
Im Sommer werde ich oft gefragt, ob ich wohl eine besondere Vorliebe für Hortensien habe. Und, wenn ich mich im Garten umgucke, ist der Eindruck nachvollziehbar, sie sind in jeder Ecke. Angefangen mit ihnen habe ich, als die Kinder aus der Schule waren und nicht mehr mit uns verreisten: Wir blieben in den Monaten Juli und August in Haus und Garten, dort gab es vor allem Grün in Grün zu sehen. Nun blühen seit einigen Jahren viele Phloxe, Purpursonnenhüte (Echinacea), Astern, mehr Einjährige und eben Hortensien. Sie vor allem helfen mir, Räume zu gestalten. Neulich war ich in einem schönen und sehr großen Garten. In seiner offenen Weite wirkte er etwas flach, und ich dachte, mit Hortensien hätte er mehr Spannung. Sie fehlten dort als Strukturbildner, die im Juli ihre farbintensiven Blüten zeigen. Rot, Rosa, Blau und Violett, bei mir sind viele weiß. Und selbst die weißen haben Farbtöne, die unterschiedlich leuchten.
Wochenlang blühen sie und verändern dabei nur langsam ihre Farbschattierungen. Ihre große Beständigkeit während des gesamten Hochsommers macht für mich ihren Reiz aus. Was wir sehen, sind sterile Schaublütenblätter. Bei den Bauernhortensien wird der große Blütenkopf von Schaublüten gebildet, bei den anderen, den Tellerhortensien, besteht nur der Rand aus diesen beständigen Schaublüten. Sie können nicht befruchtet werden und bleiben so dauerhaft als Blüten bestehen. Aus anderen Blüten in der Mitte der Tellerhortensien kann auch Samen gewonnen werden. Die Geschichten ihrer Entwicklung zu der in Deutschland am häufigsten produzierten Topfpflanze sind spannend. Die Hortensien wurden meist aus Ostasien eingeführt, teilweise unter dramatischen Umständen, gerade weil sie kaum Samen bilden, die man gut hätte schmuggeln können.



Das Düngen dient dem Wachstum der Pflanzen, ihrer Stärke und Blühfreudigkeit. Erfolge sind allerdings nicht immer sicher auf den Dünger zurückzuführen. Am deutlichsten sieht man sie beim Rasen: Er ist nach dem Aufbringen des Düngers viel grüner und dichter – und muss öfter gemäht werden. Ich sagte ja schon, dass ich nicht viel von übertriebener Rasenpflege halte und eigentlich Wiesen schöner finde. Seit einigen Jahren düngen wir nun alles, nicht nur den Rasen. Dabei, vor allem aber beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, ringen wir noch um das rechte Maß.
Die Eisheiligen sind ausgefallen in diesem Jahr. Die letzten Tage hatten wir hochsommerliches Wetter, vieles ist schnell verblüht. Dazu passt mein Blogbeitrag Knospenknall. Am Dienstag, den 15.Mai, sollte die kalte Sophie kommen, stattdessen hatten wir 20 Grad und (endlich) reichlich Regen in Berlin. Auch nachts kühlt es kaum ab. Nun bin ich zuversichtlich, dass es auch warm bleibt und werde auch die zarten frisch ausgesäten Pflanzen raussetzen.
Im Garten sind nicht nur die Narzissen verblüht, selbst von den Tulpen steht nur noch eine. Am schönsten ist der Gemeinschaftsauftritt von Clematis montana rubens und der Glyzine um unsere Terrasse. Die Salomonsiegel blühen, die Akeleien, die Wiesenrauten, die Porzellanblumen und Purpurglöckchen, die Jakobsleiter.




