Rosen

Als wir den Garten übernommen haben, gab es ein großes Beet mit roten und rosa Rosen, zwei kleinere alleinstehende und mehrere Kletterrosen, alle rot. Damals erschienen mir nicht nur die Farbe Rot, sondern auch Rosen irgendwie langweilig. Inzwischen, 30 Jahre später, sind es mehr geworden, ich habe viele Pflanzen durch Rosen ausgetauscht. Sie blühen von Mai bis Oktober, manche, etwa die Mirato, die Lucia und das Schneewittchen, bis in den November, und wenn kein Frost kommt, sogar bis in den Januar hinein. Mein oberstes Gärtnerziel ist, immer etwas Blühendes zu sehen. Und da mein Garten klein ist, achte ich bei den Blumen sehr auf eine anteilig hohe Blütezeit während des Gartenjahrs. So wurden Rosen zu meinen Lieblingen.

In den ersten Jahren habe ich schöne Rosen gekauft und dann gepflanzt. Besonders interessant und neu waren mir, wie vielen anderen in dieser Zeit, die historischen Rosen oder auch englische Rosen. Und manche bekam ich geschenkt. Die meisten sind eingegangen, und anfangs verstand ich nicht, warum. Rückblickend sehe ich, wie schlecht ich sie behandelt hatte: Sie hatten Schattenplätze, sie hatten keine ausreichende Bodenfläche zum Wachsen, vor allem diejenigen, die an einem Baum hochklettern sollten, hatten keinen Platz für ihre tiefgreifenden Wurzeln.

Als ich einmal eine Rose geschenkt bekam, kümmerte ich mich nicht um ihren Namen, anfangs machte ich das noch nicht. Sie wurde wie eine Beetrose behandelt, und dann fragte ich mich, warum ihre Zweige mit den großen Blüten immer knickten. Als ich den Unterschied zwischen einer Beet- und einer Kletterrose kennenlernte und zufällig die Beschreibung einer Papi Delbard (Großvater Delbard) las, war ich sicher, dass diese Rose, die ihre Blütenköpfe nicht halten konnte, das sein könnte. Sie bekam dann eine Kletterhilfe. Hätte ich das Etikett gleich beachtet, wäre es ihr besser ergangen.

Wann immer Pflanzen sich verabschiedeten, hob ich ihre Etiketten auf, wie kleine Grabinschriften. Als ich dann mehr über Rosen las, wusste ich wenigstens noch von einigen, wie sie hießen, und konnte überlegen, was ihnen gefehlt hatte. Aber so eine Sammlung mit Namen verblichener Pflanzen kann bedrücken. Inzwischen schmeiße ich die Namensschilder der Eingegangenen nach einer kurzen Trauerzeit weg. Am besten erinnere mich an die drei Polarsterne, die in unserem Garten nicht gedeihen wollten.

Diese Einteilung in Rosengruppen ist neueren Datums, ich finde sie einfach und verwende sie deshalb: Ich merke mir beim Pflanzen, wieviel Platz die Rose brauchen wird und wie sie geschnitten werden möchte. Zuvor habe ich versucht, die alten Gruppen zu verstehen und zu erkennen: Remontantrose, Centifolien, Teehydriden, Moosrosen, Portlandrosen und wie sie alle heißen. Sie beschreiben oft Kreuzungen, wie sie vor einem Jahrhundert gelungen waren. Nun finde ich diese ganzen Bezeichnungen zusammen mit den Rosen im Katalog des Rosenzüchters Schultheiß in Hessen. Das waren die Traumrosen meiner Kindheit, viele haben die Namen von französischen Prominenten vergangener Zeiten: Herzöginnen, Baroninnen und auch Generäle und Kommandanten. In diesem Katalog gibt es die Rubrik Moderne Rosen. Hier sind die Rosen aufgeführt, die ich inzwischen bevorzuge, bei denen ich weiß, dass sie mit ihren Bedürfnissen in meinem Garten passen, und das Wichtigste ist: sie blühen mehrmals im Jahr.

Edelrosen gefallen mir besonders, ihre Blüte kommt an einem sehr langen Trieb, oft nur eine Blüte, und sie sind wundervoll in Stangenvasen! Ich verschenke sie bei besonderen Anlässen, mal auch an mich, aber eigentlich habe ich meine blühenden Blumen lieber im Garten. Bei zwei sehr unterschiedlichen Gelegenheiten schneide ich Rosen großzügig ab: Wenn das Wetter so schlecht ist, dass man nicht draußen sitzen kann, aber auch, wenn es so heiß wird, dass sie draußen in ein bis zwei Tagen verblühen würden.

Wenn es um den Schnitt geht, können Edelrosen ganz zurückgeschnitten werden, 20-30 cm, niedrig wie eine Beetrose, denn sie treiben immer neu aus. Beetrosen sind klein (40-60 cm) und buschig, noch kleiner sind die Bodendeckerrosen. Strauchrosen werden über mannshoch und werden höher geschnitten, man kann einige Zweige hin und wieder ganz unten abschneiden, damit sie von dort wieder durchtreiben. Kletterrosen werden ähnlich geschnitten, meist nur an der Spitze und gelegentlich im unteren Bereich, wenn sie unten verkahlt sind.

Beim Pflanzen versuche ich, etwas Lehm unten in die Grube zu schichten, dann kommt Pflanzerde hinein, etwas mit Hornspänen durchmischt, die Veredlungsstelle muss etwa 5 cm mit Erde bedeckt sein, und dann wird natürlich gut angegossen. Der Rosengärtner Kordes warnt vor zu vielen Hornspänen, sie wären zu scharf an wurzelnackten Rosen, sie müssen also gut mit Erde durchmischt sein. In einem Jahr haben wir statt des Lehms Katzenklosubstrat genommen. Es soll die Erde etwas abdichten, wie der Lehm. Die Rosen sind gut gediehen, aber ob das Substrat etwas gebracht hat, werden wir, wie bei so vielen anderen Maßnahmen der Pflanzenpflege, nie sicher erfahren.

Gedüngt wird im Frühling, wenn sie treiben, und im Juli nach dem ersten Flor, um eine zweite Blüte zu befördern. Danach, bis zum nächsten Frühjahr, wird nicht mehr gedüngt. Ich sehe, dass das Düngen, womit wir es auch machen, viel bringt. Zur Pflege einer Rose gehört das sorgfältige Entfernen wilder Triebe. Die üblichen Gartenrosen sind auf Unterlagen gepfropft. Die Triebe kommen aus der Unterlage, also von unterhalb der Veredlungsstelle. Sie müssen möglichst tief an der Wurzel entfernt werden. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes urwüchsig. Dabei sind sie heller und haben kleinere Blätter, meist sind es sieben Blätter statt fünf an einem Zweig. Bei den Hochstammrosen kommt es besonders oft vor, dass auf diese Weise aus den Wurzeln getrieben wird. Es gefällt ihnen nicht, so einen Stamm über sich zu haben, bevor sie blühen dürfen. Am schlimmsten war es bei der Gloria Dei, wo ich im Sommer spätestens nach einer Woche fünf bis sieben jungen Triebe aus dem Wurzelwerk abschneiden musste. Auf dem Stamm von 80 cm schossen die Triebe ebenfalls sehr hoch, manchmal länger als der Stamm, so dass es zu ungewöhnlichen Proportionen kam.

Dies ist eine Eigenschaft der Gloria Dei, in einem Buch werden ihre „besenartigen“ Triebe beschrieben. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich diese Edelrose nie als Hochstamm gekauft. So schnitt ich die Zweige immer für die Vase, wenn sie wieder zu hoch wurden, und fand es schade. Die Bonica 82 ist eine Beetrose, die bei mir ebenfalls auf einen Hochstamm gesetzt war. Sie machte sich gut und hatte weniger wilde Triebe. Dann verlor ich beide: Der Winter 2012 war sehr milde. Die Rosen waren noch nicht in der Winterruhe angekommen, als Anfang Februar einige wenige sehr kalte Tage kamen. Vieles erfror. Von meinem drei Hochstämmchen diese zwei. Ich habe beide Pflanzen in ihren natürlichen Formen ersetzt, ziehe sie als Edel- bzw. Beetrose, und es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich es wieder mit Hochstämmen versuche. Der Gärtner Böttner, von dem wir mehr bei den Tomaten hören werden, schreibt vor hundert Jahren nur über Hochstammzucht; die inzwischen gängige Kulturform, die Rosen auch ohne einen solchen Stamm zu belassen, erwähnt er nur einmal als Möglichkeit. In Giverny, wo Monet seinen Garten vor über hundert Jahren anlegte, stehen viele Hochstammrosen. Früher wurden die Stämme im Winter umgelegt und gut zugedeckt, das habe ich nicht übers Herz gebracht, und etwa zehn Jahre lang ist es mit dem Überwintern ohne dieses Festbinden gut gegangen.

Die vielen roten Rosen, die wir mit dem Garten übernommen haben, sind zum größten Teil noch da. Sie sind schon länger an ihrer Stelle, als nach den Rosenbüchern möglich ist, sechzig Jahre und mehr. Die Namen kennen wir nicht, es sind überwiegend Floribundarosen, mit mehreren Blüten pro Zweig, und sie wachsen nicht sehr hoch, etwa wie Beet-, manche wie Buschrosen.

Beim Kauf einer Rose ging es mir anfangs um die Farbe: Im Umkreis der alten roten habe ich nun sechs weiße gepflanzt, meist kleinere am Rand, aber auch einen Hochstamm mit 1,4 m Höhe. Dieses Schneewittchen liegt dann mit der oben beschriebenen Wolke über den roten. Die Idee zu der Kombination von rot und weiß habe ich aus Max Liebermann‘s Rosengarten am Wannsee. Im Schloßgarten von Hever in England sah ich diese Kombination mit Schneewittchen (Iceberg heißen sie da) in etwa zwanzigmal größer wieder. Wundervoll!

Dann wollte ich unbedingt blaue Rosen, die es ja nicht wirklich gibt. Aber Rhapsody in Blue wirkt schon bläulich und blüht im Frühsommer üppig, enttäuscht haben die zwei Shocking Blue, nicht nur, dass sie mickerten, sie blühten auch wenig und, trotz des vielversprechenden Namens, nicht in Blau. Außerdem öffnet sich die Knospe meist schlecht. Ich glaube, so etwas nennt man Mumie. Die Knospe wird braun statt größer. Aber zum Glück strahlt eine Goldelse vor und über ihnen und blüht sehr kräftig in einem orangenen Gold. Sie ist eine Beetrose, meine hat allerdings den Drang zu Höherem.

Weiter hinten kommen mehr gelbe, zweimal die Lichtkönigin Lucia und eine Westerland, beides große Strauchrosen, beides schöne Duftrosen, vor allem die Westerland berauscht richtig. Eine gelbe Friesia und eine kleine Leonie Lamesch stehen da, mit Blüten in wechselnden Rottönen.

Nach mehreren Jahren wurde mir beim Kauf einer Rose neben der Farbe auch der Duft wichtig. Ich fand ihn bei historischen Rosen. Allerdings, von insgesamt fünf historischen ist nur eine Rosa gallica versicolor übriggeblieben. Die Züchtung ist über 500 Jahre alt und wird 1583 erstmalig erwähnt. Ihr Duft ist zart, das Blattwerk sehr schön grün, deshalb, und natürlich auch wegen ihres langen Stammbaums, wird ihr verziehen, dass sie nur kurz blüht, keine 2 Monate lang. Dass sie nicht veredelt ist, kann man auch daran erkennen, dass sie sich wie eine Staude vermehrt, es sind schon fünf Pflanzen daraus geworden. Auch die anderen historischen Rosen, die eingegangen sind, hätten nur einmal im Jahr geblüht. Die neuen Züchtungen versuchen die Schönheit und den Duft der alten zu erhalten, aber so zu entwickeln, dass sie remontieren, dass es also zu mehrmaligem Blühen kommt. Das sind dann die Modernen Rosen. Einige rote Edelrosen kaufte ich auch: eine dunkelrote, samtige und duftende Barcarole, eine dunkelrosa Duftrausch und eine rot-weiße Nostalgie. Und nun habe ich noch ein Plätzchen für die alte Rose de Resht gefunden. Sie darf etwas größer werden, ihr Duft berauscht. Das wäre jetzt meine zweite historische Rose.

Aber, und das wurde mir nach den vielen Abschieden von schönen Rosen klar, für uns in Deutschland sind noch andere Ding wichtig: Winterhärte und Widerstandsfähigkeit einer Rose gegenüber Krankheiten entscheiden darüber, ob sie im Berliner Klima gedeiht. Inzwischen achte ich darauf, ob die Rosen das ADR Siegel haben. Dieses Allgemeine Deutsche Rosenneuheitensiegel wird Pflanzen nach einer dreijährigen Prüfung in 11 verschiedenen deutschen Rosengärten verliehen. Dabei wird nicht gespritzt. Das Siegel gilt für neue Rosen, der Züchter stellt den Antrag zur Prüfung. Untersucht werden die Blüte, der Duft, die Wuchsform, die Blattbeschaffenheit, Reichblütigkeit, Winterhärte und Krankheitsanfälligkeit. Pflanzen mit dem ADR Siegel zu kaufen ist keine Garantie für alles, aber ich habe noch keine Enttäuschung erlebt. Das Siegel wurde vor bald 50 Jahren vom Rosenzüchter Kordes eingeführt. Sein Betrieb war 1990 der erste, der mit dem Spritzen aufhörte. 178 ADR Rosen gab es im Jahr 2011, es wurden 38 inzwischen von der Liste gestrichen, weil sie sich nicht den Erwartungen entsprechend entwickelt haben. Alte Rosen kommen nicht vor, von meinen ist das Schneewittchen, welches das Siegel 1960 erhielt, die älteste, Lucia von 1968, Westerland von 1974, Bonica 82 von 1982, und von den neueren erhielt Aspirin das Siegel 1995. In einer Internetchatrunde von Gartenfreunden hat jemand diese Bewertung mit Siegel als bürokratisch bezeichnet. Der Chatter kam aus einer warmen Gegend. Sicher kennt er unsere Ostwinde im tiefsten Winter nicht. Ein bisschen friere ich mit den Rosen mit. Nach meinen bisherigen Erfahrungen gefällt mir das Rosensiegel sehr, und ich empfinde es als Hilfe.

Nun erzähle ich noch von einer meiner Marotten: Ich habe Rosen für die Enkelkinder mit deren Namen gekauft. Am einfachsten war es mit Lucia, die Lichtkönigin Lucia ist sogar eine ADR Rose, und sie duftet. Leonie Lamesch musste über Rosen Schmidt in Memmingen bestellt werden. Sie ist klein, aber fein und duftet leicht. Ihre Farbe ist ein wenig rot und orange, und wechselt dann zu rot. 1899 hat ein Herr Lamesch sie in Deutschland für seine Verlobte gezüchtet, und damit ist sie eine der älteren Rosen. Bei Schultheiß fand ich nun auch noch Leonie Lambert, eine blasslila Edelrose, die haben wir auch noch ergänzt.

Schwer war es mit Leander. Er blüht wunderschön apricotfarben. Es gibt ihn als David Austin Rose, und im Gartenchat wird berichtet, dass er sich in Deutschland wohlfühlt, ich glaube aber, das gilt eher für den Süden Deutschlands. Ich bekam ihn über Rosen Schmidt, als Auslea. So heißt Leander nun, denn die Sorte mit diesem Namen soll auslaufen. Der Erbe von David Austin will nur die neuen Rosen vermarkten, die mehr Geld einbringen, der Sortenschutz läuft nach 25 Jahren aus. Die alten und bekannten Sorten, auch wenn sie gut sind, werden zurückgehalten. Übrigens: Austin-Rosen kosten immer etwas mehr.

Wie angenehm dagegen die Auffassung von Karl Foerster: „Meine Pflanzen gehören allen Menschen, je mehr sie vermehrt werden, umso besser“ (Der Garten meines Vaters). Er lehnte Patente ab. Das nur am Rande, Leanders Schicksal hat damit sicher nichts zu tun, denn Auslea hatte Pech, er kam als wurzelnackte Rose und hatte einen sehr langen kalten Winter zu überstehen. Als ich ihn im nächsten Frühjahr zur Förderung an einen besonders guten Platz pflanzte, sah ich, dass die Hälfte der Wurzel einen Pilzbefall hatte. Er ging dann auch ein. Inzwischen haben wir eine Candlelight, eine duftende Edelrose, in einem apricotfarbenen Gelb, an die Stelle gepflanzt und mit den Enkelkindern in einer kleinen Zeremonie auf den Namen Leander getauft. Wer Rosen mit Personen verknüpfen will: Es gibt unter den über 40 Tausend Sorten kaum Namen, die es nicht gibt.

Eine Rose liebe ich besonders: die Gloria Dei. Es gibt einen Roman, 1965 in England erschienen, auf deutsch 1976 bei Ehrenwirth mit dem Titel Die Rosenfamilien. Antonia Ridge beschreibt in einem etwas schwülstigen Stil die Geschichte dieser Blume. Sie wurde 1937 als der Sämling 3-35-40 von Francis Meilland, einem Spross der damals schon bekannten französischen Rosenzüchterfamilie, gezogen. Bevor der Krieg alle Blumengärtner zwang, ihre Gärten auf Gemüseanbau umzustellen, gelang es ihm, einige dieser Sämlinge an seine Freunde und Kollegen Rosenzüchter im Ausland zu schicken. Sie alle waren von dieser Rose begeistert und gaben ihr Namen, die Italiener Gioia (Freude), die Deutschen Gloria Dei (Ehre Gottes) und die US-Amerikaner Peace (Frieden). 1945 gelang es Francis Meilland seine Rechte an seinem Sämling einzufordern, er hatte sich schon in den Jahren vor dem zweiten Weltkrieg für internationale Patente eingesetzt. In Frankreich heißt sie Mme A. Meilland, nach seiner Mutter Claudia, die aber hier nur als Ehefrau des Antoine auftreten darf, so machte man das damals. In dem Roman wird Robert Pyke zitiert, der führende Rosenzüchter der USA, der 1945 in den letzten Kriegsmonaten die Namensgebungszeremonie organisierte. „Während ich diesen Brief diktiere, hängt mein Blick voll Bewunderung an einer herrlichen Rose, deren blaßgoldene, cremig-elfenbeinfarbige Blütenblätter an dem leicht gekräuselten Saum in das zarteste Karmin übergehen. So steht sie vor mir majestätisch, voller Verheißung, und ich glaube, sie wird die größte Rose dieses Jahrhunderts werden.“ Womit er Recht behielt, denn Peace wurde die weltweit am meisten verkaufte Rose.

Die von mir geschätzte Gartenautorin Vita Sackville-West bevorzugte kleinere Blüten. Gloria Dei (englisch Peace) wird von ihr als riesig und gewöhnlich (huge, vulgar) abgetan, schlimmer noch, die Menschen, die sie mögen, gleich mit („people who prefer huge and vulgar blossoms such as the famous peace”). Da ging die adlige Vita doch etwas weit in ihrem Urteil, ob das die feine englische Art ist?

Nachdem ich diesen Roman über die Rosenfamilie Meilland in Frankreich gelesen hatte, wollte ich auch die anderen Züchterfamilien würdigen. Als Ergebnis habe ich nun Rosen von zwei französischen Züchtern, Swany, eine weiße Bodendeckerrose, Gloria Dei und Bonica 82 von Meilland und Papi Delbard von Delbard. Und aus Deutschland viele Rosen von Kordes und Tantau. Als englische habe ich eine Oktavia Hill von Harkness. Lange Zeit habe ich um Austin-Rosen einen Bogen gemacht, weil mich das Geschäftsgebaren abstößt. Auch schien es so, als ob ich des Öfteren gehört hätte, dass Austin-Rosen den Winter nicht überlebt hätten, aber, um kein Opfer der eigenen Häme zu werden, habe ich einer gelben Kletterrose, der Pilgrim’s Rose noch eine Chance gegeben. Den ersten Winter hat sie gut überstanden und entwickelt sich gut. Sie ist seit langem wieder einmal eine moderne Rose ohne das ADR-Siegel in meinem Garten.

Aufmerksam verfolge ich, teilweise im Internet, das Warenangebot der Rosenzüchter. Was die sich alles einfallen lassen! Da gibt es Märchenrosen, die mit Märchen so viel zu tun haben, wie jeder Mensch, der weder Hans noch Grete heißt. Wenigstens wird noch mitgeteilt, wie groß sie werden. Eine andere Idee sind Malerrosen. Jede Rose mit zwei oder mehr Farben, die streifig wechseln, kann zur Malerrose umgetauft werden. Andere verkaufen Romantikrosen, das sind oft Austin-Rosen. Ich halte diese neuen Gruppen für Marketingtricks.

Rosen kauft man traditionell im Herbst als wurzelnackte Pflanze, pflanzt sie vorm Frost ein und hat hoffentlich im Frühjahr das Glück, dass sie kommt. Aber das Warten ist lang: Man kennt die genaue Farbe nicht, man kann nur ahnen, wie die Pflanze wachsen wird. Meine Ausbeute ist bei gut zehn wurzelnackten Pflanzen ist so, dass sie zu einem Drittel sehr gut gekommen sind, zu einen Drittel eingegangen, wie Auslea, und zum Rest gerade so lala sind. Wurzelnackte Rosen kosten etwa ein Drittel des Preises der Rosen im Topf. Diese kauft man meist blühend und kann genau sehen, was man bekommt. Eingepflanzt wird dann im Herbst. Ich gucke bei einigen Gärtnereien nach Containerrosen, und was ich nicht finde, bestelle ich doch wieder als wurzelnackte Tütenrose, die im Herbst geliefert wird. Aber eigentlich habe ich ja genug Rosen.

1 Kommentar

  1. Ich liebe sie auch alle meine Schönen da sie alle öfter blühen und sehr gut duften.ich möchte sie nicht alle aufzählen und wer sie sehen möchte, kann mich auf Gartentage.at besuchen liebe Grüße Josefine

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