Muss mein Garten gepflegter aussehen?

Vor zwei Jahren waren wir in Great Dixter, dem berühmten Garten des Autors Christopher Lloyd in Sussex. Es war April und ich war begeistert von der Fülle der Beete, zum Beispiel, wenn durch die blühenden Azaleen raffiniert geflammte Tulpen sprossen.  Besuch in Great Dixter Sowas will ich auch! Danach las ich Bücher über ihn und seine Gartenfreundin Beth Chatto: Dear Friend and Gardener von Beth Chatto und Christopher Lloyd

Phlomis

Mein kleiner Stadtgarten war schon da recht dicht bepflanzt, vor vierzig Jahre waren es Rosen oder Hortensien, die überall waren. Leider tun ihnen die Klimaveränderungen nicht guttun: Rosen verblühen in drei Tagen, bei Hitzewellen im Frühsommer, so wie jetzt gerade und Hortensien brauchen zu viel Wasser. Also ersetze ich Eingegangenes durch Klimaresistenteres. Es gibt viel zum Probieren: Gaura lindheimei, Phlomis und Herbstastern, wie Chrysanthemen nun genannt werden. Chrysanthemen heißen jetzt Winterastern

 

Und, seitdem auch die Enkelkinder erwachsen geworden sind, vergrößere ich die Beete in die Rasenflächen, sodass mehr blüht. Das Rosenbeet ist jetzt mit Lavendel, Rosmarin, Allium, Dahlien und Clematis aufgelockert.

 

 

Akelei Keimling

Und ich verteile Akeleien Samen querbeet: Überraschende Akeleien in den letzten Jahren habe ich überall, wo es schöne, gerne blaue, Samenkapseln fand, welche mitgenommen. Sie wurden dann gleich im Herbst verteilt. Im ersten Jahr keimen sie und zeigen ihre runden Blättchen, die man für dreiblättrige Kleeblätter halten könnte, bis diese wellige Ränder bekommen. Nach dem Winter werden diese als Zweijährige dann groß und blühen. In diesem Frühling bilden sie mit ihrem knappen Meter Höhe schon viele Farbeffekte mittenmang. Mir gefällt es so und nenne es dixterisch…

Neulich war ich auf einem Treffen der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur. Bei Gesprächen über Gartenbesuche kam als Erstes: „Er war gepflegt!“ 

Wäre ich stolz, wenn man das von meinem sagte? Soll er vor allem „gepflegt“ wirken? Mir geht es um Formen und Farben, um Stimmungen, um Lebenswillen und-lust. Kann, soll dieses gewollt Wilde überhaupt gepflegt wirken? Ungepflegt ist es jedenfalls nicht.

Bei Great Dixter fielen mir die vielen Gärtner auf, die zusammen Pause machten. In einem Buch Blackbox Gardening, das ich rezensierte, wird Dixter zur Blackbox geadelt…ob das Sir Lloyd gefallen hätte? Es wird ein Garten beschrieben, mit einer festangestellten Gärtnerin. 

Und auch ich habe ja für die Pflege meines kleinen Stadtgartens meine Lieblingsgärtnerin Doro:Meiner Lieblingsgärtnerin gewidmet ohne sie wäre das dixterisch Wilde nicht zu schaffen. 

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