Was blüht im Hochsommer?

Was blüht im Hochsommer? An allen Ecken stehen Hortensien mit ihren dauerhaften Blüten. Auch in diesem Sommer sind sie wegen ihrer Schaublüten, die nie zu Samen ausreifen, meine Favoriten. Sie können wochen-, ja, monatelang blühen, manche verändern dann die Farben etwas, die Kyushu und die Eichenblatthortensie, changieren zu Rosatönen.

Und vor der Letzteren steht eine weiße Lilie, mit rosa Streifen, schon wieder ist ein Bild fertig. Dazu kommt das Kapitel, Alle Gärtner sind zugleich Maler, wo ich beschreibe, wie ich in unserem Garten Pflanzenarrangements wie Gemälde inszeniere.

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Alle Gärtner sind zugleich Maler,

maler-3doch nur wenige Maler sind auch Gärtner, mit diesem Satz wird das Kapitel über den Garten von Claude Monet in Giverny eingeleitet. Marie-Françoise Valery hat den Text in einem großen Bildband über Gärten in Frankreich (Taschen) geschrieben. Mir schmeichelt diese Behauptung, weil ich nicht gut malen kann, aber umgeben bin von begabten Menschen: Die beiden Großväter meines Mannes waren Kunstmaler von Beruf und haben ihre Begabungen vererbt, und auch die Schwiegertochter bringt einiges mit: Ihre Mutter ist Bärbel Müller, von der neben dem Titelbild auch einige der Gartenbilder gemalt wurden. Bessere Fotos als ich machen schon die Enkelkinder! Aber die Farben und Formen interessieren mich, und im Garten gestalte ich mit ihnen. Jetzt kann ich mir also einreden, dass auch ich eine Malerin wäre; schon Vita Sackville-West sagte: „… one has the illusion of being an artist painting a picture.“ Ich gebe mich der Illusion hin, ich wäre eine Impressionistin mit Hang zu expressionistischen Kontrapunkten.

„Monet hat die vierzig schon überschritten, als er Giverny für sich entdeckt.“ So beginnt das Buch Ein Garten wird Malerei von Horst Keller (Dumont). Das war 1883. In den ihm bleibenden gut vierzig Jahren hat er mit seiner großen Familie sein Paradies geschaffen, um es malen zu können. In den ersten Jahren legte er den „clos normand“, den Bauerngarten an, wo Gemüse und Blumen gezogen wurden, die Kinder mussten abends wässern. Mehr und mehr säumten Zierpflanzen die Beete, inzwischen bestimmen sie den Garten. Besonders schön ist es im Mai (Tulpen, dann Schwertlilien und Pfingstrosen) und im August (Kapuzinerkresse und Geranien). Alle Pflanzungen tauchen auf seinen Bildern auf. Später gestaltete er in einem anderen Teilstück des Gartens seine Wasserlandschaft. Monet hat Zeit seines Lebens in der Nähe von Gewässern gelebt und sich neben seinem Grundstück einen Bach, die Ru, gekauft. Dieser speist den großen spielerisch geschwungenen Teich, so angelegt, dass er den Wasserstand regulieren konnte. In seinen letzten Lebensjahren, als er schlechter sehen konnte, malte er fast nur noch die riesigen Seerosenbilder, nach Vorlage der Blüten auf diesem Teich, den nymphéas.

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Blühende Sträucher

Beerensträucher blühen auch, aber hier geht es um blühende Sträucher, die wegen ihrer Blüte gepflanzt werden. Die anderen halten wir wegen der Früchte.

Neulich besuchte ich einen großen Garten, der in der DDR, wahrscheinlich lange vor der Wende, mit viel Sachverstand angelegt worden war. Dort gab es die bekannten im Frühling blühenden Sträucher, die uns mit ihrer Blütenfolge erfreuen: Forsythien, Flieder, Ginster, Spiräen, Weigelien, Kolkwitzien, Deutzien und Philadelphus, auch Falscher Jasmin genannt.

Es gab auch Raritäten wie Tamariske und Perückenstrauch oder blühende Hartriegel mit weiß gesprenkelten Blättern, die wie eine Blüte wirken. Leider sah man auch, was geschieht, wenn Sträucher nicht gepflegt werden. Sie hatten große Durchmesser und waren außen grün mit verkahlten Hohlräumen im Inneren, die wie Bunker herumstanden. Sie waren schattengebende Platzräuber. Ich schätze, sie wurden seit der Wende nicht mehr beschnitten. Hier zeigt sich, dass blühende Landschaften regelmäßig gepflegt werden wollen.

In unserer Nachbarschaft wurden diese großen Sträucher auch irgendwann gepflanzt. Nicht viele haben sich halten können, da sie zu gewaltig wurden und zu viel Licht raubten. Bei uns gab es nur eine Haselnusshecke, aber die Nachbarn zu beiden Seiten waren eingerahmt von diesen schönen Frühlingsblühern. Ein Nachbar, dessen Garten auf der Schattenseite liegt, hat vor etwa fünfzehn Jahren gesehen, dass er statt in einem Garten in einem von grünen Wänden umgebenen Schattenhof saß. Er hat viel gefällt und beschnitten und auch uns darum gebeten. Erst fand ich das etwas übergriffig, inzwischen gefällt es mir besser so. Auch bei uns wurde es heller, man kann in die Weite und auf seine schönen Blumen gucken. Im Gegenzug hat er einmal eine neugekaufte orangene Azalee weiter weg von unserem Zaun verpflanzt, da sie sich mit meinem zartrosa Rhododendron am Gartenzaun biss. Meine Bitte fand er sicherlich ebenso übergriffig.

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Hochsommer

Hochsommer-1Der Schmetterlingsflieder macht seinem Namen alle Ehre: der weiße, der sich selbst ausgesät hat und direkt vor der Terrasse steht. Den ganzen Tag lockt er Schmetterlinge an, manchmal kommen sie in Scharen. Mitten in der Großstadt gibt es Tagpfauenaugen, Distelfalter, kleine Füchse und einige Weißlinge zu sehen. Wir sitzen und gucken, und wenn ein neuer dabei ist, wird er im Schmetterlingsbuch aufgesucht.

Die Phloxe blühen und duften. Sie haben sich stark vermehrt und bilden blühende Wände. Die Hortensien setzen ihre Bälle dazwischen, am meisten gefällt mir Annabelle, sie blüht jetzt wie ein Blumenkohlkopf, um dann später ins cremig-grünliche zu wechseln. Die Sonnenhüte blühen in Weiß und Rosa, auch die gelben fangen an. Die Sterndolden und meine Einjährigen, die Sonnenblumen, Balsaminen, Trichterwinde und Schmuckkörbchen kommen dazu, und Rosen und Lavendel sind unerschöpflich. Wie die Schmetterlinge drängen sich die Hummeln in die Blüten und brummen. Einschläfernd schön und beruhigend.

Es gibt kaum etwas zu tun im Garten, jetzt haben Ruhe, Gelassenheit und Faulenzen ihre Zeit. Inzwischen kann ich das besser. Nur das Wässern ist jetzt ein Muss. An den Stellen, wo der Regen nicht hinkommt, und wenn es trocken ist, sowieso. Die Hortensien bekommen immer einen extra Schluck, wenn sie blühen und die Blätter in der Hitze hängenlassen.

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Endlich: Die blaue Hortensie ist wieder blau geworden!

Die blaue Hortensie ist wieder blau geworden! Nun gehen auch bei den letzten Hortensien die Blüten auf, etwa zwei Wochen früher als normal, so warm ist es in diesem Jahr. Im Kapitel zu den Hortensien beschreibe ich meine Mühen um das Blaubleiben blauer Hortensien genauer. Sie brauchen einen besonderen Dünger, der Aluminiumsulfat enthält, zusätzlich muss im geeigneten Moment, wenn die Knospen schon gut ausgebildet sind, der Boden angesäuert werden.

Was habe ich diesmal anders gemacht? Ich habe schon im Februar mit dem Düngen angefangen, also mehr gedüngt, als auf der Packung angegeben war und habe diesmal mit Zitronensäure gesäuert, sonst nahm ich Essigessenz, wie es gerade da war. In einem Heft der Zeitschrift kraut und rüben vom letzten Jahr finde ich den Hinweis, dass es manchmal mehrere Jahre dauert, bis sie uns mit ihrem Blau belohnen, Aber es hat sich gelohnt! Das Blau ist heller und strahlender, als ich es in Erinnerung hatte, es ist schon über zehn Jahre her, dass ich sie geschenkt bekam. Wie man mit den Schwierigkeiten mit blauen Blüten umgeht steht alles im Kapitel Blau im Garten!

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Hortensien

Im Sommer werde ich oft gefragt, ob ich wohl eine besondere Vorliebe für Hortensien habe. Und, wenn ich mich im Garten umgucke, ist der Eindruck nachvollziehbar, sie sind in jeder Ecke. Angefangen mit ihnen habe ich, als die Kinder aus der Schule waren und nicht mehr mit uns verreisten: Wir blieben in den Monaten Juli und August in Haus und Garten, dort gab es vor allem Grün in Grün zu sehen. Nun blühen seit einigen Jahren viele Phloxe, Purpursonnenhüte (Echinacea), Astern, mehr Einjährige und eben Hortensien. Sie vor allem helfen mir, Räume zu gestalten. Neulich war ich in einem schönen und sehr großen Garten. In seiner offenen Weite wirkte er etwas flach, und ich dachte, mit Hortensien hätte er mehr Spannung. Sie fehlten dort als Strukturbildner, die im Juli ihre farbintensiven Blüten zeigen. Rot, Rosa, Blau und Violett, bei mir sind viele weiß. Und selbst die weißen haben Farbtöne, die unterschiedlich leuchten.

Wochenlang blühen sie und verändern dabei nur langsam ihre Farbschattierungen. Ihre große Beständigkeit während des gesamten Hochsommers macht für mich ihren Reiz aus. Was wir sehen, sind sterile Schaublütenblätter. Bei den Bauernhortensien wird der große Blütenkopf von Schaublüten gebildet, bei den anderen, den Tellerhortensien, besteht nur der Rand aus diesen beständigen Schaublüten. Sie können nicht befruchtet werden und bleiben so dauerhaft als Blüten bestehen. Aus anderen Blüten in der Mitte der Tellerhortensien kann auch Samen gewonnen werden. Die Geschichten ihrer Entwicklung zu der in Deutschland am häufigsten produzierten Topfpflanze sind spannend. Die Hortensien wurden meist aus Ostasien eingeführt, teilweise unter dramatischen Umständen, gerade weil sie kaum Samen bilden, die man gut hätte schmuggeln können.

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Blau im Garten

Als ich das erste Mal zu dem berühmten Garten in Sissinghurst/England pilgerte, Mitte Oktober 1994, war ich überwältigt davon, wieviel überhaupt noch blühte – vor allem vom Blau im Garten. Manche Beete wirkten wie Sommerbeete. Am meisten hat mich der Purple border, ein Randbeet, beeindruckt. Ich erinnerte es als überwiegend bläulich, und das war, wie ich später sah, ein Fehler. Aber zuerst wollte ich so etwas auch.

Ich begann danach bei mir, an einem Randbeet alle Blautöne zusammen zu pflanzen, und musste sehen, dass es selten passte. Eigentlich bin ich damit immer noch nicht fertig. Dazu fällt mir ein Spruch von Klaus Foerster ein, den ich eigentlich gar nicht zitieren wollte: „Wer mit seinem Garten zufrieden ist, der hat ihn nicht verdient.“ Ich lehne die ihm zugrunde liegende protestantische Haltung der Pflichterfüllung ab, in Gärten noch mehr als sonst im Leben. Zu meinem unerfüllten Streben nach einem blauen Beet passt der Satz leider doch. Aber, irgendwann, bald, werde ich mit dem Blau in meinem Garten zufrieden sein und es verdient haben!

Zum zweiten Mal war ich 2011 im Juni in Sissinghurst und stellte fest, dass mein Lieblingsbeet, der purple border, eher purpurrot war, und Blau nur als Mischfarbe fungierte. Ich hatte das Thema verfehlt. Außerdem war das Beet ein Sonnenbeet, was man allerdings nur ahnte, da es den ganzen Tag geregnet hatte. Trotzdem wurde mir klar, dass ich so etwas in meinem kleinen Stadtgarten in Berlin nie schaffen könnte.

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Freude am Mai vermiest: Wir haben keine Schmetterlinge mehr!

Wir haben keine Schmetterlinge mehr! Aber sonst war dieser Mai nach meinem Geschmack: schön warm, die Eisheiligen ausgefallen und schon seit Mitte Mai blühen meine Lieblinge, die Rosen. Das Kapitel Rosen in meinem Buch passt sehr gut dazu. Es war eines der ersten und ist, wie Sie sehen werden, recht lang.

Aber was war schlecht daran? Die Schmetterlinge! In diesem ganzen Jahr habe ich erst vier Stück gesehen. Ich dachte, wenn der erste Schmetterlingsstrauch blüht, kämen sie. Die frühe Buddleja alternifolia blüht seit über einer Woche,. Aber erst heute habe ich den ersten Schmetterling gesehen. Einen kleinen Fuchs. Keiner kann sagen, dass ich zu wenig auf der Terrasse gesessen hätte, wegen des warmen Wetters wohne ich fast dort und beobachte die vielen Vögel, die mit unserem Vogelfutter ihre Jungen füttern. Auch daran ist die Freude getrübt. Wie passt das alles zusammen?

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Rosen

Als wir den Garten übernommen haben, gab es ein großes Beet mit roten und rosa Rosen, zwei kleinere alleinstehende und mehrere Kletterrosen, alle rot. Damals erschienen mir nicht nur die Farbe Rot, sondern auch Rosen irgendwie langweilig. Inzwischen, 30 Jahre später, sind es mehr geworden, ich habe viele Pflanzen durch Rosen ausgetauscht. Sie blühen von Mai bis Oktober, manche, etwa die Mirato, die Lucia und das Schneewittchen, bis in den November, und wenn kein Frost kommt, sogar bis in den Januar hinein. Mein oberstes Gärtnerziel ist, immer etwas Blühendes zu sehen. Und da mein Garten klein ist, achte ich bei den Blumen sehr auf eine anteilig hohe Blütezeit während des Gartenjahrs. So wurden Rosen zu meinen Lieblingen.

In den ersten Jahren habe ich schöne Rosen gekauft und dann gepflanzt. Besonders interessant und neu waren mir, wie vielen anderen in dieser Zeit, die historischen Rosen oder auch englische Rosen. Und manche bekam ich geschenkt. Die meisten sind eingegangen, und anfangs verstand ich nicht, warum. Rückblickend sehe ich, wie schlecht ich sie behandelt hatte: Sie hatten Schattenplätze, sie hatten keine ausreichende Bodenfläche zum Wachsen, vor allem diejenigen, die an einem Baum hochklettern sollten, hatten keinen Platz für ihre tiefgreifenden Wurzeln.

Als ich einmal eine Rose geschenkt bekam, kümmerte ich mich nicht um ihren Namen, anfangs machte ich das noch nicht. Sie wurde wie eine Beetrose behandelt, und dann fragte ich mich, warum ihre Zweige mit den großen Blüten immer knickten. Als ich den Unterschied zwischen einer Beet- und einer Kletterrose kennenlernte und zufällig die Beschreibung einer Papi Delbard (Großvater Delbard) las, war ich sicher, dass diese Rose, die ihre Blütenköpfe nicht halten konnte, das sein könnte. Sie bekam dann eine Kletterhilfe. Hätte ich das Etikett gleich beachtet, wäre es ihr besser ergangen.

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Düngen und andere Hilfsmittel

Das Düngen dient dem Wachstum der Pflanzen, ihrer Stärke und Blühfreudigkeit. Erfolge sind allerdings nicht immer sicher auf den Dünger zurückzuführen. Am deutlichsten sieht man sie beim Rasen: Er ist nach dem Aufbringen des Düngers viel grüner und dichter – und muss öfter gemäht werden. Ich sagte ja schon, dass ich nicht viel von übertriebener Rasenpflege halte und eigentlich Wiesen schöner finde. Seit einigen Jahren düngen wir nun alles, nicht nur den Rasen. Dabei, vor allem aber beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, ringen wir noch um das rechte Maß.

Als ich Kind war, freute man sich über die Fortschritte der Chemie, vor allem über Insektizide. Ich erinnere mich, dass wir im Sommer immer sehr viele Mücken hatten, in der Nähe war ein Löschwasserteich. Einmal sprühten wir am Abend, vorm Schlafengehen, die Zimmer kräftig aus. Danach wurden Fenster nicht mehr geöffnet, um alle Mücken zu vernichten, da musste man durch. Es gelang auch gut, leider starben auch die Zierfische. Obwohl ich sie nie besonders mochte, es waren Gubbys, ahnte ich, dass hier etwas ungut war. Und die Entwicklung gab mir Recht. Nun habe ich noch einmal in meiner Sammlung alter Gartenratgeber nachgelesen und darin die Laufbahn der Pflanzenschutzmittel in Deutschland verfolgt.

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