Das beste Alter für das Gärtnern

Was ist das beste Alter für das Gärtnern? Im Alter von fast vierzig Jahren verstand ich, dass das Gärtnern zu meiner wichtigsten Freizeitbeschäftigung geworden war. Als ich klein war, wohnten wir in einem Haus mit Garten und jeder kümmerte sich ein bisschen um ihn, am meisten unsere Mutter. Manchmal bekamen wir Kinder Geld für Gartenarbeiten.

Draußen Spielen war für mich das Schönste. Die vielen freien Grundstücke in der Gegend waren spannender als unser kleiner Garten. Besondere Mutproben stellte es dar, auf die hohen Birken und Eichen in leerstehenden Nachbargrundstücken zu klettern oder in ausgebombte Häuser zu kriechen, um dann schnell wieder rauszukommen, am besten mit einem kleinen Beweisstück aus der Tiefe der Ruine.

Obwohl ich ein Beet hatte, erinnere ich mich nur an selbst gezogene Radieschen. Aber auch an Johannisbeerschwemmen, bei deren Bearbeitung ich als einziges Mädchen im Hochsommer viel zu tun hatte, viel mehr als meine Brüder.

Als Studentin hatten mir Gärten nicht gefehlt. Später lebten mein Mann und ich mit zwei kleinen Kindern im Hochland von Tansania in Afrika mit Haus und Hof, zwei Gärtnern und zwei Köchinnen. Das Halten vieler Tiere, der Anbau und die Zubereitung unserer Lebensmittel standen im Vordergrund. Jedes Jahr erweiterten wir den Speiseplan. Im letzten Jahr speisten wir vorzüglich, täglich wurde frisch geerntet. Damals kam in Frankreich die nouvelle cuisine auf, und wir machten in der Ferne mit. In den Regenzeiten spross alles, in den Trockenzeiten konnten wir, genauer die Gärtner, wässern.

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Das Tomatenjahr geht seinem Ende zu

In diesem Jahr gibt es viele Tomaten, wir essen sie immer noch täglich. Im letzten Jahr schrieb ich, dass ich es mit mehr Pflanzen versuchen würde. Es wurden drei Harzfeuer, zwei Cocktailtomaten und zwei Tamina, die ich als Pflänzchen kaufte. Dazu kamen mehrere namenlose, die sich zum Teil selbst aussäten, teils hatte ich Samen aus leckeren kleinen birnenförmigen Tomaten gezogen.

Am 12.8. erschien im Berliner Tagesspiegel ein Artikel „Wie Tomaten gerettet werden“. Es geht um Pflegetipps für wechselhafte Witterungen. Sie bringen die Tomaten zum Platzen. Diese Erfahrung machte ich auch schon im letzten Jahr. Ursache ist das wechselhafte Wetter, so wie wir es in diesem Jahr besonders oft hatten. Es gibt auch Sorten, die weniger anfällig sind.

Bei der Wasserzufuhr geht es nicht nur, wie ich bisher dachte, um zuviel Wasser durch andauernde Regenfälle sondern auch um einen zu großen Wechsel zwischen trocken und nass. Ich werde also mehr darauf achten, dass sie regelmäßig gegossen werden.

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Tomaten, die Paradiesäpfel

Tomate-2Seit gut zehn Jahren kann man wieder leckere Tomaten kaufen. In den Jahrzehnten davor hatte ich mir das Tomatenessen fast abgewöhnt, die geschmacklose Frucht, die unter dem Namen Hollandtomaten den Markt beherrscht hatte, war der Grund. Mein persönlicher Tomatentiefpunkt lag in den neunziger Jahren in Südfrankreich, als ich im September einen schönen Salat plante. Die richtige Jahreszeit dafür, dachte ich. Die einzigen Tomaten, die es beim Gemüsehändler im kleinen Ort gab, kamen aus Belgien und waren „Hollandtomaten“.

Inzwischen gibt es eine gute Auswahl das ganze Jahr über zu kaufen. Trotzdem habe ich den Ehrgeiz, selbst Tomaten zu ziehen und, bitte schön, im Überfluss zu ernten. Es liegt an meinen Kindheitserinnerungen, die durch einen Bücherfund im Antiquariat geweckt wurden: Johannes Böttners Gartenbuch für Anfänger. Meines ist die 11. Auflage von 1911. Böttner hat Tomaten im Brandenburgischen heimisch gemacht. Noch 1885, als er hoffte, diese Tomatenmode, die in England schon angekommen war, auch hier einzuführen, wurden die Früchte „als etwas Fremdartiges angestaunt“, man verweigerte sich, und sie mussten an Schweine verfüttert werden. Er bewarb Tomaten über Jahre, und erst 1903 gelang es bei einem Tomatenfest des Frankfurter (Oder) Gartenbauvereins, mit verschiedenen Tomatengerichten und Rezepten Interesse zu wecken.

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Saatgut: Bio oder samenfest?

samenfest
Garantiert Bio aber nicht samenfest: Hier wird das Puppenmenü zubereitet.
Woher kommt eigentlich das Saatgut für unsere Lebensmittel und was bedeutet samenfest?

Die Erfahrungen mit selbst gesäten Pflanzen passen seit einiger Zeit nicht mehr zu meinem Weltbild. Wenn die Rucolapflanzen anfangen zu blühen, während ich verreist bin, lasse ich die Samen ausreifen und freue mich drauf, sie im nächsten Jahr aussäen zu können. Aber, was danach kommt, ist holzig und schmeckt nicht. Als ich davon im Bekanntenkreis berichtete, erfuhr ich, dass die von mir gekauften Samen wohl Hybriden wären, und ich verstand, dass es besser wäre, wenn „Hybride“ nicht auf der Tüte steht.

Im letzten Frühjahr machte unsere Enkeltochter ein landwirtschaftliches Praktikum auf einem Biohof. Sie brachte, rechtzeitig nach den Eisheiligen, einige Pflanzen mit und ich bekam ein grüne Bohnen Pflänzchen. Es gefiel mir sehr gut, die Bohnen waren sehr lang und breit und ich beschloss, mir davon einige Samen zu ziehen. Obwohl ich alles richtig gemacht hatte, kam nichts. Auch als ich einige Bohnen ins Wasser legte, um sie zum Keimen zu bringen, passierte nichts. Das machte mich neugierig und seitdem lese ich viel darüber, aber es ist nicht leicht, das alles zu verstehen.

Jedes Jahr neues Saatgut erforderlich

Als Erstes fragte ich unsere Enkeltochter und erfuhr, dass die Betreiber des Biohofs Pflänzchen fertig gezogen kauften, und sie dann sowohl anpflanzten als auch verkauften. Sie kaufen also jedes Jahr die Pflanzen neu. Das Merkmal „Bio“ muss sich nur auf den Anbau der Früchte beziehen, sagt aber nichts über die Gewinnung der Samen aus. Klarheit brachte auch das Februarheft 2017 der Zeitschrift „kraut&rüben“: Das Zauberwort heißt samenfest. In einem Artikel werden die auf Samentütchen geläufigen Bezeichnungen erklärt und ich erfuhr, dass die Bezeichnung der Hybride draufstehen kann, aber nicht muss.

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Der Familiengarten

bluetenfreuden-luber-familingarten-1Oft sind kleine Kinder ein Anlass, sich einen Garten zu suchen. Der Familiengarten sollte daher am besten deren Bedürfnissen und Vorlieben entsprechen. Auch wenn sich Enkelkinder ankündigen und man hofft, dass sie sich im Garten gern aufhalten, sind Veränderungen angesagt: Für die meisten kleinen Kinder ist der Buddelkasten ein Muss, schön ist eine Schaukel, oder eine Hängematte, mit der man auch zu mehreren kuscheln und schaukeln kann.

Der Buddelkasten für Kleinkinder sollte nicht zu weit weg sein von dem Ort, an dem sich die Eltern aufhalten. Ideal wäre Morgensonne, damit der Tau weggetrocknet wird, während der Mittagssonne sollte er im Schatten sein. Drum herum sollte nichts Empfindliches wachsen, ruhig Rasen, auch wenn dieser immer wieder Sand abbekommen wird. Der Buddelkasten sollte abgedeckt werden können, im Winter, bei Regen oder auch, damit er nicht als Katzenklo missbraucht wird. Mit etwas Abstand würde ich Beerensträucher pflanzen, wenn die Kinder klein sind. Stachelbeeren und Brombeeren haben Stacheln und kommen deshalb in die hintere Reihe. Später, wenn die Kinder lieber ein wenig außer Sicht der Eltern sein wollen, sind die Sträucher groß genug zum Verstecken und werden gern geerntet. Das wird dann die Naschecke.

Obstbäume sind für Kinder wichtig. Da sie teuer sind, und teurer, je älter sie sind, empfehle ich, sie ganz zu Anfang zu pflanzen, auch wenn man sich vielleicht noch auf einen Umbau des Hauses konzen-triert. Pflanzzeit ist von September bis März. Eine Süßkirsche muss mindestens dabei sein, ein Apfelbaum und eine Pflaume. Birnen haben in Berlin meist den Birnenrost, eine Krankheit, die nicht einfach bekämpft werden kann. Deshalb fällt es schwer, Birnbäume zu empfehlen.

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