In meinem Londoner Winter begann ich mit dem Lesen von Gartenzeitschriften. Das monatliche Erscheinen der Mitgliederzeitschrift der Royal Horticultural Society schenkte mir regelmäßige Höhepunkte in meinem Studentenleben. Ich war für das eine Jahr Mitglied geworden, das ich in London studierte. Wenn das Magazin kam, ließ ich für mindestens einen Abend die Texte liegen, die wir täglich für das Studium zu lesen hatten. Erst einmal vertiefte ich mich in meine Gartenzeitschrift. Die Fotos waren schön, auf ihnen blühte fast immer etwas, auch im Winter, und die Autoren sprachen von ihren Erfahrungen mit und von ihren Vorlieben für manche Pflanzen.
Ich glaube, das ist es, was mein Interesse weckt, wenn jemand, um ein Bild zu benutzen, noch schwarze Fingernägel hat, während sie davon berichtet, was sie gerade im Garten erlebt hat. Hier ein Sie einzufügen ist nicht nur Ausdruck eines Feminismus, sondern beschreibt eine Tatsache: Es sind fast immer Frauen, deren Texte ich gerne lese, ich grübele noch über die Frage, warum das so ist.→ weiterlesen



Ihre großen Blüten mitten im Winter faszinieren mich, seitdem ich sie in London kennenlernte. Sie fingen in den Stadtparks im Januar an zu blühen. Im Februar gab es riesige Wände voll Blüten im Botanischen Garten Kew Gardens, zu dieser Zeit auch in Cornwall und Wales, in den dort angelegten Gärten und Parks. Das ist es, was mich so anzieht, ihre großen Blüten, wenn andere Pflanzen ihren Winterschlaf halten. Die Kamelien bestimmen seither meine Winter. Im Oktober beginnen die zwei weißen Sasanquas zu blühen, wenn wir Glück haben und der Frost spät im Jahr kommt, oder erst im neuen Jahr, dann strahlen sie in diesen dunklen Zeiten. Von den anderen, die auch draußen sind, sehen wir die Blüten erst im April und Mai, zu einer Zeit, in der die Frühlingsblüher ihnen Konkurrenz machen. Uns fehlt der Golfstrom, der ihnen im Winter mit seiner Wärme zur Blüte verhilft. Inzwischen habe ich fünf Kamelien, aber mehrere sind schon eingegangen. Die erste überlebende Kamelie war eine R. Wheeler, heute ist sie die größte von allen.

Für herbstliche Pflanzarbeiten brauchen wir viel Erde, sie wird aus dem Kompost gewonnen und auf den Beeten und in Mulden im Rasen verstreut. Manchmal müssen wir Blumenerde dazukaufen, wenn Ende November die Rosen gehäufelt werden, um die Veredelungsstelle zu schützen.




