
In diesem Beitrag geht es um das schöne Buch Pflanzenrevolution – Wie die Pflanzen unsere Zukunft erfinden. Mein Denken über Pflanzen hat sich geändert, seit ich das Buch Die Intelligenz der Pflanzen von Mancuso las. Diese Rezension ist sehr ausführlich und Sie sollten sie jetzt lesen, da ich mich darauf beziehe. Beim ersten Buch nahm ich vor allem mit, dass Pflanzen, weil sie sich nicht bewegen, (fast) alle Fähigkeiten in jedem Körperteil erneuern können, sie sind modular aufgebaut. Wenn ein Feind sie anfrisst, wächst (fast) alles nach, so wird kompensiert, dass sie sich nicht fortbewegen können.
Ich hatte die einzelnen Kapitel vorgestellt und im Wesentlichen beschrieben. Als unsere Tochter Katrin (so wie immer, vielen Dank!), die Beiträge ins Netz stellte, gab es dazu vom Verlag eine ausführliche Leseprobe. Daraus gehen die einzelnen Kapitel hervor. Ich will mich deshalb hier darauf konzentrieren, was ich von diesem Buch nun mitnehme:






Als die junge deutsche Gartenplanerin Gabriella Pape in England auf der Chelsea Flower Show, dem Hollywood unter den Gartenschauen, ausstellen durfte, erregten die angepflanzten Gräser größte Aufmerksamkeit. Als ich dies las, fiel mir rückblickend auf, dass ich in England vor über zwanzig Jahren selten Gräser als Strukturbildner in Gärten gesehen habe. Da sind wir hier, vor allem in Berlin, mit ihnen vertrauter. Selbst öffentliche Plätze, vor allem die neueren Anlagen, wie etwa auf dem Olivaer Platz, zeigen viele Gräser. Auf der Landesgartenschau in Oranienburg schwelgte man in hohen Gräsern. Als ihr „Entdecker“ kann Klaus Förster gelten, der Gräser gartentauglich machte, wie man auch in seinem Garten bei Potsdam sehen kann. Von ihm gibt es viele eingängige Sprüche zu Gärten, hier nun der zu Gräsern: Er bezeichnet sie als das Haar der Mutter Erde.



Die großen Strukturbildner im Garten sind natürlich die Bäume, zwei Kirschen, eine Pflaume, eine Birne und vier Apfelbäume, alle wurden schon immer möglichst randständig gepflanzt, naja, die Kirschen gehen schon auf die Mitte zu. Der Garten ist etwa 15 x 25 Meter klein. Dann kommen als Sträucher zwei größere Buddleja alternifolia, ein Flieder, zwei Hibiski und drei Buddlejas. Sie alle sind entlang der Gartengrenzen aufgereiht, nur die mittelgroßen, wie Strauchrosen, Hochstammrosen und Hortensien, dürfen zur Mitte aufrücken. Mit ihnen und einigen Beerensträuchern gibt es an allen Ecken und Seiten auffallende Strukturen.
Als wir den Garten übernommen haben, gab es ein großes Beet mit roten und rosa Rosen, zwei kleinere alleinstehende und mehrere Kletterrosen, alle rot. Damals erschienen mir nicht nur die Farbe Rot, sondern auch Rosen irgendwie langweilig. Inzwischen, 30 Jahre später, sind es mehr geworden, ich habe viele Pflanzen durch Rosen ausgetauscht. Sie blühen von Mai bis Oktober, manche, etwa die Mirato, die Lucia und das Schneewittchen, bis in den November, und wenn kein Frost kommt, sogar bis in den Januar hinein. Mein oberstes Gärtnerziel ist, immer etwas Blühendes zu sehen. Und da mein Garten klein ist, achte ich bei den Blumen sehr auf eine anteilig hohe Blütezeit während des Gartenjahrs. So wurden Rosen zu meinen Lieblingen.