
Wir haben eine Kirsche gefällt. Vor über zwanzig Jahren von uns gepflanzt, eine Dönissens Gelbe. Diese Süßkirsche hatten wir ausgewählt, da Vögel sie aufgrund der Farbe nicht anpicken, da sie denken, eine gelbe Kirsche kann noch nicht reif sein. Das stand so im Buch und traf zu. Aber sie schmeckte uns nicht so sehr wie die rote Knupperkirsche, die gleichzeitig reif wurde. Manchmal ertappte ich meinen Mann sogar dabei, süße Kirschen im Laden zu erstehen, wenn unsere noch am Baum waren. Auf die Knupperkirsche wurden (sieben Versuche, über zwei Jahre, von denen zwei angingen) Zweige der Dönissens aufgepropft, da sie deren Befruchtersorte ist.
Ihr einziger Vorteil war also, Befruchter zu sein, ansonsten wurde sie doppelt so groß wie gewünscht und verschattete zwei Apfelbäume, einen Birnbaum und die junge Feige. Ob das als Rechtfertigung reicht? Ich weiß, dass ich für Viele nicht als Naturschützerin bestehen kann, nach so einer Missetat.
Ich gestehe: Schon jetzt, wo der Stumpf noch steht, freue ich mich über diese Vergrößerung des Raumes. Und wie die Rosen sich freuen werden! Und die Eisenhüte, die Baumpäonie, die Astern und Phloxe und die Feige wird bestimmt endlich mal tragen!







Die ersten Schneeglöckchen blühen und auch die Winterlinge blühen auf. Selbst der Elfenkrokus im Rasen zeigt sich. Aber König bleibt der Winterjasmin. Meiner ist sehr wüchsig und lässt sich gut vermehren: Er bildet ganz ohne Zutun Absenker, wo immer Zweige auf der Erde liegen. Wenn wir ihn im Frühsommer etwas zurückschneiden, werden auch die abgeschnittenen Teile bewurzelt, nachdem sie etwa zwei Wochen im Wasser stehen. Einige unserer Nachbarn haben meine Ableger inzwischen auch in den Vorgärten und es ist mir immer eine Freude, im Winter an den gelben Wölkchen vorbeizugehen.



