Das Tomatenjahr geht seinem Ende zu

In diesem Jahr gibt es viele Tomaten, wir essen sie immer noch täglich. Im letzten Jahr schrieb ich, dass ich es mit mehr Pflanzen versuchen würde. Es wurden drei Harzfeuer, zwei Cocktailtomaten und zwei Tamina, die ich als Pflänzchen kaufte. Dazu kamen mehrere namenlose, die sich zum Teil selbst aussäten, teils hatte ich Samen aus leckeren kleinen birnenförmigen Tomaten gezogen.

Am 12.8. erschien im Berliner Tagesspiegel ein Artikel „Wie Tomaten gerettet werden“. Es geht um Pflegetipps für wechselhafte Witterungen. Sie bringen die Tomaten zum Platzen. Diese Erfahrung machte ich auch schon im letzten Jahr. Ursache ist das wechselhafte Wetter, so wie wir es in diesem Jahr besonders oft hatten. Es gibt auch Sorten, die weniger anfällig sind.

Bei der Wasserzufuhr geht es nicht nur, wie ich bisher dachte, um zuviel Wasser durch andauernde Regenfälle sondern auch um einen zu großen Wechsel zwischen trocken und nass. Ich werde also mehr darauf achten, dass sie regelmäßig gegossen werden.

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Gräser müssen sein

bluetenfreuden-luber-graeser-2Als die junge deutsche Gartenplanerin Gabriella Pape in England auf der Chelsea Flower Show, dem Hollywood unter den Gartenschauen, ausstellen durfte, erregten die angepflanzten Gräser größte Aufmerksamkeit. Als ich dies las, fiel mir rückblickend auf, dass ich in England vor über zwanzig Jahren selten Gräser als Strukturbildner in Gärten gesehen habe. Da sind wir hier, vor allem in Berlin, mit ihnen vertrauter. Selbst öffentliche Plätze, vor allem die neueren Anlagen, wie etwa auf dem Olivaer Platz, zeigen viele Gräser. Auf der Landesgartenschau in Oranienburg schwelgte man in hohen Gräsern. Als ihr „Entdecker“ kann Klaus Förster gelten, der Gräser gartentauglich machte, wie man auch in seinem Garten bei Potsdam sehen kann. Von ihm gibt es viele eingängige Sprüche zu Gärten, hier nun der zu Gräsern: Er bezeichnet sie als das Haar der Mutter Erde.

Im Sommer 2011 besuchte ich den neu angelegten Garten des Arundel Schlosses an der englischen Südküste und sah viele Gräser, so als wären sie nun auch dort eingeführt. Es gab eine Vielzahl an Gräsern, nicht nur das riesengroße Pampasgras, das dort vom Golfstrom warmgehalten wird.

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Blau im Garten

Als ich das erste Mal zu dem berühmten Garten in Sissinghurst/England pilgerte, Mitte Oktober 1994, war ich überwältigt davon, wieviel überhaupt noch blühte – vor allem vom Blau im Garten. Manche Beete wirkten wie Sommerbeete. Am meisten hat mich der Purple border, ein Randbeet, beeindruckt. Ich erinnerte es als überwiegend bläulich, und das war, wie ich später sah, ein Fehler. Aber zuerst wollte ich so etwas auch.

Ich begann danach bei mir, an einem Randbeet alle Blautöne zusammen zu pflanzen, und musste sehen, dass es selten passte. Eigentlich bin ich damit immer noch nicht fertig. Dazu fällt mir ein Spruch von Klaus Foerster ein, den ich eigentlich gar nicht zitieren wollte: „Wer mit seinem Garten zufrieden ist, der hat ihn nicht verdient.“ Ich lehne die ihm zugrunde liegende protestantische Haltung der Pflichterfüllung ab, in Gärten noch mehr als sonst im Leben. Zu meinem unerfüllten Streben nach einem blauen Beet passt der Satz leider doch. Aber, irgendwann, bald, werde ich mit dem Blau in meinem Garten zufrieden sein und es verdient haben!

Zum zweiten Mal war ich 2011 im Juni in Sissinghurst und stellte fest, dass mein Lieblingsbeet, der purple border, eher purpurrot war, und Blau nur als Mischfarbe fungierte. Ich hatte das Thema verfehlt. Außerdem war das Beet ein Sonnenbeet, was man allerdings nur ahnte, da es den ganzen Tag geregnet hatte. Trotzdem wurde mir klar, dass ich so etwas in meinem kleinen Stadtgarten in Berlin nie schaffen könnte.

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Düngen und andere Hilfsmittel

Das Düngen dient dem Wachstum der Pflanzen, ihrer Stärke und Blühfreudigkeit. Erfolge sind allerdings nicht immer sicher auf den Dünger zurückzuführen. Am deutlichsten sieht man sie beim Rasen: Er ist nach dem Aufbringen des Düngers viel grüner und dichter – und muss öfter gemäht werden. Ich sagte ja schon, dass ich nicht viel von übertriebener Rasenpflege halte und eigentlich Wiesen schöner finde. Seit einigen Jahren düngen wir nun alles, nicht nur den Rasen. Dabei, vor allem aber beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, ringen wir noch um das rechte Maß.

Als ich Kind war, freute man sich über die Fortschritte der Chemie, vor allem über Insektizide. Ich erinnere mich, dass wir im Sommer immer sehr viele Mücken hatten, in der Nähe war ein Löschwasserteich. Einmal sprühten wir am Abend, vorm Schlafengehen, die Zimmer kräftig aus. Danach wurden Fenster nicht mehr geöffnet, um alle Mücken zu vernichten, da musste man durch. Es gelang auch gut, leider starben auch die Zierfische. Obwohl ich sie nie besonders mochte, es waren Gubbys, ahnte ich, dass hier etwas ungut war. Und die Entwicklung gab mir Recht. Nun habe ich noch einmal in meiner Sammlung alter Gartenratgeber nachgelesen und darin die Laufbahn der Pflanzenschutzmittel in Deutschland verfolgt.

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Tomaten, die Paradiesäpfel

Tomate-2Seit gut zehn Jahren kann man wieder leckere Tomaten kaufen. In den Jahrzehnten davor hatte ich mir das Tomatenessen fast abgewöhnt, die geschmacklose Frucht, die unter dem Namen Hollandtomaten den Markt beherrscht hatte, war der Grund. Mein persönlicher Tomatentiefpunkt lag in den neunziger Jahren in Südfrankreich, als ich im September einen schönen Salat plante. Die richtige Jahreszeit dafür, dachte ich. Die einzigen Tomaten, die es beim Gemüsehändler im kleinen Ort gab, kamen aus Belgien und waren „Hollandtomaten“.

Inzwischen gibt es eine gute Auswahl das ganze Jahr über zu kaufen. Trotzdem habe ich den Ehrgeiz, selbst Tomaten zu ziehen und, bitte schön, im Überfluss zu ernten. Es liegt an meinen Kindheitserinnerungen, die durch einen Bücherfund im Antiquariat geweckt wurden: Johannes Böttners Gartenbuch für Anfänger. Meines ist die 11. Auflage von 1911. Böttner hat Tomaten im Brandenburgischen heimisch gemacht. Noch 1885, als er hoffte, diese Tomatenmode, die in England schon angekommen war, auch hier einzuführen, wurden die Früchte „als etwas Fremdartiges angestaunt“, man verweigerte sich, und sie mussten an Schweine verfüttert werden. Er bewarb Tomaten über Jahre, und erst 1903 gelang es bei einem Tomatenfest des Frankfurter (Oder) Gartenbauvereins, mit verschiedenen Tomatengerichten und Rezepten Interesse zu wecken.

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Saatgut: Bio oder samenfest?

samenfest
Garantiert Bio aber nicht samenfest: Hier wird das Puppenmenü zubereitet.
Woher kommt eigentlich das Saatgut für unsere Lebensmittel und was bedeutet samenfest?

Die Erfahrungen mit selbst gesäten Pflanzen passen seit einiger Zeit nicht mehr zu meinem Weltbild. Wenn die Rucolapflanzen anfangen zu blühen, während ich verreist bin, lasse ich die Samen ausreifen und freue mich drauf, sie im nächsten Jahr aussäen zu können. Aber, was danach kommt, ist holzig und schmeckt nicht. Als ich davon im Bekanntenkreis berichtete, erfuhr ich, dass die von mir gekauften Samen wohl Hybriden wären, und ich verstand, dass es besser wäre, wenn „Hybride“ nicht auf der Tüte steht.

Im letzten Frühjahr machte unsere Enkeltochter ein landwirtschaftliches Praktikum auf einem Biohof. Sie brachte, rechtzeitig nach den Eisheiligen, einige Pflanzen mit und ich bekam ein grüne Bohnen Pflänzchen. Es gefiel mir sehr gut, die Bohnen waren sehr lang und breit und ich beschloss, mir davon einige Samen zu ziehen. Obwohl ich alles richtig gemacht hatte, kam nichts. Auch als ich einige Bohnen ins Wasser legte, um sie zum Keimen zu bringen, passierte nichts. Das machte mich neugierig und seitdem lese ich viel darüber, aber es ist nicht leicht, das alles zu verstehen.

Jedes Jahr neues Saatgut erforderlich

Als Erstes fragte ich unsere Enkeltochter und erfuhr, dass die Betreiber des Biohofs Pflänzchen fertig gezogen kauften, und sie dann sowohl anpflanzten als auch verkauften. Sie kaufen also jedes Jahr die Pflanzen neu. Das Merkmal „Bio“ muss sich nur auf den Anbau der Früchte beziehen, sagt aber nichts über die Gewinnung der Samen aus. Klarheit brachte auch das Februarheft 2017 der Zeitschrift „kraut&rüben“: Das Zauberwort heißt samenfest. In einem Artikel werden die auf Samentütchen geläufigen Bezeichnungen erklärt und ich erfuhr, dass die Bezeichnung der Hybride draufstehen kann, aber nicht muss.

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Die Farbe Gelb

bluetenfreuden-luber-farbe-gelb-3Die Winterlinge in der Farbe Gelb sieht man im Vorfrühling viel besser als die Schneeglöckchen. Wir sitzen ja noch im geheizten Zimmer und gucken heraus. Sie bilden bei uns große gelbe Teppiche, die mit ihren breiten hellgrünen Halskrausen wie sommerliche Butterblumenwiesen aussehen. Schon einige Wochen vorher gab es die Zaubernuss mit ihren zarten gelben Würmchen zu sehen. Danach kommen Krokusse und wie kleine Trompeten die Narzissen, und irgendwann die Forsythien und Tulpen. Gelb ist die Farbe, die den Frühling einläutet.

Im tiefsten Schatten blüht die Waldsteinie. An den Beeträndern lasse ich Löwenzahn zu, von weitem nicht zu unterscheiden vom Gemswurz, dem Doronicum. Während sie als Staude nicht immer gut über den Winter kommt, leuchtet der Löwenzahn ohne mein Zutun üppig an allen Beeträndern. Die Enkelkinder sind aus dem Alter des Pusteblume-Pustens heraus, und trotzdem werden sie nicht weniger. Dazu wieder ein Spruch von Karl Foerster. Er wurde gefragt, was er gegen Löwenzahn im Rasen mache. „Lernt den Löwenzahn lieben“ war seine Antwort. (Ein Garten der Erinnerung). Mir gelingt das inzwischen besser als meinem Mann, der sie lieber beseitigen möchte. Ich denke mir einfach, dass sie Gemswurze sind, aus der Ferne sehen sie ja genauso aus.

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