wird: Liebhaberinnen und Liebhaber von Gärten, die „schon fast alle Reisen zu Schlossgärten, Bauerngärten und englischen Landschaftsgärten gemacht haben“ und nun sehen können, wie sie „Ihre Städtereisen mit ihrer Garten- und Pflanzenleidenschaft verbinden können.“

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Im Rausch der Balsaminen!

Balsaminen

Dieses Jahr sind wir im Rausch der Balsaminen! Vor einem Jahr schrieb ich im Blogbeitrag Zum Lob der Einjährigen: Ich hatte im Schlosspark von Babelsberg große Mengen Samen von Balsaminen geerntet und nach Farben getrennt aufbewahrt. Nun stehen sie in voller Blüte, am besten geht es denen in Kübeln und denen in der Sonne. Manche blühen sehr eifrig, andere gar nicht. In einem Buch über Großmutters Blumengarten stand der Tipp, sie möglichst auf höheren Etagen zu platzieren, da die Blüten unter den kräftigen Blättern liegen und sie, wenn man von oben guckt, leicht verdecken.

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Rezension: Rein ins Grüne – Raus in die Stadt von Renate Künast und Viktoria Wegner

Rein ins Grüne - Raus in die Stadt

Das große bunte Buch Rein ins Grüne – Raus in die Stadt liegt vor mir, knapp 180 Seiten, reich bebildert und im (fast) DIN A4 Hochformat aufwändig gestaltet.

Im Vorwort wird die Zielgruppe beschrieben: Liebhaberinnen und Liebhaber von Gärten, die „schon fast alle Reisen zu Schlossgärten, Bauerngärten und englischen Landschaftsgärten gemacht haben“ und nun sehen können, wie sie „Ihre Städtereisen mit ihrer Garten- und Pflanzenleidenschaft verbinden können.“ Die neuen Gärten sind in den Städtereiseführern noch nicht beschrieben, hier wird dies nachgeholt.

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Gärtnern im August: Die Wiesenraute

Wiesenraute

Dieser August ist endlich wieder nach meinem Geschmack: Temperaturen unter dreißig Grad, zwischendurch etwas Regen. Vergessen die Hitze vom Juni, wo die Rosen nur zwei Tage blühten und dann war es schon vorbei. Dazu passt das Kapitel Hochsommer meines Buches, das ich vor etwa fünf Jahren geschrieben habe. Dass die Schmetterlinge ausbleiben, habe ich schon oft geschrieben, aber mir fiel noch etwas Anderes auf: Ich kann den Garten nun so genießen, wie er ist. Gepflanzt wird erst wieder im Herbst. Das Älterwerden hat gute Seiten!

Also ziehe ich durch den Garten, mit der Rosenschere in der Hand und schnippele rum: Die Phloxe werden abgeschnitten, damit sie noch einmal blühen, die Gaura, die Rosen sowieso, die Cosmeen, und dann wird der Samen gleich eingetütet und beschriftet. Leider verblühen die Hortensien in diesem Jahr nicht langsam, indem sie grün und rosa werden, sondern braun; also auch bei ihren Blüten schnappt die Schere zu.

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Ein Abend im Schein der Nachtkerze

Nachtkerze
Foto: Lucia und Leonie Luber

Die großblütige Nachtkerze ist eine der Lieblingsblumen unserer Nachbarn. Von ihnen hatte ich auch den Tipp, kleinblütige nicht mehr zuzulassen, sondern nur noch diese mit ihren großen Blüten an die passenden Stellen zu verpflanzen. Im Buchkapitel Mit den Wilden spielen berichte ich darüber. Die Blüten öffnen sich am Abend, jetzt, im Sommer, so ab zwanzig Uhr und bleiben bis zum nächsten Vormittag geöffnet. Dann erst verblühen sie und am Abend kommen die nächsten Knospen dran.

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Lyon, Frankreich: Rosa Mir, ein Schrein im Hinterhofgärtchen

Rosa Mir

Rosa MirIn Lyon gibt es ein kleines Gärtchen zu besichtigen, Rosa Mir, wie ein begehbares Märchen, auf weniger als 400 Quadratmetern in einem Hinterhof. Schon die Geschichte seiner Entstehung berührt: Ein aus Spanien stammender Kunsthandwerker mit dem Namen Jules Senis hatte während einer schweren Krankheit beschlossen, seiner Mutter ein Denkmal zu setzen und es nach ihr zu benennen, Rosa Mir Mercedes. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus 1962 baute er fünfundzwanzig Jahre lang daran, bis zu seinem Tode. Es liegt im 4. Arrondissement von Lyon.

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