Herbstastern

Herbstastern

Momentan blühen die Herbstastern. Als wir vor über dreißig Jahren den Garten übernommen hatten, gab es mehrere Quadratmeter voll mittelblauer, halbhoher Astern. Irgendwie ging es mir immer mehr darum, sie zu reduzieren, also, sie „in jute Hände“ zu verschenken, als sie zu genießen. Inzwischen habe ich die blauen an verschiedenen Orten als Wegbegleiter an den Durchgängen angepflanzt. Jetzt, im Herbst, säumen sie den Weg zum Gartentor mit ihrem Blau. So habe ich meinen Frieden mit ihnen gemacht. Aber nun entdecke ich Astern mit neuen Farben, also haben sie einen Blogbeitrag verdient.

Kurpark am Titisee.

Im September waren wir am Titisee, nach einigen Wochen auf Reise. Ein reich bepflanztes Beet im seenahen Park, löste bei mir so etwas wie Vorfreude aus. Das Beet war mir etwas zu formal, eben passend für einen Park in einem Kurort. Wie wohl in meinem Garten Alma Pötschke gekommen ist, wo sie wilder inszeniert worden war? Ob sie in unserem Garten auch schon blühen würde?

Als wir dann zurückkamen, fanden wir Alma in voller Pracht. Nicht nur im floralen Zentrum, auch im Vorgarten, wo sie die Höhe der Beetrosen überschritten hatte. Sie scheint sich bei uns wohl zu fühlen. Was hatten wir anders gemacht? Eigentlich gar nichts, vielleicht hatten wir einfach mehr Glück als Robin Lane Fox, der in seinem Buch Der englische Gärtner klagt, dass Alma bei ihm nicht gut käme. Der Boden in seinem Garten ist sehr alkalisch.

Da der Name von Alma Aster novae-angliae ist, glaubte ich erst, sie wäre aus England, aber der richtige Name ist Andenken an Alma Pötschke, so 1969 genannt von Almas Sohn, dem Gärtner Pötschke. Wie kann man das wundervoll leuchtende Rot beschreiben? Zur Inspiration lese ich die Beschreibungen der Staudengärtner im Internet: „pink mit lachsfarbiger Tönung“ (stimmt so nicht!), aber unübertroffen ist das hier, aus dem Allgäu: “‘Alma Pötschke‘ kommt recht ‚knallig‘ und mit immenser Leuchtkraft daher. Dabei scheint sie eine überzeugende, beinahe magisch anziehende Wirkung zu entfalten – erstaunlicher Weise empfindet die Blütenfarbe kaum jemand als zu grell.“

Alma hatte ich gekauft, aber am liebsten nehme ich Ableger von Gartenfreundinnen (noch immer ist kein Mann dabei!). Wir pflanzen im Herbst, sie kommen im Frühjahr aus der Erde, im Mai wird der Chelsea Chop durchgeführt (Siehe Chelsey Show und Chelsey Chop!) Die Hitze der letzten Jahre hat ihnen nicht geschadet, und offenbar wurde auch genug gewässert. Sie halten sich auch sehr lange in der Vase und kommen in allen Farben, außer gelb und braun.

Die letzten Fotos sind von meiner Gartenfreundin, die in ihrem Kleingarten die schönste Auswahl hat. Sie blühten noch bis Ende Oktober, aber nun überstrahlt eine weiße Pracht mit dem bescheidenen Namen “Novemberkraut“ alles.

Novemberkraut im Garten von W.L.

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