Alle Zeit zum Lesen

Dieses Bild zeigt den Garten vor 15 Jahren.

Gestern habe ich mir noch einmal mein Buchkapitel zum Winter als Lesezeit durchgelesen. Ich nutze weiter die langen Winterabende zum Lesen über das Gärtnern, aber in den letzten Jahren haben sich einige meiner Vorlieben geändert. Ich lese nun gerne in Gartenblogs und will auch davon berichten. Eine Vorliebe bleibt allerdings so wie immer: ich lese lieber, wenn Frauen über Gärten schreiben. Und ich grüble weiter über die Frage, warum das so ist.

Angefangen hatte ich mit Vanessa Giese, die aus einem Garten in Dortmund berichtet. In ihrem Blog hatte sie mein Buch vorgestellt. Sie schreibt über ihr Leben im Ruhrpott insgesamt, hat auch schon ein Buch darüber verfasst mit dem Titel „Da gewöhnze Dich dran.“ Solche Texte erinnern mich daran, dass wir einige Jahre im Ruhrgebiet sehr gerne gelebt hatten. Am besten gefällt mir übrigens ein Beitrag, in dem Gärten keine Rolle spielen: „Alle 262.000 Minuten verliebt sich kein Single über Parship. Ich war 262.000 Minuten lang auf Parship. Ich hätte mich 23.826-mal verlieben können. Ich habe mich kein einziges Mal verliebt.“ Und dann geht es zu den Dates…

Ihr jetziger Garten war ein zugewachsenes Grundstückchen, das sie erst einmal von allerlei Unrat befreien musste. Der Leser kann Raum- und Pflanzenplanungen und -arbeiten verfolgen. Zwei Jahre später glaubte sie, fertig zu sein und nur noch zu Wellnessbesuchen in ihrem Garten zu sein. Träum weiter! denkt die erfahrene Gärtnerin beim Lesen und schmunzelt.

Eine andere Bloggerin ist das Gartenfräulein. Ihr Garten liegt bei Würzburg, es scheint eine Wiese außerhalb zu sein. Sie geht die Planung systematisch an und schreibt darüber Schritt für Schritt. Für Anfänger scheint dies ideal. Mitreißend ist ihre Liebe zum Tun. Mich stören allerdings die vielen Produktinformationen, die zwar brav als Werbung bezeichnet werden. Sie schreibt, mit Stolz, dass sie das Gärtnern im Blog zum Beruf gemacht hat. Da wünscht man ihr natürlich gute Umsätze im eigenen Onlineshop. Mich stört die Werbung eher, bezahlten Produktinformationen traue ich nicht über den Weg. Und frage ich mich, ob nur wir Alten so skeptisch sind?

Dieses Bild zeigt den Garten vor 30 Jahren.

Interessiert werde ich die Weiterentwicklungen der Gartenplanungen verfolgen, denn ich weiß ja schon lange, dass ein Garten niemals fertig wird. Aber der Blick zurück in eigene Anfangsstadien machte Spaß! Denn daraufhin haben wir alte Fotos angeguckt, und unseren Garten vor über dreißig, zwanzig und zehn Jahren bestaunt. Besonders interessant die Bepflanzung zum Nachbarn rechts: auf dem ersten Bild steht nur ein Rhododendron. Es ist der Nachbar, der knapp zwanzig Jahre später in einer grünen Schattenhölle saß und anfing, kräftig aufzuräumen, sogar uns dazu ermunterte, wie es im Kapitel Gärtnern mit Axt und Schere steht. Von Wellnessbesuchen in meinem Garten träume ich schon lange nicht mehr, obwohl ich eine Gärtnerin habe. Ich freue mich jetzt schon drauf, was ich in diesem Sommer, der vierunddreißigste in diesem Garten, alles machen könnte.

Mit wachsender Freude lese ich im Blog Freudengarten, wo verschiedene Autor/innen berichten, so dass ich immer etwas finde. Es ist ein interessantes Gemisch aus Experten und Hobbygärtnern, welches da zu Wort kommt. Dennoch merke ich: Das Lesen am PC fühlt sich für mich eher wie Arbeiten an. Will ich zur Entspannung lesen, dann sitze ich auf dem Sofa, gerne mit dem Kätzchen neben mir.

Und es sind eher Bücher, die ich auf meinen Schoß legen kann. Seit einiger Zeit ist es der „Englische Gärtner“ von Richard Lane Fox. Bis ich das rezensiere, wird es wohl Frühling werden. Es hat über vierhundert Seiten.

Über Gartenartikel in Zeitschriften schreibe ich das nächste Mal. Ich muss noch weiter darüber grübeln, ob ich der Chefin der LandLust übel nehmen soll, dass sie ausblendet, wie sehr die derzeitige Landwirtschaft unserer Natur schadet. In der nächsten Woche bin ich so weit, versprochen!

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