Zehn Gärten in England in zwölf Tagen: Wie kann man darüber berichten?

Als ich vor dreißig Jahren nach London ging, war das Lesen der Biografie von Vita Sackville-West (Sissinghurst!) auch ein Grund, meinen Master dort zu machen, und meine Gartenleidenschaft begann; ich war Mitte Vierzig. Jeden Monat gönnte ich mir ein touristisches, meist wurde es ein Garten-Wochenende. Das erste, gleich im Oktober, ging nach Sissinghurst. Frauengärten und Männergärten. Da ich kein Auto hatte, pilgerte ich mit Bahn, Bus und die letzten Meilen zu Fuß.

Diesmal hatten wir ein Auto, und zum Glück fährt man Mann sehr gerne. Also wollte ich die vielen Gärten besuchen, über die ich in den letzten Jahren gelesen hatte, in Büchern, die ich auch rezensiert hatte, Rezension: Beth Chattos Kiesgarten: Gärtnern auf trockenem Standort

Dann wünschte ich mir, jetzt zum Frühling, noch einmal einen Bluebellteppich zu sehen (Hasenglöckchen), die gab es in Sheffield). Und einen großen Strauch mit Ceanothusknospen (indigoblaue Säckelblume), die hatte ich zum ersten Mal im Frühling 1995 in London gesehen. Den gab es in High Grove, durfte aber nicht fotografiert werden.

Bei den Gärten geht es mir inzwischen vor allem über die Persönlichkeiten, die ihn geschaffen hatten, was aus diesem Vermächtnis geworden ist, und wie man nun mit der Klimakrise umgeht. Deshalb sind Gärten interessant, über die viel publiziert worden ist. Eines ist der Garten des ehemaligen Prince Charles, High Grove, der als ökologisches Vorbild bekannt ist, und mich dann enttäuschte.  

Dann las ich Neues über Sissinghurst, Rezension: Einmal gärtnern wie in Sissinghurst von Astrid Ludwig las über unerwartete Entwicklungen. Der Garten hat sich seit zwei Jahrzehnten, zu einem Betrieb gemausert, wo Gemüse ökologisch nach der der no-dig Methode produziert wird. Angeregt wurde dies durch Adam Nicholson, einem Enkel der Schöpfer Vita und Harold Nicholson.

Unterwegs habe ich das Buch Dear Friend and Gardener entdeckt, mit dem Briefwechsel zwischen Beth Chatto und Christopher Lloyd, als beide schon im Rentenalter waren. Der Kiesgarten von Chatto und Great Dixter von Lloyd waren schon lange auf meiner Liste…

Nach dem sie sich schon seit Jahrzehnten kannten, haben sie, inzwischen so alt, wie ich jetzt, ihre Briefe mit der Absicht geschrieben, sie zu veröffentlichen. Sie beobachten wie Profis und können sich wie Kinder über ihre Gärten freuen!  Und ich sehe seitdem anders auf Gärten.

Mich begeisterten dann, ganz ungeplant, Mammutbäume, die mit ihrer Silhouette und dem zarten Nadelaustrieb vor allem aus der Entfernung erst richtig schön sind. Ich kannte sie nur aus kleineren Anlagen in Potsdam, dafür aber mit der schönen Erzählung von Herrn Dr. Konrad Näser. Die kommen zu Schluss.

Und: was bin ich froh, dass wir im April gefahren sind, denn jetzt möchte ich meinen Garten gar nicht verlassen.

Also: nächste Woche High Grove!

 

 

 

Vor dem Eingang darf man noch fotografieren.

 

 

Ein Kommentar

  1. Ihnen , liebe Frau Luber , danke ich herzlich für Ihren augenöffnenden , überraschend neue Einsichten gewährenden Artikel über Frauen-und Männergärten!

    Ich lese gerade (mal wieder ) „Elizabeth and her German garden „von Elizabeth von Arnim , dieses amüsante Buch kennen Sie bestimmt ?
    Sehen wir uns in Reinickendorf ?
    Es grüßt Sie vom blühenden Balkon
    Renate Seifart

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