Die großen Strukturbildner im Garten sind natürlich die Bäume, zwei Kirschen, eine Pflaume, eine Birne und vier Apfelbäume, alle wurden schon immer möglichst randständig gepflanzt, naja, die Kirschen gehen schon auf die Mitte zu. Der Garten ist etwa 15 x 25 Meter klein. Dann kommen als Sträucher zwei größere Buddleja alternifolia, ein Flieder, zwei Hibiski und drei Buddlejas. Sie alle sind entlang der Gartengrenzen aufgereiht, nur die mittelgroßen, wie Strauchrosen, Hochstammrosen und Hortensien, dürfen zur Mitte aufrücken. Mit ihnen und einigen Beerensträuchern gibt es an allen Ecken und Seiten auffallende Strukturen.
Von hinten grüßt ein Gartentor klassisch mit Natursteinsäulen und Holzbogen, in dem Winterjasmin, rote Rosen, rosa und weiße Waldreben (Clematis) nacheinander blühen. Davor ist eine Magnolie liliiflora Susan gepflanzt, die schlank und aufrecht wachsend das Tor bewacht. Vor dem großen Regen waren die großen Horste der Flammenblume (Phlox) den Sträuchern ebenbürtig, danach lagen sie darnieder. Ich ging und kaufte viele Stützvorrichtungen, auch für die hohen Rudbeckien, die Himbeeren und Sonnenblumen und die Fetthenne. Im Winter kann man sich nicht vorstellen, was alles während der Blühzeiten zu stützen ist, ein gutes Dutzend dieser metallenen Geräte, in Stahl oder auch in rostigem Eisen, steht dann im Schuppen. Manche Pflanzen stehen dauerhaft hoch, die Hochstammrosen und -beeren, sie werden durch Stahlstäbe gestützt.
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Als wir den Garten übernommen haben, gab es ein großes Beet mit roten und rosa Rosen, zwei kleinere alleinstehende und mehrere Kletterrosen, alle rot. Damals erschienen mir nicht nur die Farbe Rot, sondern auch Rosen irgendwie langweilig. Inzwischen, 30 Jahre später, sind es mehr geworden, ich habe viele Pflanzen durch Rosen ausgetauscht. Sie blühen von Mai bis Oktober, manche, etwa die Mirato, die Lucia und das Schneewittchen, bis in den November, und wenn kein Frost kommt, sogar bis in den Januar hinein. Mein oberstes Gärtnerziel ist, immer etwas Blühendes zu sehen. Und da mein Garten klein ist, achte ich bei den Blumen sehr auf eine anteilig hohe Blütezeit während des Gartenjahrs. So wurden Rosen zu meinen Lieblingen.

Akeleien sind immer für Überraschungen gut. Sie samen sich gern selbst aus und suchen sich ihre Plätze. Über Jahre war ich nicht zufrieden mit ihren Auftritten. Ich hatte nur die dunkellilablauen und die verwaschen rosanen, und das, obwohl ich immer von unterwegs Samen mit interessanteren Farben mitnehme: weiße, einmal kornblumenbau und weiß gesprenkelte oder gefüllte rote. Manchmal kaufte ich auch besonders schöne blühende Pflanzen und setze sie ins „richtige“ Beet, also da, wo sie nach meinem Farbkonzept gerade hinpassen und sich, bitte schön, vermehren sollten, was sie nie taten.
Die selbst gesäten lasse ich immer da, wo sie kommen wollen. An einigen Stellen werden sie entfernt, etwa wenn sie sich direkt in eine andere, wertvollere Pflanze setzen, bei mir meist in Rosen. Das Umsetzen nehmen sie nicht übel, meist wachsen sie dann auch an einer anderen Stelle weiter. Diese Stelle sollte sonnig sein, sonst blüht sie kaum.




