Gartendenkmäler in Berlin – Besuche mit Führung

Gartendenkmäler in Berlin – Seit einiger Zeit bin ich Mitglied im Verein Denkmal an Berlin, e.V.. Wir werden zu Führungen eingeladen, die selbst für Einheimische Überraschungen bieten. Diesmal ging es zu sechs Gartendenkmälern im Südwesten Berlins, ein Juwel folgte dem anderen. Wir wurden von den Besitzer*innen empfangen, die, kein Zufall, auch Mitglieder*innen im Verein sind. Geführt wurden wir von Herrn Dr. von Krosigk, der von 1978 bis zu seiner Pensionierung die Gartendenkmäler in Berlin gerettet hatte. Sie waren oft noch versteckt gewesen unter hohen Bäumen, die nicht nur die Aussicht versperrten, sondern auch Brunnen oder andere kunstvolle Anlagen versteckt hielten. Durch Herrn v. Krosigks Beratung und Unterstützung waren die Gärten so originalgetreu wie möglich restauriert worden. Es gibt über einhundertfünfzig dieser Gärten in Berlin. Die Hälfte der besuchten Häuser waren von Hermann Muthesius entworfen worden, eines war sogar von ihm bewohnt gewesen.

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Gärtnern im Laufe der Zeiten

Gärtnern im Laufe der Zeiten – damals, als ich noch keinen Garten hatte, habe ich gerne Zimmerpflanzen aus Ablegern gezogen. In den Siebzigern waren Usambaraveilchen modern, und ich lernte, aus einem Blatt ganze Pflanzen zu ziehen. Voll Stolz brachte ich sie zum Blühen. Einmal gab es sogar fünf Blüten. Allerdings zu einer Jahreszeit, als Pflanzen voller Blüten in den Supermärkten für zwei Mark angeboten wurden. Da es mir um die vielen Blüten ging, ließ mein Ehrgeiz nach. Viele meiner Gartenfreundinnen suchen ihre Erfüllung im Gärtnern beim Säen, Pikieren und Ziehen, meine Freude hieran hat mit dem Älterwerden weiter nachgelassen. Allerdings lasse ich mich inzwischen von den Enkelinnen doch wieder motivieren, Neues auszuprobieren.

Aus meiner Zeit als Zimmerpflanzengärtnerin erinnere ich mich an unseren Untermieter, eine Zimmerlinde, die Jahr für Jahr blühte und vier Quadratmeter des Wohnzimmers bewohnte, oder die Monstera, die bis an die Decke herangewachsen war… Inzwischen habe ich gar keine Zimmerpflanzen mehr, geschenkte Orchideen, Azaleen oder Alpenveilchen dürfen im Wohnzimmer bleiben, bis sie abgeblüht sind. Manchmal schenke ich mir selbst eine, aber immer mehr finde ich, Pflanzen mit Wurzeln gehören nach draußen.

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Eine ganz Besondere: Die Rose de Resht

Rose de Resht
Foto: Nicole Caute

Bei Gartenbesuchen in diesem Frühling habe ich die Rose de Resht in ihrer Vielseitigkeit erkannt. Einmal waren sie in einem Gartendenkmal in einem Landhaus in Berlin. Sie erschien vor einer Terrasse in einer Reihe mehrerer Hochstämmchen, gut einen Meter hoch. Die Gartenbesitzerin beschrieb sie als Damaszenerrose.

Im Rosenkapitel beschrieb ich ja schon, dass die alten Rosennamen mich eher verwirren. Ich nahm das zum Anlass, im Internet über ihre Geschichte zu lesen: sie stammt aus dem vorderen Orient, wurde aber seit Jahrhunderten in Frankreich weitergezüchtet und als Portlandrose bezeichnet. Ihre Farbe und ihr Duft sind faszinierend, es sind Duftrosen, also Damaszener. Anders als andere Portlandrosen blüht sie mehr als einmal im Jahr.

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Gräser müssen sein

bluetenfreuden-luber-graeser-2Als die junge deutsche Gartenplanerin Gabriella Pape in England auf der Chelsea Flower Show, dem Hollywood unter den Gartenschauen, ausstellen durfte, erregten die angepflanzten Gräser größte Aufmerksamkeit. Als ich dies las, fiel mir rückblickend auf, dass ich in England vor über zwanzig Jahren selten Gräser als Strukturbildner in Gärten gesehen habe. Da sind wir hier, vor allem in Berlin, mit ihnen vertrauter. Selbst öffentliche Plätze, vor allem die neueren Anlagen, wie etwa auf dem Olivaer Platz, zeigen viele Gräser. Auf der Landesgartenschau in Oranienburg schwelgte man in hohen Gräsern. Als ihr „Entdecker“ kann Klaus Förster gelten, der Gräser gartentauglich machte, wie man auch in seinem Garten bei Potsdam sehen kann. Von ihm gibt es viele eingängige Sprüche zu Gärten, hier nun der zu Gräsern: Er bezeichnet sie als das Haar der Mutter Erde.

Im Sommer 2011 besuchte ich den neu angelegten Garten des Arundel Schlosses an der englischen Südküste und sah viele Gräser, so als wären sie nun auch dort eingeführt. Es gab eine Vielzahl an Gräsern, nicht nur das riesengroße Pampasgras, das dort vom Golfstrom warmgehalten wird.

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Indigoblaue Säckelblume

Als wir unsere Osterreise nach Paris planten, nahm ich mir vor, die blauen Iris vor Notre Dame zu besuchen. Sie hatten mich vor 15 Jahren sehr beeindruckt: Dieses kräftige Blau konnte ich nicht vergessen.

Es kam anders: Nach dem Brand sieht Notre Dame von Weitem aus wie immer, aber die Nähe war abgesperrt. Aber ich fand meine blauen Iris im Park beim Marmottan Museum. Später lese ich bei Robin Lane Fox in seinem Buch Der englische Gärtner (s. Rezension!) dass ich in der Nähe im Jardin de Bagatelle eine große Sammlung schöner blauer Iris hätte sehen können … das nächste Mal!

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Stillleben mit Rosen

Meine Blumen haben uns wieder einmal ein neues Bild gemalt: es dominiert die Rhapsodie in Blue, eingerahmt von weißen und lilafarbenen Alliums und im Vordergrund eine einzelne Goldelse, begleitet von einer kleinen kirschroten Rose.

Dazu passen die Kapitel Strukturbildner im Garten und das schon länger eingestellte Alle Gärtner sind Maler

Früher war das, was wir sehen und seit über zwanzig Jahren florales Zentrum nennen, der Buddelkasten meines Mannes und seiner Schwestern und auch unserer Kinder …

Strukturbildner im Garten

Die großen Strukturbildner im Garten sind natürlich die Bäume, zwei Kirschen, eine Pflaume, eine Birne und vier Apfelbäume, alle wurden schon immer möglichst randständig gepflanzt, naja, die Kirschen gehen schon auf die Mitte zu. Der Garten ist etwa 15 x 25 Meter klein. Dann kommen als Sträucher zwei größere Buddleja alternifolia, ein Flieder, zwei Hibiski und drei Buddlejas. Sie alle sind entlang der Gartengrenzen aufgereiht, nur die mittelgroßen, wie Strauchrosen, Hochstammrosen und Hortensien, dürfen zur Mitte aufrücken. Mit ihnen und einigen Beerensträuchern gibt es an allen Ecken und Seiten auffallende Strukturen.

Von hinten grüßt ein Gartentor klassisch mit Natursteinsäulen und Holzbogen, in dem Winterjasmin, rote Rosen, rosa und weiße Waldreben (Clematis) nacheinander blühen. Davor ist eine Magnolie liliiflora Susan gepflanzt, die schlank und aufrecht wachsend das Tor bewacht. Vor dem großen Regen waren die großen Horste der Flammenblume (Phlox) den Sträuchern ebenbürtig, danach lagen sie darnieder. Ich ging und kaufte viele Stützvorrichtungen, auch für die hohen Rudbeckien, die Himbeeren und Sonnenblumen und die Fetthenne. Im Winter kann man sich nicht vorstellen, was alles während der Blühzeiten zu stützen ist, ein gutes Dutzend dieser metallenen Geräte, in Stahl oder auch in rostigem Eisen, steht dann im Schuppen. Manche Pflanzen stehen dauerhaft hoch, die Hochstammrosen und -beeren, sie werden durch Stahlstäbe gestützt.
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Rosen

Als wir den Garten übernommen haben, gab es ein großes Beet mit roten und rosa Rosen, zwei kleinere alleinstehende und mehrere Kletterrosen, alle rot. Damals erschienen mir nicht nur die Farbe Rot, sondern auch Rosen irgendwie langweilig. Inzwischen, 30 Jahre später, sind es mehr geworden, ich habe viele Pflanzen durch Rosen ausgetauscht. Sie blühen von Mai bis Oktober, manche, etwa die Mirato, die Lucia und das Schneewittchen, bis in den November, und wenn kein Frost kommt, sogar bis in den Januar hinein. Mein oberstes Gärtnerziel ist, immer etwas Blühendes zu sehen. Und da mein Garten klein ist, achte ich bei den Blumen sehr auf eine anteilig hohe Blütezeit während des Gartenjahrs. So wurden Rosen zu meinen Lieblingen.

In den ersten Jahren habe ich schöne Rosen gekauft und dann gepflanzt. Besonders interessant und neu waren mir, wie vielen anderen in dieser Zeit, die historischen Rosen oder auch englische Rosen. Und manche bekam ich geschenkt. Die meisten sind eingegangen, und anfangs verstand ich nicht, warum. Rückblickend sehe ich, wie schlecht ich sie behandelt hatte: Sie hatten Schattenplätze, sie hatten keine ausreichende Bodenfläche zum Wachsen, vor allem diejenigen, die an einem Baum hochklettern sollten, hatten keinen Platz für ihre tiefgreifenden Wurzeln.

Als ich einmal eine Rose geschenkt bekam, kümmerte ich mich nicht um ihren Namen, anfangs machte ich das noch nicht. Sie wurde wie eine Beetrose behandelt, und dann fragte ich mich, warum ihre Zweige mit den großen Blüten immer knickten. Als ich den Unterschied zwischen einer Beet- und einer Kletterrose kennenlernte und zufällig die Beschreibung einer Papi Delbard (Großvater Delbard) las, war ich sicher, dass diese Rose, die ihre Blütenköpfe nicht halten konnte, das sein könnte. Sie bekam dann eine Kletterhilfe. Hätte ich das Etikett gleich beachtet, wäre es ihr besser ergangen.

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