Schon wieder Apfelkuchen!

Apfelkuchen

Kann man zuviel Apfelkuchen essen?

In seiner Kolumne im ZEIT Magazin schreibt Harald Martenstein von seiner Entwicklung vom Hobbybauern zum Passivbauern. Er besitzt in seinem Grundstück viele Obstbäume und hatte über Jahre versucht, die reiche Ernte zu verteilen, aber selbst die Bekannten hatten schon genug Obst und Marmeladen. Erst als er beschloss, Passivbauer zu werden, konnte er seine Bäume wieder lieben: “Ich esse hin und wieder einen Apfel oder eine Pflaume direkt vom Baum … der Rest des Obstes wird der Natur überlassen, den Insekten, den Vögeln, den sich von Verwesendem nährenden Mikroben.“

Als Passivbauer fühlt er sich so wohl, dass er sogar zwei neue Obstbäume pflanzen konnte. Ob ich jemals die Gelassenheit einer Passivbäuerin erlangen werde? Martenstein ist sieben Jahre jünger als ich und schon so reif! Vielleicht liegt es daran, dass wir Blockadekinder sind? Jedenfalls arbeite ich in den letzten Wochen beharrlich an der Verarbeitung des diesjährigen Apfelreichtums: Endlich sind die Jacques Lebel Äpfel und die des Boskoop Baums aufgegessen und verarbeitet. Der Boskoop trug wie noch nie, viele Äpfel, und manche so groß wie Pampelmusen.

Endlich konnte ich das alte Rezept von meiner Mutter rauskramen, ein gedeckter Apfelkuchen, bei dem die Äpfel geraspelt werden und dann roh in die Füllung gegeben werden. So richtig schmeckt er nur mit Boskoops. Für eine Form mit 26 cm Durchmesser nehme ich 400g Mehl, entsprechend Butter, Zucker, Eier und ein bisschen Salz. Dann werden in der Kuchenform Boden und Rand mit Teig gefüllt und etwa 15 min gebacken. Ein Eigelb und der Teig für den Deckel werden erst einmal aufgehoben, zum Schluss wird der Deckel mit Eigelb bestrichen. Die Äpfel lassen sich umso besser reiben, je größer sie sind; alle Fingerkuppen blieben unbeschädigt.

In die geraspelten Äpfel werden Rosinen (für Erwachsenen auch gerne vorher in Rum eingelegt), Vanillepuddingpulver und etwas Zucker vermischt, dann der ausgerollte Deckel darüber gegeben und gebacken, 20 bis 25 min lang. Am besten nicht zu lang, dann haben die Apfelraspeln noch Biss. Das Puddingpulver nimmt ausgetretene Feuchtigkeit auf.

Apfelkuchen

Die Enkelkinder und die Schwiegertochter finden leider, dass es nicht jede Woche Apfelkuchen geben sollte. Alle Bekannte, die nicht in den Herbstferien verreist waren, wurden eingeladen. Sie bekommen nicht nur Kuchen: Da der Gelbe Köstliche noch reichlich bestückt ist, habe ich mir für Stadtbewohner ein Selbstpflückerprojekt ausgedacht: Sie dürfen mit dem Apfelpflücker selbst ernten. Die meisten freuen sich wie die Kinder und tragen ihre Ernte dann stolz nach Hause, und nicht nur die Blockadekinder!

1 Kommentar

  1. Ich wäre froh,einen Nachbarn
    zu haben,der überflüssiges Obst gerne verschenkt!
    So was gibt es bei uns nicht!
    Ich verschenke mit Freuden meine sagenhafte Ernte von Feigen
    und Kürbisse.
    Von den vielen Blumen ganz zu schweigen.
    Es ist so leicht,anderen eine freude zu machen.
    Weiter so lieber Gartenfreund.

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