Der Loki Schmidt Garten

Gomphrena Globosa

Erst war ich überrascht, dass dies der Name des Botanischen Gartens in Hamburg ist, durch die ausführlichen Schrifttafeln wurde schnell klar: Sie hatte durch ihr Wissen über die Natur mitgewirkt bei der Ausrichtung des Gartens und wurde sogar zur Professorin gekürt. Die Universität Hamburg trägt den Botanischen Garten mit. Er hat ein anspruchsvolles Jahresprogramm auch mit Sonderangeboten für Mitglieder seines Freundeskreises. Und es gibt, natürlich, eine Loki Bronze. 

Schon das kleine Hamburger Mädchen, als Arbeiterkind in einem Hinterhof aufgewachsen, ging gerne in den alten botanischen Garten. Da ist jetzt das Gewächshaus planten und blomen (derzeit geschlossen!).

Zwei Bücher, die mir schon vor Jahren geschenkt worden waren, habe ich vorgeholt und noch einmal genossen: „Die Blumen des Jahres,“ von Loki Schmidt und Axel Jahn, und das „Naturbuch für Neugierige“, das sie mit Lothar Frenz geschrieben hatte. 

Der Eintritt in die geräumige Anlage ist umsonst. Man schreitet durch ein mit Flüssen, Seen und Inseln gestaltetes Gelände. Ein Raum ist mit Gräsern gestaltet, es gibt aber auch Beete mit Hinweisen, etwa für den Gemüsegarten mit Zucchini und Kürbissen. Und es gibt Tafeln, die sich mit den durch die Klimakrise bedingten Veränderungen der Pflanzenpflege befassen. Ein Beet wurde so bepflanzt, dass es nicht für die Jahreszeiten geändert werden muss.

Beispiele für Gesteine gibt es zu sehen und Glashäuser, in denen der Überlebenswillen von Wüstenpflanzen zu sehen ist. 

Nun noch mehr zu Loki: Sie hatte über Jahre entdeckt, dass manche Wildpflanzen am Verschwinden waren und dann in den Siebzigern über Stiftungen organisiert, dass „Stiftungsland“ zu deren Schutz gekauft wurde. Seit 1980 gibt es die Blume des Jahres, die erste war der Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe) für dessen Erhalt ein Moorland bei Hamburg gekauft wurde. Dazu gibt es die Geschichte über die raffinierte Fortpflanzungsmethode der Lungen-Enzian-Bläulinge, eines Schmetterlings, wo das Weibchen ihre Eier am Ende der 10 Tage, die sie leben, auf diesen Enzian legen. Die Maden haben einen Lockstoff, der eine Ameisen Art vermuten lässt, sie wären Ameisen Larven, die sie in ihren Bau schleppen und über den Winter füttern, bis sie dann im Frühling von dort losfliegen. So was wusste ich bisher nur vom Kuckuck, der seine Eier in fremde Nester legt! 

Auch Lokis Vorwort zur ersten Auflage des Buches von 2003 ist interessant: Sie klagt, dass es in den Siebzigern weder die Grünen, noch Greenpeace gab…  (Für die Jüngeren: Googelt mal, welchen Beruf ihr Mann Helmut hatte!)

Vorm Eingang ist nicht nur ein wunderschönes Beet, wo ich die im letzten Sommer beschriebene Sommer in Südfrankreich Alströmerien sah, und ein Hinweis Schild, dass dieser Garten zweimal im Jahr neu bepflanzt würde. 

Es gibt auch einen Riesen, einen alten Mann aus Bronze mit dickem Bauch, der einen Apfel isst. Mit einer Unterschrift, dass er das Paradies plündere. Da war doch was? Es erinnerte mich an ein weiteres Buch: Gegen die Ohnmacht, geschrieben von Luisa Neubauer mit ihrer Oma Dagmar Reemtsma von 2022. (Gegen die Ohnmacht).

Dazu erschien am 20.10. d. J. ein Artikel über ein Interview mit beiden in der ZEIT: „und Sie, Frau Remtsma, haben vor Jahren dafür gesorgt, dass dort eine Erklärung angebracht wird: Durch diesen Adam gehe ein Paradies verloren.“ 

Was Loki wohl von der Statue gehalten hatte?

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