Fast hätte ich mich mit ihr ausgesöhnt, jedenfalls, was meinen Garten anbelangt: Die Winter wurden kürzer und wärmer und der Winterschutz machte weniger Arbeit. Aber dann kam der letzte Winter!
Seit drei Jahren grabe ich im Herbst die Dahlien nicht mehr aus, nach dem Rat aus dem Dahlienbuch Rezension: Dahlienzauber von Sarah Stiller. Unter die dicke Schicht mit Mulch kommt eine Plastikfolie, um zu verhindern, dass die Dahlie in der Feuchtigkeit verfault. Von den Dreien, die ich immer habe, war zwar meist eine erfroren und wurde nachgekauft.
Jetzt, im April, ist es noch zu früh, aber vorsorglich habe ich schon mal drei gekauft, denn der Dauerfrost war im letzten Winter wochenlang. Sie kosten in diesem Jahr (2026) mindestens zwischen drei und sechs Euro.
Größere Sorgen machen die Fuchsien: die winterharten Magellanien sehen vertrocknet aus und treiben noch nicht aus, die anderen wurden zurückgeschnitten und im Schuppen „kühl und trocken“ gelagert. Leider wurde es dort saukalt und sie sind alle eingegangen.
Nicht so schlimm sieht es bei den Kamelien (Kamelien jetzt düngen und auspflanzen!) aus dem Buch aus: Sie bilden nach der Blüte, im Sommer und Herbst, die Knospen fürs nächste Jahr. Auch zweistellige
Minustemperaturen schaden der Pflanze nicht, aber die Knospen erfrieren. Deshalb wurden sie immer in Noppen Folie eingepackt:
die beiden, die mannshoch sind, brauchen hochgewachsene Helfer. In diesem Winter kam der Frost Anfang Dezember so plötzlich, dass wir es verpassten. Zum vorsorglichen Trost habe ich schon mal eine mit vielen Blüten gekauft: Aber nun blüht eine von den Alten schon, nur bei einer von sechs scheinen die Blüten erfroren.
Ehemalige Lieblingspflanzen, wie Rosen und Hortensien, werden nicht mehr größer, manche Zweige sterben ab, wahrscheinlich bekommen sie nun nicht mehr genug Wasser.
Und wie ist es mit den Neuen, die klimaresistent sein sollen?
Die beiden Phlomis machen sich gut, weniger gut die Prachtkerze (Gaura lindheimeria). Von den insgesamt vier, die ich schon hatte, überlebte keine. Aber eine werde ich wohl wieder kaufen.
Nun mal zu den guten Nachrichten! Ostern waren wir im Botanischen Garten zum Osterspaziergang. Dort gibt es neue Gebiete, etwa ein großes Feld mit Tulpen. Es blühten (am 5.4.) wenige, eine sah aus wie Ostereier ohne Körbchen.
Es gibt Riesenfelder mit Bärlauch, leider dürfen sie nicht gepflückt werden, Aber die zu Hause haben schon für ein Bärlauchomelett gereicht. Mein Mann hat in einem Heft für Feinschmecker gelesen, dass die alten Germanen beobachtet hatten, dass Bären beim Aufwachen aus dem Winterschlaf gerne die grünen Blätter mit dem zarten Lauchgeschmack fraßen, daher der Name.
Und zur Freude: eine Pflanze vermehrt sich über die Wurzeln und versamt sich auch noch: Eine Christrose! Im Buch gibt es sogar ein ganzseitiges Bild von ihr, gemalt von meiner Mitoma Bärbel.
Und mindestens zehn Jahre später ist sie etwa dreimal so groß und hat Sämlinge, die nun schon im dritten Jahr sind. Wann sie wohl anfangen zu blühen?
