
Den ersten Tag in Italien übernachteten wir am Gardasee, um den Heller Garten ausgeschlafen besuchen zu können. Das Hotel war umgeben von einem gepflegten Garten. Ja, der riesige Baum ist eine Magnolie, im Mai blühe sie, so wie die Azaleen auch.


Den ersten Tag in Italien übernachteten wir am Gardasee, um den Heller Garten ausgeschlafen besuchen zu können. Das Hotel war umgeben von einem gepflegten Garten. Ja, der riesige Baum ist eine Magnolie, im Mai blühe sie, so wie die Azaleen auch.


Kurz vor Weihnachten ist im Garten kaum noch etwas zu tun, die Sensiblen sind schon im Wintergarten und werden maßvoll begossen. Noch hatten wir keinen Frost, die Rosen treiben weiter Knospen, am eifrigsten Schneewittchen und Mirato. Der Star war allerdings die Barkarole, diese Edelrose hatte eine Knospe in zwei Meter Höhe! Das sah in der Vase aus wie ein Himmelskörper, und musste ein bisschen zurückgeschnitten werden, um schön zu sein.
Nun kommt die Zeit des Lesens: Ich hatte schon in den Sommersemesterferien wieder einmal einen Studientag in der Gartenbibliothek der TU Berlin eingelegt. Anders als im Buch beschrieben, braucht man nun, wegen Corona, einen Ausweis (für €10 im Jahr) und muss einen Arbeitstisch vorab mit Zeitfenster buchen. Das Vorhängeschloss ist weiter wichtig, um Garderobe und Taschen einzuschließen!
Fast ein halbes Jahr lang war hier die Kolumne über Armin Laschet, der sich im Rahmen des Wahlkampfes herzlich lachend über die Versicherung von Elon Musk freute, dass es genug Wasser in der Umgebung seiner geplanten Autofabrik gäbe. Das Problem der benötigten Wassermenge schien ihm nicht bekannt. Ich schrieb: „Dann kam ich zum Grübeln: brauchen wir in Deutschland eigentlich noch einen neuen Autohersteller? Die anderen fangen doch auch an mit den E-Mobilen! Und jeder Tag in Berlin zeigt doch, dass es schon mehr als genug Autos gibt.
Noch gibt es nur eine vorläufige Baugenehmigung …“
Inzwischen wird die Fabrik weiter gebaut, Auto werden auch schon produziert, in Erwartung der Genehmigungen. Man hat schon versucht, mit den vorhandenen Mitarbeitern einen Betriebsrat zu gründen, was bedeutet hätte, dass später eingestellte nicht gleiche Chancen gehabt hätten, so als wären Ablehnungen nicht mal denkbar.
Wird der Betrieb genehmigt werden, obwohl klar ist, dass das Wasser nicht reichen wird, also die Trinkwasserversorgung der Region nicht mehr gewährleistet wäre? Der Wirtschaftsminister ist sehr dafür, der Umweltminister nicht so, wer wird sich durchsetzen? Zum Lachen ist es jetzt nicht mehr …
Sollte man ein Buch mit dem Titel Hier wächst nichts wirklich lesen wollen, wenn es sich so abstoßend präsentiert? Auf dem Titelbild wächst wirklich nichts, und auch die Rückseite verspricht kein erbauliches Buch über Gartenkultur. Sehen Sie selbst!
Da gibt es „62 % Gartenerfahrung aus naturidentischen herben Rückschlägen und bitteren Erkenntnissen, … 15 % grober Unfug aus 42 % Alkohol in der Herstellung … aber auch 12 % Humor aus zertifiziertem Raubbau.“ Ihr Eindruck stimmt: Hier gibt es Satire, wie wir sehen werden, über moderne Gartenboomtrends, über Gartenliebhaberinnen und ihre Gatten. Leider haben Kleinkinder und Schwangere in Gärten keinen Zutritt, aber es gibt Geistvolles, möglicherweise geschrieben nach Genuss von Berauschendem.

In diesem Jahr, so etwa zwanzig Jahre nachdem wir ihn gepflanzt haben, hat der Boskoop Apfelbaum richtig gut getragen und ich verrate euch mein Lieblingsrezept für Apfelkuchen. Er ist, wie unser Baumflüsterer sich ausdrückt, ein Alternanzträger, das heißt: nur alle zwei Jahre gibt es reichlich Äpfel, in diesem Jahr haben wir genug, um sie bis in den Dezember hinein aufzuheben. Und ich „musste“ schon viermal meine Lieblingstorte vom Kapitel Erntefreuden backen, für mindestens noch zwei weitere wird es noch reichen.

Dass ich nun mehr Gräser haben kann, liegt daran, dass die Enkelkinder alle ausgewachsen sind und keiner mehr den Rasen zum Spielen braucht. So konnte ich mir, über die Jahre, eine Ecke mit Gräsern zupflanzen, ohne dass sich jemand beschwerte!

In diesem Jahr habe ich meine gärtnerischen Gewohnheiten überdacht: Wo soll es so bleiben, wie es ist, und wo ist etwas Neues angesagt. Eigentlich stellt man sich diese Frage immer, aber vieles vergisst man wieder, diesmal habe ich es aufgeschrieben. Dazu kommt: Die Klimakrise verändert unsere Bedingungen. Am besten lesen Sie dazu die „Evaluationsberichte“ über die Früh- und Spätblüher. Da wird auch meine kleine private Testreihe zu ALDI Produkten angeführt. Die enthält auch Stauden.
Sie lieben englische Gärten, oder wollten schon immer mal dahin? Dann ist das Buch Einmal gärtnern wie in Sissinghurst von Astrid Ludwig genau richtig für Sie: Es ist aufgemacht wie ein Reisetagebuch, das die Erinnerung an eine schöne Zeit festhält, mit dem ein Geschenk gemacht werden soll, vielleicht auch sich selbst: Viele Fotos, jede Seite eingerahmt von einem linierten Hintergrund, für jedes Kapitel eine kleine Skizze, fein gezeichnet, die dann auf jeder Seite des Kapitels wiederholt wird. So etwas macht Freude.
Ich las es, um Erinnerungen aufzufrischen: Meine Gartenliebe fing vor einem Vierteljahrhundert mit einem Buch über Vita Sackville-West an, die mit ihrem Mann zusammen den Garten in Sissinghurst geschaffen hatte. Später beginnt dann das erste Kapitel das richtige Alter für das Gärtnern in meinem Buch Blütenfreuden damit an. Und ich hatte (gefühlt) alles gelesen, was zu Vita und ihrem Mann zu bekommen war.

Unser Besuch der Freundschaftsinsel in Potsdam im Rahmen einer Veranstaltung der Regionalgruppe Berlin/Brandenburg des Vereins zur Förderung der Gartenkultur war ganz nach meinem Geschmack: Am meisten mag ich Gartenführungen von Experten, die, noch jung an Jahren, ihre Freude am gärtnerischen Tun vermitteln können. Das löst bei mir Gefühle nachhaltiger Freude aus: Hier geht etwas weiter!

Thoralf Götsch, gebürtiger Potsdamer, und seit 2013 Chefgärtner, war mit Herz und Verstand dabei, er sah das große Ganze und war sich nicht zu schade, Fragen über alltägliche Gärtnersorgen geduldig bei strahlendem Sonnenwetter zu beantworten.

Seit unserem Besuch in Anima, dem von ihm geschaffenen Garten in Marokko, musste ich unbedingt auch André Hellers Garten am Gardasee besuchen. Er liegt am Gardasee in Gardone Riviera. Nun haben wir es geschafft! In älteren Reiseführern ist von einem Botanischen Garten die Rede, geschaffen von einem „deutschen Zahnarzt“ Dr. Hruska im frühen 20. Jahrhundert.
Heller hat den Garten 1988 gekauft und umgestaltet. Über zwanzig Skulpturen, teils von namhaften Künstlern geschaffen, sind in der Landschaft verteilt. Buddhas sind dabei, auch ein Pan. Dazu gibt es eine Liste mit den Namen dieser Kunstwerke und ihrer Schöpfer. Am originellsten die „mostri spuntanti“, (spuckende Monster) von Heller selbst geschaffen: zwei Männerköpfe, asiatisch anmutend, die in drei Metern Abstand voneinander sich abwechselnd anspucken.