Rezension: Begrünen was geht von Wolfgang Heidenreich und Antje Krause

Begrünen was gehtDas Buch Begrünen was geht ist für eine junge Zielgruppe verfasst, der Tag #machsnachhaltig blinkt auf den Umschlagseiten, die Informationen sind kurz und knackig, viele Ausrufezeichen, zwischendurch Kästchen mit Zahlen und Fakten: “Let’s make the world green again!“

Anfangs habe ich als Gartenoma etwas gefremdelt, vielleicht, weil ich geduzt wurde? Aber dann sah ich, dass hier Fachwissen vermittelt wird. Es kommen als Einleitung die guten Gründe, für mehr Grün, gerade in der Klimakrise, etwa, weil es durch Verdunsten kühlt, es ist ein Feinstaubfilter und es bricht Schallreflexionen und macht so „den Lärmpegel mess- und hörbar geringer.“

Dann wird vorgeschlagen, mehr für Bienen zu tun, was sind Bienen-Stauden, was Bienen-Gehölze? Sie haben nur ein Fenstersims zu Verfügung? Dann kann es ein Töpfchen mit Kräutern sein. Geländer und Zäune werden begrünt, hier kommen Tipps vom Fachmann, welche Pflanzen in welchen Kübel, soll es schnell wachsen oder nicht? #machsnachhaltig gilt dann für Vogelhäuschen, Mülltonnenboxen oder den berankten Zaun. Es liest sich gut und gibt auch Tipps für grüne Daumen, die erst im Wachsen sind.

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Vom Wintergarten in den winterlichen Garten

Vom Wintergarten in den winterlichen Garten: Im Januar habe ich vor allem über Gärten gelesen. Zu Weihnachten hatten wir Doro, der Gärtnerin, den Kalender des Gärtner Pötschke geschenkt, ein Abreißtageskalender in einem Old School Design mit ebensolchen Sprüchen und Tipps. Das hat Spaß gemacht, dann las ich auch meine eigenen Blogbeiträge der Vorjahre, und da alles genauso geblieben war, wie es schon dastand, die Zaubernuss, der Schneeball und der Winterjasmin blühen, konnte ich es einfach so stehen lassen.

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Rezension: Der lange Atem der Bäume von Peter Wohlleben

Der lange Atem der Bäume

Der lange Atem der Bäume von Peter Wohlleben: Wie Bäume lernen, mit dem Klimawandel umzugehen – und warum der Wald uns retten wird, wenn wir es zulassen

Der aussagekräftige Untertitel könnte schon eine Zusammenfassung des Buches sein. Es ist in drei recht unterschiedliche Kapitel aufgebaut: Die Weisheit der Bäume, die Ignoranz der Forstwirtschaft und der Wald der Zukunft.

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„Großzügigkeit ist eine Tugend der Bewohner des Paradieses“ 

„Großzügigkeit ist eine Tugend der Bewohner des Paradieses“ 
„Großzügigkeit ist eine Tugend der Bewohner des Paradieses“ 

Dass das persische Wort für Garten das gleiche ist, wie das für Paradies, hat mir schon beim Schreiben des ersten Kapitels meines Buches gefallen. Jetzt ist Gelegenheit, der Frage weiter nachzugehen: Im Pergamonmuseum gibt es (bis zum 20.2.2022) eine kleine Ausstellung mit Illustrationen persischer Gartenbücher, der Fotos von den Freuden Berliner Kleingärtner gegenübergestellt werden. Dazu passt auch die Ausstellung zu Kunstwerken verschiedener Epochen im Iran in der James-Simon Galerie (bis zum 20.3.2022), in der auch die interessanteren Gartenbilder zu sehen waren.

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Über Gärten lesen

Kurz vor Weihnachten ist im Garten kaum noch etwas zu tun, die Sensiblen sind schon im Wintergarten und werden maßvoll begossen. Noch hatten wir keinen Frost, die Rosen treiben weiter Knospen, am eifrigsten Schneewittchen und Mirato. Der Star war allerdings die Barkarole, diese Edelrose hatte eine Knospe in zwei Meter Höhe! Das sah in der Vase aus wie ein Himmelskörper, und musste ein bisschen zurückgeschnitten werden, um schön zu sein.

Nun kommt die Zeit des Lesens: Ich hatte schon in den Sommersemesterferien wieder einmal einen Studientag in der Gartenbibliothek der TU Berlin eingelegt. Anders als im Buch beschrieben, braucht man nun, wegen Corona, einen Ausweis (für €10 im Jahr) und muss einen Arbeitstisch vorab mit Zeitfenster buchen. Das Vorhängeschloss ist weiter wichtig, um Garderobe und Taschen einzuschließen!

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Wem das Lachen vergeht

Fast ein halbes Jahr lang war hier die Kolumne über Armin Laschet, der sich im Rahmen des Wahlkampfes herzlich lachend über die Versicherung von Elon Musk freute, dass es genug Wasser in der Umgebung seiner geplanten Autofabrik gäbe. Das Problem der benötigten Wassermenge schien ihm nicht bekannt. Ich schrieb: „Dann kam ich zum Grübeln: brauchen wir in Deutschland eigentlich noch einen neuen Autohersteller? Die anderen fangen doch auch an mit den E-Mobilen! Und jeder Tag in Berlin zeigt doch, dass es schon mehr als genug Autos gibt.

Noch gibt es nur eine vorläufige Baugenehmigung …“

Inzwischen wird die Fabrik weiter gebaut, Auto werden auch schon produziert, in Erwartung der Genehmigungen. Man hat schon versucht, mit den vorhandenen Mitarbeitern einen Betriebsrat zu gründen, was bedeutet hätte, dass später eingestellte nicht gleiche Chancen gehabt hätten, so als wären Ablehnungen nicht mal denkbar.

Wird der Betrieb genehmigt werden, obwohl klar ist, dass das Wasser nicht reichen wird, also die Trinkwasserversorgung der Region nicht mehr gewährleistet wäre? Der Wirtschaftsminister ist sehr dafür, der Umweltminister nicht so, wer wird sich durchsetzen? Zum Lachen ist es jetzt nicht mehr …

Rezension: Hier wächst nichts von Jörg Pfenningschmidt und Jonas Reif

Sollte man ein Buch mit dem Titel Hier wächst nichts wirklich lesen wollen, wenn es sich so abstoßend präsentiert? Auf dem Titelbild wächst wirklich nichts, und auch die Rückseite verspricht kein erbauliches Buch über Gartenkultur. Sehen Sie selbst!

Da gibt es „62 % Gartenerfahrung aus naturidentischen herben Rückschlägen und bitteren Erkenntnissen, … 15 % grober Unfug aus 42 % Alkohol in der Herstellung … aber auch 12 % Humor aus zertifiziertem Raubbau.“ Ihr Eindruck stimmt: Hier gibt es Satire, wie wir sehen werden, über moderne Gartenboomtrends, über Gartenliebhaberinnen und ihre Gatten. Leider haben Kleinkinder und Schwangere in Gärten keinen Zutritt, aber es gibt Geistvolles, möglicherweise geschrieben nach Genuss von Berauschendem.

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Lila Herbstfreuden und das diesjährige Lieblingsrezept für Apfelkuchen

Lieblingsrezept für Apfelkuchen

In diesem Jahr, so etwa zwanzig Jahre nachdem wir ihn gepflanzt haben, hat der Boskoop Apfelbaum richtig gut getragen und ich verrate euch mein Lieblingsrezept für Apfelkuchen. Er ist, wie unser Baumflüsterer sich ausdrückt, ein Alternanzträger, das heißt: nur alle zwei Jahre gibt es reichlich Äpfel, in diesem Jahr haben wir genug, um sie bis in den Dezember hinein aufzuheben. Und ich „musste“ schon viermal meine Lieblingstorte vom Kapitel Erntefreuden backen, für mindestens noch zwei weitere wird es noch reichen.

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