André Hellers Garten am Gardasee

Seit unserem Besuch in Anima, dem von ihm geschaffenen Garten in Marokko, musste ich unbedingt auch André Hellers Garten am Gardasee besuchen. Er liegt am Gardasee in Gardone Riviera. Nun haben wir es geschafft! In älteren Reiseführern ist von einem Botanischen Garten die Rede, geschaffen von einem „deutschen Zahnarzt“ Dr. Hruska im frühen 20. Jahrhundert.

Heller hat den Garten 1988 gekauft und umgestaltet. Über zwanzig Skulpturen, teils von namhaften Künstlern geschaffen, sind in der Landschaft verteilt. Buddhas sind dabei, auch ein Pan. Dazu gibt es eine Liste mit den Namen dieser Kunstwerke und ihrer Schöpfer. Am originellsten die „mostri spuntanti“, (spuckende Monster) von Heller selbst geschaffen: zwei Männerköpfe, asiatisch anmutend, die in drei Metern Abstand voneinander sich abwechselnd anspucken.

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Was zählt für Enkel einer Gartenoma?

Was zählt für Enkel einer Gartenoma? Als ich vor fünfzehn Jahren begann, Gartentexte zu schreiben, waren die Enkel noch Kinder. Im Buch, das 2016 erschien, tauchen sie in vielen Kapiteln auf, nicht nur im Familiengarten. Was ich da noch nicht wusste: Eigentlich war da das Omagartenenkelidyll schon beendet. Im Januar 2019 schreibe ich davon, in: Berichte aus Evas Garten, Blütenfreuden etwas anders. Inzwischen spielen sie nicht mehr im Garten, aber sie erleben die Klimakrise als etwas, dem sie ausgesetzt sind, während ich als Alte davon ausgehen kann, es mir in meinen Garten noch eine Weile schön machen zu können.

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Hoffnungsschimmer am Schmetterlingsflieder

Schmetterlingsflieder
Älteres Foto.

Erst die guten Nachrichten: Heute sitzen zur selben Zeit fünf Schmetterlinge auf dem Schmetterlingsflieder (Buddleya): drei Admirale, ein Pfauenauge und ein Weißling. Nun bilde ich mir gerne ein, es hängt damit zusammen, dass die Bundesbahn nicht mehr Glyphosat verwendet, also auch nicht am S-Bahnring in der Nähe.

Und wir haben Trichterwindenwände an mehreren Stellen, die Samen sitzen überall in der Erde, mein Mann meint schon, ich müsste sie reduzieren … Vielleicht im nächsten Jahr.

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Was zum Lachen?!

Das erste Mal habe ich das hämische Lachen im Autoradio gehört: Elon Musk lacht Anwohner aus, die bei einem Termin an der Baustelle seiner E-Automobilfabrik befürchten, das Wasser würde knapp, wenn die Produktion losgehen wird. „Diese Region hat so viel Wasser. Sehen Sie sich um!“

Ich dachte: Muss ein Fabrikant aus den USA wissen, was nicht nur die Bauern und Gartenbesitzer im Nordosten Deutschlands schon wissen, auch der brandenburgische Umweltminister und das Leibniz-Institut, nämlich dass es seit Jahren zu wenig regnet?

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Klimawandel oder Klimakrise?

Sonnenauge
Sonnenauge.

Klimawandel oder Klimakrise? Anfangs dachte ich noch, es würde einfach nur ein bisschen wärmer, damit könnte ich bis zu meinem Lebensende klarkommen: Wenn Sie meine Blogbeiträge der ersten Jahre lesen, sehen Sie, wie ich mich darüber freute, dass wir jetzt auch Pflanzen ausprobieren können, die bisher nur südlich von uns gedeihen: Feige, Säckelblume, Bartblume. Die Kamelien mussten einige Winter nicht in Noppenfolie eingepackt werden, die Zitrone war zwei Jahre nicht im Wintergarten. Aber es wird nicht nur wärmer, sondern wechselhafter: In diesem letzten Winter kam die Zitrone dann bei den sehr kalten Nächten zu spät nach drinnen und die Spitzen ihrer Zweige erfroren.

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Jetzt die Zweijährigen für nächstes Jahr aussäen!

Jetzt die Zweijährigen für nächstes Jahr aussäen! Zurzeit blühen in jeder Nacht die Nachtkerzen (Oenothera) und verströmen ihren Duft. In diesem Jahr bei uns so groß wie noch nie, fast wie bei den Nachbarn vor zwei Jahren. Unsere Nachbarin hatte mich dazu gebracht, nur die Nachtkerzen mit großen Blüten zuzulassen. Sie sind Zweijährige, das heißt, dass es erst ein Jahr lang nur eine Blattpflanze gibt, wie auch bei Akeleien, Fingerhüten oder Stockrosen, und im zweiten Sommer erst die Blüten. Danach stirbt sie (meist) ab. Die Nachtkerzen versamen sich im Überfluss, viele werden entfernt, manche etwas weiter nach hinten gesetzt und manche dürfen dableiben, wo es ihnen passt. Ähnlich ist es mit den Karden: sie versamen sich überall. Da sie schmale Säulen bilden, lasse ich manche auch im Vordergrund stehen, aber die meisten werden ausgerupft.

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Wie lange können Buchsbäume eigentlich leben?

Wie lange können Buchsbäume eigentlich leben? Seit einigen Jahren gibt es kaum Gespräche unter Gärtnern, in denen nicht über Buchserfahrungen, meist sind es schlechte, gesprochen wird. Darum geht es heute. Erst die gute Nachricht: Manche Buchse bringen es auf über vierhundert Jahre! Gerade komme ich von einer Exkursion des Vereins Denk mal an Berlin zurück, wo es zu herrschaftlichen Anlagen in Sachsen-Anhalt ging. Sie hatten auch Gärten, deren Wiederherstellung aber bei den meisten eher im Planungszustand war, noch gilt es, die Gebäude zu retten.

Schlosspark Krumke.

Anders in der Parkanlage Krumke deren Pflege seit Jahren der Gemeinde Osterburg obliegt. Der Chefgärtner, Ulf Garlipp, führte uns. Diese älteste bekannte Buchshecke Europas, stolze 400 Jahre alt, zieht sich, meterweit und teilweise haushoch, durch den Park. Zum Schneiden sei man seit Jahren nicht mehr gekommen, mir gefiel dieser Anblick gut. Dass ich mit der „art topiaire“ (Kunst, Pflanzen zu schneiden) fremdele, habe ich schon in meinem Buchkapitel Der grüne Garten beschrieben.

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Stadtwildtiere

Stadtwildtiere

Stadtwildtiere heißt ein Projekt, das, aus Zürich kommend, auch in Berlin die Beobachtungen der Menschen von ihren tierischen Besucher/innen bündelt. Nun glauben wir nicht mehr, dass es etwas Besonderes wäre, wenn in unserem Garten, keine hundert Meter außerhalb des S-Bahnrings gelegen, Füchse und Waschbären ein- und ausgehen.

Gut 1500 Rotfüchse gäbe es in Berlin, den Landfüchsen hätten sie sich schon sehr entfremdet, und fressen gerne Döner oder Katzenfutter statt Mäuse und Insekten. Mindestens drei davon haben wir mit unserer Wildtierkamera gefilmt. Wenn aufgelegte Nüsse verschwanden, dachten wir anfangs immer nur an Eichhörnchen, eine Zeitlang waren sie sogar zu dritt. Über die Beziehungen der Eichhörnchen untereinander hatten wir noch gegrübelt; als der nachbarliche Kater eines gejagt und gefressen hatte! Inzwischen kommt wieder nur ein einzelnes Eichhörnchen, so wie es bei Einzelgängern zu erwarten ist.

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Rezension: Das große Buch der Gärtnerinnen & Gärtner von Anja Birne und Marion Nickig

Das große Buch der Gärtnerinnen & Gärtner ist nicht nur groß, es wiegt über drei Pfund: „Das gesamte Gartenwissen aus 100 interessanten Gärtnereien“ in Buchform. Es ist breiter als DIN A4 und mit einem Hardcover versehen. Man braucht beide Hände, um es zu halten, wie einen Schatz.

Die Gärtnereien liegen in Deutschland, die meisten in Niedersachsen, je vier in Österreich und in der Schweiz. Die Betriebe werden über ihre Gärtner/innen vorgestellt, mit Namen und Fotos. Wir erfahren auch das Gründungsjahr; es sind viele Traditionsbetriebe dabei, am ältesten die Späth’sche Baumschule in Berlin, die im letzten Jahr ihr 300. Jubiläum feierte. Es gibt Angaben zu den Mitarbeiter/innen und dazu, wie die Produkte vermarktet werden. Beim Zusatz In der Nähe werden touristische Attraktionen in der Umgebung aufgezählt.

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Weiß im Garten

Pfingstrose.
Hesperis.

Nachdem ich den letzten Blogbeitrag über Weiß im Garten geschrieben hatte, sah ich immer mehr Weißes, das auch noch darein gepasst hätte. Als Erstes die Hesperis in unserem Garten. Als wir dann nach Norddeutschland fuhren, um die wiedergewonnene Reisefreiheit auszunutzen, fuhren wir auf der Autobahn und vor allem Landstraßen an den schönsten Sträuchern oder weiß-blühenden Bäumen vorbei. Also muss es einen zweiten Teil geben!

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