Vor der Sommerpause noch einmal schwer arbeiten

Vor der Sommerpause noch einmal schwer arbeiten: Bald kommt der Hochsommer, wo wir auf keinen Fall pflanzen sollten, nur noch gießen und genießen. Aber vorher heißt es schneiden, schneiden und schneiden. In Gartenratgebern wird davor gewarnt, jetzt brütende Vögel zu stören. Wenn bei uns im Garten ein Nest ist, wissen wir es schon, bevor das erste Ei gelegt ist. Ich glaube, solche Vorschriften sind eher für professionelle Gärtner, die riesige Heckenanlangen beschneiden in anderer Leute Gärten.

Seitdem ich das Kapitel Gärtnern mit Axt und Schere schrieb, haben wir den Kalender dazu erweitert:

Den Winterjasmin hatten wir in diesem Jahr erstmal vergessen: er will im April geschnitten werden. Er blüht am einjährigen Holz, das heißt, die Triebe, die er von nun an bildet, werden im nächsten Winter blühen. Wenn wir wollen, dass er auch weiter unten blüht, heißt es, kräftig einzukürzen.

Dann sind die frühblühenden Clematis dran, die Montanas und Alpinas. Ich schneide sie nicht so stark, wie Fachleute raten, weil sie bei mir eher weiter oben blühen sollen. Dann freue ich mich, wenn sie auf abenteuerlicher Höhe in der Luft schweben. Auch die Wisterie kann nach der Blüte eingekürzt werden, meist blüht sie dann noch einmal Richtung Herbst.

Beim Flieder werden nur die Blütenstände gekappt. Die Buddleya annuaris, wird ganz vorsichtig nur von den verblühten Trieben befreit: sie blüht ja am dreijährigen Holz, und wenn wir die Triebe, die zurzeit nur aus grünen Blättern bestehen, abschnitten, könnten sie im nächsten (und manche im übernächsten) Jahr nicht mehr blühen.

Die Schwertlilien sind auch verblüht, und können nun geteilt und verpflanzt werden. Bei einem Besuch beim Bartirisexperten Volker Klemm bei der Gärtnerei Thom in Lichterfelde, habe ich eine große Sammlung gesehen. Und wie sie blühten! Vielleicht habe ich gelernt, warum meine Lilien so blühfaul sind: Sie brauchen mindesten sechs Stunden Sonne am Tag und bei uns war ihre Umgebung zugewachsen.

Sie bekommen nun ein Sonnenplätzchen im Vorgarten. Neben der Karde. Das ist eine zweijährige Pflanze, die mein Mann nicht so mag wie ich, sie samt sich tüchtig aus und von den zwei Dutzend neuen Pflänzchen nehme ich immer drei und setze sie an geeignete Plätze. Nicht immer sind sie so vieltriebig wie in diesem Jahr.

Der Lavendel, den sie auf dem Foto sehen, wird in etwa zwei Wochen verblüht sein. Dann wird der Blütenstängel bis auf Höhe der Blätter eingekürzt und wird im September noch einmal blühen. Jedenfalls hat er das im letzten Jahr so gemacht, wie erwartet. Und dann ist wieder die Zeit für Gartenbesuche, falls es im eigenen langweilig werden sollte!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.