
Efeu (Hedera helix) vermehrt sich in allen Teilen des Gartens stark. Auf Friedhöfen lasse ich es gelten, aber in Gärten gehört es eingedämmt. Eine Zeitlang pflanzte ich ihn an die Jägerzäune, die die Gärten zu den Nachbarn abtrennen, im Winter hatten wir dann dekorative dunkelgrüne Wände, aber sie nahmen uns und unserem Nachbarn zu viel Sonne. Den wintergrünen Efeu gibt es noch an einer großen Betonwand, an der ehemaligen Garagenauffahrt, die er zuverlässig das ganze Jahr über begrünt. Und an einem alten Apfelbaum. Dort ist er schon über zehn Jahre alt, hat also die Blattform verändert, ist runder geworden und blüht. Dessen Blätter und die kleinen Beeren werden jedes Jahr im Adventskranz verarbeitet.
In Berlin und Umgebung vermehren sich in den letzten Jahren auffallend viele Misteln. Manche großen Bäume stecken voll damit. Vor etwa zwanzig Jahren, als sie noch selten waren, gefielen sie mir, und ich dachte an weihnachtliche Gestecke, als ich mir eine heruntergefallene Pflanze holte und einem alten Obstbaum in eine Asthöhle setzte. Sie kam sogar im nächsten Jahr, dann aber, zum Glück, nicht mehr. Vielleicht wären sonst mehr Bäume in der Nachbarschaft befallen: Ihr Fruchtfleisch ist klebrig, pappt dann an den Schnäbeln der Vögel fest und wird so verbreitet. In dem kleinen Bändchen Berliner Pflanzen (edition terra) schreiben die Autorinnen, dass alle Fachleute sehen, dass Misteln sich ausgebreitet haben, aber nicht alle machen sich gleichermaßen Sorgen: Es sei nicht sicher, ob ein Baum nur an diesem „Halbschmarotzer“ stirbt. Außerdem seien eher Eindringlinge betroffen, während die seit jeher heimischen Pflanzen als Wirte „mit ihren immergrünen Untermietern weit besser klar“ kämen.







Als ich das erste Mal zu dem berühmten Garten in Sissinghurst/England pilgerte, Mitte Oktober 1994, war ich überwältigt davon, wieviel überhaupt noch blühte – vor allem vom Blau im Garten. Manche Beete wirkten wie Sommerbeete. Am meisten hat mich der Purple border, ein Randbeet, beeindruckt. Ich erinnerte es als überwiegend bläulich, und das war, wie ich später sah, ein Fehler. Aber zuerst wollte ich so etwas auch.

