Strukturbildner im Garten

Die großen Strukturbildner im Garten sind natürlich die Bäume, zwei Kirschen, eine Pflaume, eine Birne und vier Apfelbäume, alle wurden schon immer möglichst randständig gepflanzt, naja, die Kirschen gehen schon auf die Mitte zu. Der Garten ist etwa 15 x 25 Meter klein. Dann kommen als Sträucher zwei größere Buddleja alternifolia, ein Flieder, zwei Hibiski und drei Buddlejas. Sie alle sind entlang der Gartengrenzen aufgereiht, nur die mittelgroßen, wie Strauchrosen, Hochstammrosen und Hortensien, dürfen zur Mitte aufrücken. Mit ihnen und einigen Beerensträuchern gibt es an allen Ecken und Seiten auffallende Strukturen.

Von hinten grüßt ein Gartentor klassisch mit Natursteinsäulen und Holzbogen, in dem Winterjasmin, rote Rosen, rosa und weiße Waldreben (Clematis) nacheinander blühen. Davor ist eine Magnolie liliiflora Susan gepflanzt, die schlank und aufrecht wachsend das Tor bewacht. Vor dem großen Regen waren die großen Horste der Flammenblume (Phlox) den Sträuchern ebenbürtig, danach lagen sie darnieder. Ich ging und kaufte viele Stützvorrichtungen, auch für die hohen Rudbeckien, die Himbeeren und Sonnenblumen und die Fetthenne. Im Winter kann man sich nicht vorstellen, was alles während der Blühzeiten zu stützen ist, ein gutes Dutzend dieser metallenen Geräte, in Stahl oder auch in rostigem Eisen, steht dann im Schuppen. Manche Pflanzen stehen dauerhaft hoch, die Hochstammrosen und -beeren, sie werden durch Stahlstäbe gestützt.
→ weiterlesen

Staudengarten im lichten Schatten

Wenn die Stauden im Frühling durch die Erde kommen, erscheinen sie mir immer wie kleine Wunder: Nach monatelangem Winterschlaf melden sie sich zurück, auch der Staudengarten im lichten Schatten. In den ersten Jahren, in denen ich sie noch nicht so gut kannte, kam noch die Überraschung dazu, wer sich da wohl zeigen möchte und wann sie blühen würden. Im Frühling zum Beispiel das Lungenkraut (Pulmonaria), dann Pfingstrosen (Päonia) und die Tränenden Herzen (Dicentra), im Sommer die Sterndolde (Astrantia), Schafgarbe (Achillea), Flammenblumen (Phloxe), Rudbeckien, Glockenblumen (Campanulae) und Fetthenne (Sedum) und im Herbst die Gräser, Eisenhut (Aconitum), Chrysanthemen und Astern.

Da wir kaum hohe Bäume in unseren Gärten haben, liegen die meisten Beete im lichten Schatten. Den Schatten werfen die Häuser, unseres eingeschlossen, die Obstbäume und die hohen Sträucher. Die Sonnenflächen überwiegen zwar, aber sie sind dem Rasen, als Bereich zum Sonnen oder Spielen, vorbehalten. Und damit sind die Sonnenplätze schon fast aufgeteilt. Denn die Rosen sind als Königinnen immer in der Sonne, die Lilien und die Ein- und Zweijährigen oder geschenkte oder gekaufte Neuheiten, eigentlich müsste es mehr Sonnenplätzchen geben!

Es geht also darum, zu sehen, wer mehr Schatten verträgt. In diesem Spiel gibt es Regeln, die sich rasch ändern: Wie kann ich vorhersehen, wie der Strauch oder der Baum über der Pflanze sich entwickelt? Vielleicht so sehr, dass er abgeschnitten werden muss und dann plötzlich ein überstrahlter Sonnenplatz entstanden ist? Also kürze ich einige der Schattenspender, oder, leider immer wieder notwendig, ich pflanze um.
→ weiterlesen

Frühlingsboten

FrühlingsbotenWenn der Frühling naht, muss ich jeden Tag im Garten nach den Frühlingsboten schauen, was blüht, was wächst oder auch nicht. Die Vorfrühlingsblüher wie Winterlinge, Schneeglöckchen und ein Teil der Krokusse sind inzwischen verblüht. Puschkinien und Märzenbecher halten sich noch. Die Osterglocken gehen auf, die Hyazinthen und Traubenhyazinthen kommen als nächstes, und die Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris) strecken ihre schmalen, grasähnlichen Stiele aus, an denen sie in dreißig Zentimetern Höhe in wenigen Tagen ihre gemusterte Blüte entwickeln werden. Da sie an zwei Stellen im Rasen sind, muss ich immer vorsichtig andere Gräser entfernen, um ihnen Platz zu machen. Dann wird eine kleine Schutzvorrichtung aus drei Bambusstäben über sie gestellt, um zu verhindern, dass man auf sie tritt. Inzwischen bauen das die Enkelkinder. Die Schachbrettblume hat noch andere schöne Namen: Auf Deutsch heißt sie auch Kiebitzei und auf Englisch Schlangenkopf.

Endlich ist die große Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) in unserem Garten zum Blühen gekommen! Sie fiel schon unter meine Fünferregel: Wer fünfmal nicht mitspielt, wird nicht mehr gekauft. Aber dann verführte mich ein Sonderangebot zu einem neuen Versuch und es klappte. Und überall blüht der weiße und fliederfarbene Lerchensporn, der immer im Garten war und sich stark vermehrt hat.
→ weiterlesen

Gärten machen Arbeit

Gärten machen ArbeitGärten machen Arbeit, das ist bekannt. Und dass Gartenarbeit Spaß macht, auch. Aber nicht jede Gartenarbeit macht gleich viel Spaß, und obwohl die Menschen und ihre Vorlieben unterschiedlich sind, gibt es Gartenarbeiten, die niemand wirklich gern macht, bei uns sind das Unkrautausstechen und Kompostumsetzen. Wenn der Rasen riesig ist, wird das Vertikutieren eine Qual, und manchmal sogar das Rasenmähen. Man will ja nicht immer arbeiten, einfach nur im Garten sitzen, oder liegen, ist auch schön.

Bei uns kommt hinzu: das Alter fordert seinen Tribut. Ich sehe meinen Mann nicht gern auf der Leiter, wenn er die eingegangene Clematis aus der Kletterrose entwirrt. Die jüngeren Familienmitglieder sind mit ihren Kindern und dem Berufsleben so ausgefüllt, dass sie die Gartenzeit mehr als wir zur Freizeitgestaltung brauchen. Das heißt, dass sie gerne sitzen oder vielleicht mal eine gemütliche Arbeit machen, im Stehen oder Gehen, was ihnen gerade Spaß macht. Auf Knien Unkraut stechen ist leider nicht dabei.

→ weiterlesen

Das Buch „Blütenfreuden – Berichte aus Omas Garten“ ist nun erhältlich!

bluetenfreuden-luber-buchDas Buch „Blütenfreuden – Berichte aus Omas Garten“ ist ab sofort über die Website bestellbar – schicken Sie uns einfach über das Kontaktformular eine Mail und wir melden uns dann bei Ihnen! Die Stärke des Buches sind Geschichten gepaart mit jahrzehntelanger Gartenpraxis!

Als kleine Leseprobe werden hier drei Kapitel aus meinem Buch vorgestellt. Im Inhaltsverzeichnis sehen Sie, wo sie im Buch zu finden sind. Jedes Kapitel hat seinen Schwerpunkt, wobei diese in drei Hauptgruppen unterteilt werden können, die sich natürlich auch etwas überschneiden. Einmal geht es um die Pflanzenpersönlichkeiten, dann um die Jahreszeit, in der sie ihren Auftritt haben und dann zum Konzeptionellen, zum Hintergrund und den Überlegungen die mich dazu veranlassten, sie so zu inszenieren, wie sie erscheinen. Überall gibt es Zitate aus den vielen Gartenbüchern, die ich im Laufe der Jahrzehnte dazu gelesen habe.

inhaltsverzeichnis

 

Der Familiengarten

bluetenfreuden-luber-familingarten-1Oft sind kleine Kinder ein Anlass, sich einen Garten zu suchen. Der Familiengarten sollte daher am besten deren Bedürfnissen und Vorlieben entsprechen. Auch wenn sich Enkelkinder ankündigen und man hofft, dass sie sich im Garten gern aufhalten, sind Veränderungen angesagt: Für die meisten kleinen Kinder ist der Buddelkasten ein Muss, schön ist eine Schaukel, oder eine Hängematte, mit der man auch zu mehreren kuscheln und schaukeln kann.

Der Buddelkasten für Kleinkinder sollte nicht zu weit weg sein von dem Ort, an dem sich die Eltern aufhalten. Ideal wäre Morgensonne, damit der Tau weggetrocknet wird, während der Mittagssonne sollte er im Schatten sein. Drum herum sollte nichts Empfindliches wachsen, ruhig Rasen, auch wenn dieser immer wieder Sand abbekommen wird. Der Buddelkasten sollte abgedeckt werden können, im Winter, bei Regen oder auch, damit er nicht als Katzenklo missbraucht wird. Mit etwas Abstand würde ich Beerensträucher pflanzen, wenn die Kinder klein sind. Stachelbeeren und Brombeeren haben Stacheln und kommen deshalb in die hintere Reihe. Später, wenn die Kinder lieber ein wenig außer Sicht der Eltern sein wollen, sind die Sträucher groß genug zum Verstecken und werden gern geerntet. Das wird dann die Naschecke.

Obstbäume sind für Kinder wichtig. Da sie teuer sind, und teurer, je älter sie sind, empfehle ich, sie ganz zu Anfang zu pflanzen, auch wenn man sich vielleicht noch auf einen Umbau des Hauses konzen-triert. Pflanzzeit ist von September bis März. Eine Süßkirsche muss mindestens dabei sein, ein Apfelbaum und eine Pflaume. Birnen haben in Berlin meist den Birnenrost, eine Krankheit, die nicht einfach bekämpft werden kann. Deshalb fällt es schwer, Birnbäume zu empfehlen.

→ weiterlesen

Alle Gärtner sind zugleich Maler,

maler-3doch nur wenige Maler sind auch Gärtner, mit diesem Satz wird das Kapitel über den Garten von Claude Monet in Giverny eingeleitet. Marie-Françoise Valery hat den Text in einem großen Bildband über Gärten in Frankreich (Taschen) geschrieben. Mir schmeichelt diese Behauptung, weil ich nicht gut malen kann, aber umgeben bin von begabten Menschen: Die beiden Großväter meines Mannes waren Kunstmaler von Beruf und haben ihre Begabungen vererbt, und auch die Schwiegertochter bringt einiges mit: Ihre Mutter ist Bärbel Müller, von der neben dem Titelbild auch einige der Gartenbilder gemalt wurden. Bessere Fotos als ich machen schon die Enkelkinder! Aber die Farben und Formen interessieren mich, und im Garten gestalte ich mit ihnen. Jetzt kann ich mir also einreden, dass auch ich eine Malerin wäre; schon Vita Sackville-West sagte: „… one has the illusion of being an artist painting a picture.“ Ich gebe mich der Illusion hin, ich wäre eine Impressionistin mit Hang zu expressionistischen Kontrapunkten.

„Monet hat die vierzig schon überschritten, als er Giverny für sich entdeckt.“ So beginnt das Buch Ein Garten wird Malerei von Horst Keller (Dumont). Das war 1883. In den ihm bleibenden gut vierzig Jahren hat er mit seiner großen Familie sein Paradies geschaffen, um es malen zu können. In den ersten Jahren legte er den „clos normand“, den Bauerngarten an, wo Gemüse und Blumen gezogen wurden, die Kinder mussten abends wässern. Mehr und mehr säumten Zierpflanzen die Beete, inzwischen bestimmen sie den Garten. Besonders schön ist es im Mai (Tulpen, dann Schwertlilien und Pfingstrosen) und im August (Kapuzinerkresse und Geranien). Alle Pflanzungen tauchen auf seinen Bildern auf. Später gestaltete er in einem anderen Teilstück des Gartens seine Wasserlandschaft. Monet hat Zeit seines Lebens in der Nähe von Gewässern gelebt und sich neben seinem Grundstück einen Bach, die Ru, gekauft. Dieser speist den großen spielerisch geschwungenen Teich, so angelegt, dass er den Wasserstand regulieren konnte. In seinen letzten Lebensjahren, als er schlechter sehen konnte, malte er fast nur noch die riesigen Seerosenbilder, nach Vorlage der Blüten auf diesem Teich, den nymphéas.

→ weiterlesen